Das Warten hat ein Ende ... | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-05-24 15:19:36

Das Warten hat ein Ende ...

Bei den Verantwortlichen der neuen DTM steigt wenige Tage vor der Feuertaufe die Nervosität aber auch die Zuversicht. "Ein wenig Lampenfieber haben wir alle aber das ist wohl normal bei einer Premiere", gesteht Opel-Sportchef Volker Strycek. Und Norbert Haug, der Motorsport-Chef von Mercedes-Benz, ist sicher, dass die Fans "faszinierende Rennautos und tollen Motorsport" erleben werden.

Die Testfahrten vor der Saison geben den Motorsport-Verantwortlichen von Opel und Mercedes-Benz Recht. Die über 450 PS starken Hecktriebler mit ihrem eingängigen V8-Sound begeisterten Akteure wie Beobachter überall, wo sie bislang auftauchten - bei Probefahrten in Hockenheim und Oschersleben ebenso wie bei der offiziellen DTM-Präsentation auf dem Gendarmenmarkt mitten in Berlin. Vor allem aber enthüllten die Tests eine absolute Chancengleichheit der beiden Werke aus Rüsselsheim und Stuttgart.

Opel-Neuzugang Joachim Winkelhock, der nach zehn Jahren in Diensten von BMW zu der Marke mit dem Blitz wechselte, mag denn auch keinen Favoriten ausmachen: "Wir haben bei den Tests immer ganz gut ausgesehen und waren meist auf dem Level von Mercedes das hat sich immer um Hunderstel-, höchstens um Zehntelsekunden gedreht."
Winkelhock ist nur einer der potenziellen Titelanwärter aus dem Opel-Lager. Neben dem schwäbischen Publikumsliebling stehen auch Manuel Reuter, 1996 Meister in der ITC, Uwe Alzen und Michael Bartels oben auf der Liste. Bei Mercedes-Benz führt Bernd Schneider die Gruppe der Titelkandidaten an. Er weiss: "Ich bin derjenige, der den letzten DTM-Titel zu verteidigen hat und das würde ich natürlich gerne erfolgreich tun."
Damit spielt Schneider auf 1995 an, als er mit der AMG Mercedes C-Klasse die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft vor deren erster und letzter rein internationalen Saison gewann. Aber damals herrschte ein anderer Zeitgeist: Die DTM-Boliden mutierten zu wahren High-Tech-Geschossen mit jeder Menge Elektronik an Bord. Das ist in der neuen DTM passé: Kostenreduktion und eine Eindämmung der exzessiven Entwicklung sollen für eine gleichbleibende, größtmögliche Chancengleichheit sorgen.

Der mechanische Grip gibt den Ausschlag
So hat jeder Fahrer für die Saison nur einen Motor zur Verfügung, der vor dem ersten Lauf verplombt wird und dann nicht mehr weiterentwickelt werden darf. Einheitsreifen von Dunlop, ein Einheitsgetriebe von X-Trac, eine limitierte Anzahl von Carbon-Bremsscheiben und eine einheitliche Aerodynamik sollen die Urform des Motorsports wieder in den Vordergrund rücken: Die Fahrer müssen nicht nur Gas geben und spät bremsen, sondern vor allem effizient mit ihrem Renningenieur zusammenarbeiten. Denn in der neuen DTM wird vor allem der mechanische Grip also eine optimale Einstellung von Federn, Dämpfern und Stabilisatoren den Ausschlag über Meter und Sekundenbruchteile geben. Winkelhock bestätigt: "Die Autos haben sehr viel Leistung und Drehmoment. Das muss man jetzt nur noch in Grip umsetzen du musst bei der Abstimmung noch härter arbeiten."

Deswegen dürfte auch Mercedes-Benz-Pilot Klaus Ludwig, im besten Alter von 50 Jahren extra für die DTM wieder aus dem fahrerischen Vorruhestand ins Cockpit zurückgekehrt, zum großen Favoritenkreis gehören. Die immense Erfahrung des dreifachen Deutschen Tourenwagen-Meisters im Bereich der Abstimmungsarbeit könnte ihm zu weiteren Lorbeeren gereichen. Auch wenn Ludwig selbst eher seinen Markenkollegen Schneider im Vorteil sieht und gleichzeitig ankündigt, man wolle neue Helden schaffen.

Dazu haben in der Debütsaison der neuen DTM gleich eine ganze Reihe von Jungtalenten das Zeug: Mercedes-Benz verpflichtete Marcel Fässler und Thomas Jäger, bei Opel fahren Christian Menzel und Timo Scheider. Sie haben alle denselben Background: Über die Formel Renault und die Deutsche Formel 3-Meisterschaft stiegen sie jetzt in den erlesenen Zirkel der Werkspiloten auf. Auch wenn alle Rookies noch mit Anpassungsproblemen rechnen, schwant Schneider jetzt schon: "Jeder erwartet von uns Älteren, dass wir die Leistung bringen und von den Jüngeren, dass sie für Sensationen sorgen. Autofahren können die alle meist sind das echte Ausnahmetalente."

Favoriten sind noch nicht auszumachen
Gerade mal 100 Tage hatte eine Ausnahmeerscheinung der anderen Art Zeit, seine DTM-Boliden fertig zu stellen: Die Belegschaft von Abt Sportsline erlebte in letzter Zeit häufig schlaflose Nächte. Am Dienstag vor dem DTM-Auftakt wurde der dritte und vorerst letzte Audi TT-R beim britischen Partner Foss-Tech fertiggestellt und einem ersten Funktionstest unterzogen. Die anderen beiden Autos waren da auf der schnellen englischen Strecke in Croft schon auf Herz und Nieren geprüft. "Weil wir relativ spät fertig geworden sind", erklärt Christian Abt, "haben wir beim Motor noch Potenzial." Zum Saisonauftakt schätzt Abt die Leistungsfähigkeit der rein privat eingesetzten Audi TT-R auf "70 Prozent".

Tourenwagen-Ikone Ludwig ist der Ansicht, keinen Favoriten ausmachen zu können und freut sich nach eigenem Bekunden am meisten auf die Fans, die das badische Motodrom am Wochenende bevölkern. Sie können sich freuen auf Motorsport zum Anfassen und zum Atem-Anhalten. Bei Testfahrten in Hockenheim Anfang Mai waren neun Autos innerhalb von weniger als einer Sekunde unterwegs. "Und das waren auch nur deswegen nur neun", betont Schneider, "weil bei dem Test nicht mehr Autos da waren."

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