Beindruckender Bärendienst im Titelkampf | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-09-15 09:45:00

Beindruckender Bärendienst im Titelkampf

Es war das schwerste Auto im Feld und trug Lucas Auer doch in beiden Qualifyings zur Bestzeit.

Das Wochenende auf dem Nürburgring zeigte in aller Deutlichkeit, warum das Performance-Gewicht-Reglement in der DTM bisweilen so umstritten ist. So hatten die außergewöhnlichen Qualifying-Auftritte von Lucas Auer für seinen Hersteller einen faden Beigeschmack. Dem jungen Österreicher konnte in Sachen schneller Runde kein Konkurrent das Wasser reichen. Während Auer in beiden Qualifyings die Bestzeit herausfuhr – der erste Pilot, dem das seit des neuen DTM-Modus mit zwei Qualifyings und Rennen pro Wochenende gelang – fuhren seine Markenkollegen nur hinterher. Am Samstag schaffte Daniel Juncadella die sechstbeste Zeit, am Sonntag war der Spanier hinter Auer erneut zweitbester Mercedes-AMG-Pilot – Platz neun. Resultate, die die außergewöhnliche Leistung des Österreichers und des Mercedes-AMG Teams Mücke noch unterstreichen.

Wenn man bedenkt, dass Auer im weitaus schwersten Auto im Feld die Bestzeiten herausfuhr, wird kaum ein Superlativ einer Beschreibung gerecht. Und doch war die schnellste Zeit des Samstagsqualifying im Endeffekt mehr Fluch als Segen. Das Problem: Auer hatte sich in Zandvoort zwei und in Moskau eine Verwarnung von den Rennkommissaren eingehandelt. Drei Verwarnungen werden mit einer Rückversetzung in der Startaufstellung um fünf Plätze geahndet. Die Pole war futsch, Auer ging vom sechsten Rang aus ins Rennen und wurde letztlich Siebter. Ein weiterer, im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegender Nebeneffekt: Auers Zeit hatte zur Folge, dass alle Mercedes-AMG C63 DTM mit einem Zusatzgewicht von 2,5 Kilogramm beladen werden mussten – ganz wie es das Performance-Gewicht-Reglement vorschreibt. Somit wogen die Stuttgarter Fabrikate im Rennen satte 1130 Kilogramm, während die BMW lediglich 1117,5 Kilogramm und die Audi gar nur 1115 Kilogramm auf die Waage brachten. „So gesehen war das die erste Pole-Zeit, über die ich mich nicht wirklich freuen kann“, sagte Mercedes-AMG DTM Teamchef Ulrich Fritz nach dem Qualifying. „Trotzdem muss man natürlich sagen, dass Lucas einen super Job gemacht hat.“

Diesen wiederholte Auer tags darauf, fuhr die dritte Pole-Zeit bei seinem vierten DTM-Qualifying auf dem Nürburgring und durfte diese am Sonntag auch behalten. Sein Fahrzeug und die seiner Markenkollegen wurden im Gegenzug aber noch schwerer. 1135 Kilogramm und damit 17,5 Kilogramm mehr Gewicht als die BMW und sogar 25 Kilogramm mehr als die Audi. Dass Auer trotz dieses Handicaps die Führung lange verteidigte und erst acht Runden vor dem Ziel von Edoardo Mortara noch abgefangen wurde, ist umso beachtlicher.

Doch während Auer allseits für staunende Gesichter sorgte, schnauften seine Kollegen über weite Strecken dem Geschehen hinterher. Robert Wickens, als Zweiter der Fahrerwertung ins Wochenende gestartet, blieb in den Qualifyings weit hinter den eigenen Zielen zurück, holte in der Eifel nur zwei Punkte, musste seinen zweiten Rang an Edoardo Mortara hergeben und verlor auf den Gesamtführenden Marco Wittmann kräftig an Boden. Vor dem Nürburgring trennten den Kanadier zwölf Punkte von der Spitze, nun sind es satte 50. Und in Budapest (23. bis 25. September) wird die Aufgabe für Wickens und seine Markenkollegen nicht leichter, werden die Gewichte doch erst nach dem ersten Qualifying des achten DTM-Rennwochenendes neu verteilt.

So brillant Auer am Nürburgring also auftrumpfte, so sehr leistete er seinem Hersteller im Titelkampf einen echten Bärendienst. Auch wenn nichts die Stuttgarter Titel-Favoriten theoretisch davon abgehalten hat, es dem Österreicher in der Eifel gleichzutun.

 

 

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