„Dann hätte ich auch ein Red Bull an der Bar trinken können“ | DTM
2017-09-27 15:30:00

„Dann hätte ich auch ein Red Bull an der Bar trinken können“

„Dann hätte ich auch ein Red Bull an der Bar trinken können“

Nach 193 Rennen und 17 Jahren als Fahrer in der DTM weiß Mattias Ekström worauf es ankommt, um erfolgreich zu sein. Es gilt konstant zu punkten. Nichts anderes hat der 39-Jährige in dieser Saison gemacht. Folgerichtig liegt der Schwede vor dem Finale in Hockenheim in der Gesamtwertung 21 Punkte vor Markenkollege René Rast in Führung. Zwar gelang dem Audi-Piloten am Samstag in Spielberg der erste Saisonsieg dank der gütigen Mithilfe von Jamie Green. Ansonsten verfuhr „Eki“ nach der Devise mittendrin statt nur dabei. Es muss nicht immer die maximale Ausbeute sein, um als Erster ans Ziel zu kommen. Das sonntägliche Rennen war dafür typisch und symptomatisch.

Gegenüber DTM.com schildert der routinierte Pilot noch einmal in gewohnt offener und ehrlicher Art und Weise, wie er das Rennen am Sonntag auf dem Red Bull Ring erlebt hat. Von Platz acht aus ging es für ihn los. „Beim Start waren nur alte Bekannte um mich herum: Glock, Paffett, Spengler, Blomqvist. Solche Rennen muss man auch überstehen. Diese Punkte machen am Ende den Unterschied. Die Kämpfe mit den direkten Gegnern sind am wichtigsten.“

Schon in der ersten Runde steuert er mit dem RS 5 die Box seines Teams Abt Sportsline an und fällt zwischenzeitlich auf den vorletzten Platz zurück. Frank und frei erklärt Ekström die Beweggründe für diese gewagte Taktik. Denn auf dem Kurs in Österreich ist der Reifenverschleiß durchaus hoch. „Ich schaffe ja alles, fragt sich immer nur, wie schnell. Man muss schon ein Reifenflüsterer sein. Aber wie viele Punkte gibt es für Platz acht? Die Zeit hätte man sich auch sparen und ein Red Bull an der Bar trinken können. Es bietet sich bei Startplatz acht bis zehn ja an: Alles oder nichts. Es war aber echt zäh und nicht lustig, als die Reifen kochten.“

In der NASCAR beschweren sich viele Fahrer über eine Trinkflasche auf der Strecke, und dann gibt es ein Safety-Car und einen Re-Start.

Ekström meistert auch diese Herausforderung. Peu à peu arbeitet er sich auch bedingt durch die folgenden Boxenstopps der Konkurrenz wieder auf Platz acht zurück. In Runde 22 ist es soweit. Nach 30 Runden ist Ekström Sechster. Dann dreht BMW-Pilot Bruno Spengler Lucas Auer im Mercedes-AMG von der Strecke und es kommt zum Safety Car und einem Re-Start. „Da waren die Reifen richtig am Ende. Und mein Ingenieur erzählt mir über Funk, wie gut die Reifen meiner Kollegen um mich herum waren. Der eine hatte vier Runden weniger als ich, der andere sogar 20. Da dachte ich mir nur: Danke, Sven Stoppe (Anm. d. Red. der Rennleiter). In der NASCAR beschweren sich viele Fahrer über eine Trinkflasche auf der Strecke, und dann gibt es ein Safety-Car und einen Re-Start. Ungefähr so habe ich mich gefühlt, wie Brad Keselowski (Anm. d. Red. US-amerikanischer NASCAR-Fahrer) mit einer Trinkflasche auf der Strecke.“

Kurzzeitig fällt Ekström auf Platz sieben zurück. Dann kassiert er den BMW von Marco Wittmann und beendet das Rennen aufgrund der Schaltprobleme des bis auf Platz 14 zurückfallenden Jamie Green als Fünfter. „Mit Platz fünf kann ich gut leben, denn Mitte des Rennens habe ich gedacht, dass es sehr zäh wird. Ich finde, ich habe es gut überlebt nach dem Re-Start. In den letzten zehn Runden war es so, als hätte ich Regenreifen draufgehabt.“ Das Pech seines Markenkollegen hatte er dennoch nicht aus dem Blickwinkel verloren: „Was hat er mit dem lieben Gott gemacht? Denn so unfair, wie er behandelt wird, so viel Pech wie er hat, das ist unglaublich. Er war der schnellste Fahrer über das gesamte Wochenende. Dass er so ein Pech hat, finde ich ungerecht. Aber Motorsport war noch nie fair.“ 

56 Punkte sind in Hockenheim noch zu vergeben. Ekström hat mit 172 Punkten die mit Abstand besten Karten auf seinen dritten DTM-Titel nach 2004 und 2007. Meister werden können neben dem Schweden theoretisch lediglich noch die drei Audi-Kollegen René Rast (151), Jamie Green (137) und Mike Rockenfeller (134) sowie Marco Wittmann (134/BMW) und Lucas Auer (131/Mercedes-AMG). Ekström will sich aber noch nicht zurücklehnen: „Das kann mir in Hockenheim genauso passieren wie Jamie hier in Spielberg. Und wenn die anderen die volle Punktzahl holen, stehe ich da. Deshalb muss man immer weiterkämpfen, es ist noch lange nicht vorbei.“

Zumal Ekström zum Finale nicht mit einer Audi-Dominanz wie in Österreich rechnet, als die Piloten aus Ingolstadt alle sechs Podiumsplätze besetzten. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir in Hockenheim so stark wie in Spielberg sein werden. Ich sehe Mercedes viel weiter vorne. Ich erwarte eine andere Art von Rennen, durchgemischter.“ Es bleibt spannend in der DTM…

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