Beständig ist nur der Wechsel | DTM
2007-06-22 10:41:13

Beständig ist nur der Wechsel

Beständig ist nur der Wechsel

Donnerstagnachmittag in Nürnberg. Fünf schwarz-gelb gekleidete Herren machen einen Spaziergang in der Nähe des Dutzendteichs. Ab und zu bücken sie sich, streichen über den Asphalt, tauschen Blicke, machen sich Notizen. Die Herren sind von Dunlop, dem exklusiven Reifenausrüster der DTM. Sie prüfen die Rennstrecke, auf der am Wochenende Europas populärste Tourenwagen-Serie gastieren wird, auf Herz und Nieren.

„Unsere Techniker sind nicht nur Reifenfachleute“, erläutert Dunlop-Technikleiter Michael Bellmann den aufwändigen Rundgang. „Sie sind auch eine Art ‚Asphaltberater’: Als Reifenexperte braucht man ein großes Wissen über die Oberflächen auf denen unsere Reifen die maximale Performance leisten müssen. Es gibt auf Stadtkursen wie dem Norisring keine durchgehende Oberflächenstruktur, beständig ist hier nur der Wechsel: Patchwork-Rennstrecke wäre wohl der passende Begriff.“

Wie bei öffentlichen Straßen üblich, werden auch rund um die Nürnberger Steintribüne immer wieder Teilbereiche der Straße neu asphaltiert – etwa weil eine unterirdische Leitung schadhaft ist oder Winterschäden repariert werden müssen. So entstehen über die Jahre – das Norisringrennen wird 2007 zum 65. Mal ausgetragen – unterschiedliche Beläge, die unterschiedlich viel Grip bieten. „Einem DTM-Fahrer muss man natürlich nicht erklären, welche Linie für ihn die beste ist “, gibt Bellmann zu Protokoll. „Dennoch ist es für uns wichtig, alle Feinheiten der Streckenführung zu kennen, damit wir Fahrer und Ingenieure bestmöglich bei der Erarbeitung des Setups unterstützen können.“ Beim Streckenlayout des Norisrings heißt das im Klartext: Die Fahrzeuge brauchen die maximale Performance auf den Geraden. Beim Anbremsen vor den beiden Haarnadelkurven und der Schikane sowie jeweils beim Beschleunigen hinter den drei kurzen Kurvenpassagen müssen die Reifen die maximale Bodenaufstandsfläche haben. Auf den leichten Bodenwellen und Spurrillen, die der Stadtkurs zuhauf bietet, muss für größtmöglichen Kontakt zur Straße gesorgt werden. Dazu wird der Luftdruck leicht angepasst. Die sich dadurch verändernde Balance zwischen der Seiten- und Längssteifigkeit des Reifens wird in Kauf genommen, denn der Lohn ist maximale Bremskraft und Traktion – und davon kann man am Norisring nicht genug haben.

Wechselnde Gripverhältnisse

Typisch für Stadtkurse sind aber nicht nur die Rinnen und Rillen, die vor allem die Lkw in den Asphalt gedrückt haben. Typisch ist auch die Veränderung des Gripniveaus im Verlauf des Wochenendes. „Während des ersten Freitagstests ist die Strecke noch sehr verstaubt, Gummiabrieb fehlt noch völlig“, erläutert Michael Bellmann. „Durch die verschiedenen DTM-Trainingssitzungen und auch die Rahmenrennen kommt immer mehr Gummi auf die Straße, was sich natürlich auf das Gripniveau auswirkt. Noch entscheidender ist allerdings, dass der Norisring die geringste Rauheit aller DTM-Strecken aufweist. Der hohe Bitumenanteil der Oberfläche reagiert extrem stark auf Sonneneinstrahlung. Gerade an Wochenenden mit wechselhaftem Wetter, wie es uns wohl bevorsteht, ändern sich dementsprechend häufig auch die Gripverhältnisse – die Zusammenarbeit zwischen den Teams und unseren Technikern ist entsprechend wichtig.“

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Bosch

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen