Debatte um Oval-Absage | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-11 18:21:26

Debatte um Oval-Absage

Nicht nur die Fans, sondern auch die Akteure der DTM sind von der Absage des geplanten Oval-Rennens auf dem EuroSpeedway enttäuscht. Prompt entbrennen die ersten Diskussionen.

Hans Werner Aufrecht zeigte sich nicht begeistert. "Die Verantwortlichen haben doch seit Jahren gewusst", wundert sich der Vorsitzende der ITR, "dass sie ein Oval bauen. Warum fällt denen jetzt erst ein, dass sie kein geschultes Personal haben, um darauf Rennen veranstalten zu können?"

Denn Aufrecht sieht den Hauptgrund für das Ausweichen auf die Grand-Prix-Strecke des EuroSpeedway nicht darin, dass Teams und Fahrer nicht bereit gewesen seien er hat klare Versäumnisse beim Veranstalter ausgemacht.

Also beim ADAC Berlin-Brandenburg, der als sportlicher Ausrichter für die DTM-Rennen am ersten September-Wochenende verantwortlich zeichnet. Doch so sieht Gerhard Gottlieb, das für den Motorsport verantwortliche Vorstandsmitglied beim ADAC Berlin-Brandenburg, die Dinge nicht: "Dass ein Oval gebaut wird, war klar. Dass im nächsten Jahr Rennen auf diesem Oval stattfinden, war ebenfalls klar", berichtigt der Berliner. "Aber alles andere war ein Schnellschuss. Der Gedanke, schon in diesem Jahr auf dem Oval zu fahren, war spannend aber man muss ihn auch zu Ende denken."

Weder an der Strecke noch seitens der Veranstalter steht die Infrastruktur für ein Oval-Rennen im Jahr 2000. "Es war nie geplant, schon in diesem Jahr ein Oval-Rennen zu haben", erklärt Detlef Kramp, der Generalsekretär des Deutschen Motorsport-Bundes (DMSB). "Bei einer Besichtigung hat man die Idee kurzfristig geboren aber man war sich zwischen ITR und DMSB immer einig, dass man nur fahren würde, wenn alle Voraussetzungen geschaffen sind."

Das war und ist nicht der Fall: Die Strecke wurde erst wenige Wochen vor dem DTM-Termin fertig, nämlich gerade jetzt. "Es geht im Wesentlichen darum, dass man keine Testerfahrung hat", umreißt Kramp. "Man kann erst sehr kurzfristig testen das hängt mit den baulichen Maßnahmen zusammen." Der Versuch, den DTM-Tross zu Oval-Probefahrten nach Homestead in Florida zu transportieren, scheiterte an der Finanzierung. Hans Werner Aufrecht schiebt dennoch die Schuld an der Oval-Absage dem Veranstalter und der Betreibergesellschaft zu. "Wenn ich einen neuen Prüfstand bauen lasse, dann lasse ich meine Techniker doch nicht erst Wochen später schulen, damit die den bedienen können", argumentiert der H.W.A.-Firmenbesitzer.

Der Vergleich hinke, findet EuroSpeedway-Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer: "Von uns ging keiner davon aus, dass in diesem Jahr schon gefahren wird. Die Idee kam von der ITR wir haben sie nur begrüßt. Wenn die ITR das machen möchte und die Infrastruktur stimmt, dann wäre das eine tolle Geschichte gewesen." Aber an der Infrastruktur fehlt noch einiges. Als Beispiele führte Fischer den noch um 3,10 Meter zu kleinen Sicherheitszaun an, der erst zur nächsten Saison auf US-Standard erhöht wird. Und: "Wir haben ja noch nicht mal die Pick-Ups der Streckensicherung und die Düse", die das Oval bei Regen quasi trocken föhnt. "Der typische Starterturm auf der Außenseite der Start-und-Ziel-Geraden fehlt ebenfalls noch. All das kommt erst im nächsten Jahr."

Ebenso wie die Ausbildung der Streckenposten. Der ADAC Berlin-Brandenburg hat seit eineinhalb Jahren neue Posten angeworben und jetzt für den Einsatz auf und neben der Piste ausgebildet. "Aber nur für die Rundstrecke", betont Gottlieb. "Es gibt ja vom DMSB noch gar keine Statuten fürs Oval."

Der Verband denkt sogar darüber nach, dass die Fahrer für ihre Auftritte im Oval eine Extra-Lizenz benötigen was in den USA Standard ist. Kramp: "Ich will gar nicht verhehlen, dass es für alle Neuland ist. Wir werden auch interne Tests machen, um unsere Erfahrungen zu sammeln. Wir möchten die Vorbereitung so seriös gestalten, dass wir nachher nicht nachbessern müssen."

Diese Tests waren offenbar ebenso immer für die Winterpause angesetzt wie die Ausbildung der Streckenposten. Deren verantwortliche Leiter sollen laut Gottlieb entweder noch im Herbst oder aber spätestens im Frühjahr 2001 zu umfassenden Lehrgängen in die USA geschickt werden. "An reinen Streckenposten rund um die Strecke braucht man bei Oval-Rennen nicht annähernd so viele Leute", vergleicht der ADAC-Gewaltige. "Aber dafür arbeitet man viel mehr mit Abschlepp- und Bergefahrzeugen. Für die braucht man mehr geschultes Personal."

Bleibt zum Schluss nur die Frage, weshalb der ADAC Berlin-Brandenburg und die EuroSpeedway-Geschäftsführung DTM-Akteure wie Fans bis jetzt in der Hoffnung gelassen haben, dass auf dem Oval gefahren werden könnte.

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