Am Ende ging es für Müller aufwärts | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-12-25 11:15:00

Am Ende ging es für Müller aufwärts

Am Ende ging es für Müller aufwärts

In den Bergen fühlt sich der Schweizer wohl. In Thun, dem Tor zum Berner Oberland, ist Nico Müller geboren. In der DTM lief der Audi-Pilot in Spielberg zuletzt regelmäßig zur Hochform auf. In den letzten vier Rennen am Red Bull Ring kletterte der 26-Jährige jedes Mal auf das Podium. Ausgerechnet in der Steiermark wird 2019 nicht mehr gefahren. Und Budapest, wo er im Samstagrennen auf Platz drei kam, ist ebenso nicht mehr im Rennkalender. „Natürlich hätte ich beide Strecken gerne im Kalender behalten. Nicht nur wegen meiner coolen Rennen, das war ein schöner Nebeneffekt. Ich glaube aber nicht, dass es dort etwas spezielles gibt, was es mir ermöglicht, auf das Podium zu fahren. Ich hatte auch auf anderen Strecken gute Karten. Das sind Kurse, die uns allen Spaß machen. Spielberg bietet immer tolle Rennen mit vielen Überholmanövern. In Budapest haben wir immer viele Fans, das ist eine sehr technische Strecke, die uns herausfordert“, sagt Müller und fügt hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass ich auch auf den bestehenden und neuen Strecken 2019 sehr erfolgreich sein kann. In Hockenheim habe ich meine bisher einzige Pole-Position gefeiert und am Norisring meinen einzigen Sieg. Da muss ich mir also keine Sorgen machen.“

Zum Saisonstart war es ein Kampf mit stumpfen Waffen

Seit fünf Jahren startet der smarte Schweizer in der DTM. Zuletzt war Müller Neunter, Zwölfter und nun Zehnter der Gesamtwertung. Das Fazit des Audi-Piloten für 2018 fällt letztendlich positiv aus. „Wir hatten einen sehr harzigen Start. Am Anfang der Saison waren wir mit stumpfen Waffen nicht in der Lage, um Podiumsplätze zu kämpfen. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Gegen Ende vorne mitzufahren und mit René noch um den Titel zu kämpfen, das war zufriedenstellend. Zweitbester Audi-Pilot zu sein, ist sicher auch ein gutes Ergebnis. Natürlich wäre ich gerne weiter vorne in der Gesamtwertung gewesen. Ich denke, ich muss meine Leistung 2018 nicht verstecken.“

Am Lausitzring ging gar nichts in den Rennen

Zumal am Anfang alles schief ging. Müller sammelte an den ersten beiden Rennwochenenden null Punkte. In Hockenheim wurde er zweimal 13. Zwei Wochen später lief es in Klettwitz noch eine Spur schlechter mit Rang 17 und einem Ausfall. „Für mich persönlich waren die Rennen am Lausitzring sehr frustrierend. Im Qualifying hatte ich als bester Audi-Pilot eine relativ gute Ausgangssituation und in den Rennen ging dann wirklich gar nichts mehr. Da haben wir uns im Setup vertan. Am Ende des Feldes zu kämpfen, war eine ernüchternde Erfahrung. Wir haben sehr schnell daraus gelernt und den Spieß so gut es ging umgedreht. Wir wurden immer konkurrenzfähiger.“ Nach nur 29 Punkten in der ersten Saisonhälfte holte Müller im zweiten Abschnitt 67 Punkte. „Wir haben im Team jede Schraube umgedreht, um unser Paket konkurrenzfähig zu machen. Am Ende waren wir im Arbeitsfenster drin“, erklärt Müller den Aufwärtstrend.

Trotz seiner erst 26 Jahre blickt er auf fünf Jahre DTM zurück

Mit seinen erst 26 Lenzen hat Müller schon 84 Rennen in der DTM bestritten. Insgesamt 38 Mal fuhr er dabei in die Top Ten, sieben Mal sogar unter die ersten Drei. Die ganz großen Erfolge blieben bis dato aus. Für Müller ist dies nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten bei ihm mal so richtig platzt. „Die Zeit fliegt. Dass ich schon fünf Jahre auf so hohem Niveau mit meinem jungen Alter dabei bin, macht mich stolz. Ich habe einen Riesenspaß in der DTM und ich fühle mich in der Audi-Familie pudelwohl. Ich glaube, es fehlt sehr wenig dazu, um den nächsten Schritt zu machen. Der Speed ist da. Die ganz kleinen Details machen in der DTM den Unterschied. Und du musst über die Saison konstant vorne dabei sein. Vor allem ein guter Saisonstart ist wichtig, dass man schnell in den Rhythmus kommt und den Flow findet.“

Einmal stand Müller ganz oben: am Norisring 2016. Nunmehr wartet er seit 897 Tagen (Stand: 11.12.) bzw. 48 Rennen auf den zweiten DTM-Sieg. Den Kopf zerbricht er sich dennoch nicht großartig darüber: „Natürlich möchte man so viele Siege wie möglich feiern. In der DTM ist das aber nicht ganz so einfach. Es ist ein extrem ausgeglichenes und homogenes Feld. Um einen Sieg einzufahren, muss alles perfekt passen. Ich war ein paar Mal nah dran. Gewisse Umstände haben es dann nicht erlaubt. Ich schätze mich glücklich, überhaupt ein Rennen in der DTM gewonnen zu haben. Das motiviert mich noch mehr, den zweiten, dritten, vierten, fünften Sieg folgen zu lassen.“

Timo Glock, immer wieder Timo Glock…

In den letzten beiden Jahren verband Müller mit Timo Glock eine „innige Freundschaft“. Sowohl im Verkehr auf der Strecke als auch verbal kamen sich die beiden öfter in die Quere. 2017 bezeichnete ihn der BMW-Pilot am Nürburgring als „Bremsklotz“. 2018 gab es beim Sonntagsrennen am Hungaroring in der ersten Runde einen Kontakt zwischen Müller und Glock, der sich drehte und sich anschließend auf dem letzten Platz wiederfand. Im ersten Rennen am Norisring zog Müller an Glock vorbei, dabei fuhr der Schweizer dem Deutschen in die Seite. Glock hatte Mühe, sein Auto abzufangen, blieb aber vor Müller. Doch die Rennleitung befahl dem BMW-Piloten, den Platz an den hinter ihm liegenden Audi zurückzugeben. Von einer Dauerfehde will Müller aber überhaupt nicht reden. „Ganz ehrlich, ich habe überhaupt kein Problem mit ihm. Wir können auch darüber lachen. Wir stehen oft sehr nah beieinander, auch schon bei der Startaufstellung, aus welchen Gründen auch immer. Wir laufen uns in fast allen Rennen irgendwie über den Weg. Es gab die eine oder andere unglückliche Situation, es hat aber keiner dem anderen mit Absicht ein Bein gestellt. Das waren Rennunfälle. Einmal ist er mit einem blauen Auge davongekommen, und das andere Mal ich. Das kommt vor, es wird hart gekämpft, so ist Rennsport. Reibereien gehören dazu. Und bei den Zuschauern ist dadurch für Unterhaltung gesorgt.“

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Bosch

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen