Beeindruckend, teuer, frustrierend: Ocons DTM-Debüt | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-05-09 12:45:00

Beeindruckend, teuer, frustrierend: Ocons DTM-Debüt

  • Esteban Ocon überraschte in den Qualifyings...
  • ...verbrachte während der Rennen jedoch viel zuviel Zeit außerhalb seines Autos.

Das erste DTM-Rennwochenende in der Karriere des Esteban Ocon war intensiv. Der junge Franzose bekam am Hockenheimring die ganze Härte der Serie zu spüren. Er überraschte in den Qualifyings, absolvierte nur ganz wenige Rennrunden und intensivierte seine Bekanntschaft mit einigen DTM-Protagonisten - unter anderem begegnete ihm ein tobender Ex-Champion. Zudem wird der 19-Jährige wohl nie wieder Schwierigkeiten haben, den Weg zur Rennleitung am Hockenheim zu finden. Selten war der Begriff ‚Lehrgeld zahlen’ wohl so passend, wie im Falle Ocons. Obwohl unter dem Strich der Schatten das Licht besiegte, machte Ocon eines aber deutlich: Er hat in seinem ersten DTM-Jahr nicht vor, den etablierten Kollegen nur einfach hinterherzufahren.

„Alle Achtung!“, „Damit hat wohl keiner gerechnet.“, „Beeindruckendes Ergebnis.“, „Er scheint der legitime Nachfolger von Champion Pascal Wehrlein zu sein.“ – Die Anerkennung war bei Kommentatoren, Experten und den Mercedes-Benz-Verantwortlichen nach den jeweiligen Qualifying-Ergebnissen Ocons groß. Dementsprechend breit war das Grinsen im Gesicht des Franzosen. Am Samstag setzte er die zwölftbeste Zeit – lediglich 0,226 Sekunden fehlten zur ersten Startreihe. Am Sonntag legte Ocon noch eine Schüppe drauf und qualifizierte sich als siebter für das zweite Rennen der Saison. Beachtliche Ausgangspositionen zum Saisonstart für einen Neuling.

Und doch zog Ocon am Sonntagabend enttäuscht sein Resümee: „Das war leider nicht das Ergebnis für mein Debüt-Wochenende, das ich mir vorgenommen hatte.“ Lediglich drei Runden standen nach beiden Tagen auf der Habenseite. Am Samstag erwischte er in seinem Mercedes-AMG C63 DTM keinen guten Start, büßte einige Plätze ein, kämpfte sich auf den ersten Metern aber wieder zurück. Als der Pulk erstmals auf die Spitzkehre zusteuerte witterte der junge Franzose seine Chance. Der Versuch innen an Augusto Farfus verbeizugehen misslang aus Platzgründen. Während sich der Brasilianer aufgrund des leichten Kontaktes drehte, mit beschädigtem Auto jedoch ins Ziel fuhr, war für den Rookie das Rennen mit beschädigter Front nach zwei weiteren Runden beendet.

Der Sonntagslauf endete für Ocon mit einem doppelten Schrecken. Zunächst landete er bereits in der zweiten Kurve im Kiesbett, um kurz darauf von einem hocherzürnten Bruno Spengler die „Tür geöffnet“ zu bekommen. Der Champion meinte den Schuldigen der Kollision gefunden zu haben, riss die Fahrertür Ocons auf und bedachte den jungen Franzosen mit wütenden Worten. „Ich war sauer, weil sein Auto komplett in meinem war. Das war alles, was ich in dem Moment wahrgenommen habe. Nun weiß ich aber, dass Esteban angeschoben wurde und nichts dafür kann. Ich möchte mich bei Esteban entschuldigen, dass ich so sauer unterwegs war“, sagte Spengler nur wenige Minuten später. In der Tat war es António Félix da Costa, der den weißen Mercedes des Franzosen touchiert hatte und in die Seite von Spenglers BMW beförderte. Ein Manöver, das für Spengler, Ocon und Jamie Green – der Brite konnte den beiden Verunfallten nicht mehr ausweichen – das Aus bedeutete. Ocon: „Leider hatte ich viel Pech an diesem Wochenende.“ Für den Verursacher Félix da Costa war das Rennen nach elf Runden vorzeitig beendet. Zusätzlich bestraften ihn die Sportkommissare mit einer Strafversetzung um drei Plätze in der Startaufstellung.

Es waren jene Kommissare, mit denen Ocon nach dem Auftakt-Wochenende eigentlich schon per Du sein könnte. Vier Mal wurde der Franzose in die Rennleitung zitiert: Zunächst wurde er über sein Verhalten im Samstagsqualifying belehrt, als er Mike Rockenfeller leicht behinderte. Der nächste Gang hatte bereits Konsequenzen. Sein Team hatte es in der Einführungsrunde am Samstag versäumt, die Motorhaube richtig zu befestigen – 3000 Euro Strafe. Am Sonntag war der Franzose im Freien Training in der Boxengasse etwas zu schnell (63 km/h statt der erlaubten 60 km/h) – 150 Euro. Nach seinem Ausfall im Rennen stieg Ocon aus seinem Auto, ohne das Lenkrad zuvor wieder aufzustecken – 1000 Euro. Insgesamt 4150 Euro Strafe und lediglich drei Rennrunden standen nach seinem Debüt zu Buche. Es kann eigentlich nur besser werden. Mit Blick auf die Qualifying-Ergebnisse, ist eine dicke Überraschung schon in Spielberg durchaus realistisch.

 

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Bosch

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen