"Die Jungs sind sehr diszipliniert." | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-07-07 16:45:53

"Die Jungs sind sehr diszipliniert."

Das behauptet Harald Grohs von den Fahrern der neuen DTM. Grohs, früher selbst in der DTM aktiv, pilotiert auf dem Norisring in der Einführungsrunde zum Rennen das Führungsfahrzeug. Für die beiden Läufe hofft er, "dass es in der Spitzkehre nicht zum großen Crash kommt".

"Die letzten 500 bis 800 Meter sind heikel", behauptet Harald Grohs, "die Fahrer müssen dann auf die richtige Position." Die haben die DTM-Piloten während der Einführungsrunde dann wieder einzunehmen, wenn ein Streckenposten das Schild mit der Aufschrift "Grid" heraushält. Das wird auf dem Norisring auf der Gegengeraden hinter der großen Steintribüne der Fall sein. Ab dem Moment müssen die Fahrer analog der Startaufstellung in Zweierformationen nebeneinander Richtung Startlinie fahren; dabei diktiert der Trainingsschnellste das Tempo – bis zum Fallen der Startflagge. "Die vorderen Startreihen sind nicht das Problem", weiß Grohs, "auf die Autos ab der dritten Reihe müssen wir schon genauer achten." Schmunzelnd fügt er an: "Aber ich kenne meine Schäfchen, ich kenne die Tricks."

Kann man wohl sagen: Schließlich ist Harald Grohs gegen den einen oder anderen der heutigen Piloten selber gefahren. Von 1984 bis 1990 war Grohs in der DTM aktiv, immer im BMW, nur ein Jahr, 1986, in einem Ford Sierra. Und Grohs hat DTM-Geschichte geschrieben, denn er war der erste Sieger – damals am 11. März 1984 beim Premierenrennen im belgischen Zolder. Sieben Siege verbuchte Grohs insgesamt, und 1984 und 1985 war er Dritter in der Meisterschaft. 1997 hat er seine Karriere als "Berufsfahrer" (O-Ton Grohs) beendet. Nur einmal im Jahr gönnt sich der mittlerweile 56-Jährige eine Ausnahme von der selbst auferlegten Regel – beim 24 Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, bei dem er die beiden letzten Jahre jeweils den dritten Platz belegte.

Für den Job im Führungsauto hat die ITR mit Harald Grohs also einen höchst erfahrenen Mann engagiert, einer, der "mit allen Wassern gewaschen ist", wie er sich selbst definiert. Die Aufgaben im Pace Car teilt sich der Essener mit Dieter Glemser, ebenfalls Ex-Rennfahrer und bis letztes Jahr als Koordinator im Tourenwagen-Sport von Mercedes-Benz tätig. Einmal pilotiert Grohs das Führungsauto und dann überwacht Glemser die Meute dahinter (wobei er mit Rennleitung und Starter in Funkkontakt steht), das andere Mal ist es dann umgekehrt. Auf dem Norisring sitzt Grohs wieder am Steuer, diesmal eines Mercedes-Benz CLK.

Falls sich die Autos kurz vor der Freigabe zum Rennen fahrend nicht richtig einordnen, kann der Mann mit der Fahne im Pace Car den Startvorgang abbrechen und eine weitere Einführungsrunde dranhängen. Dazu ist es bisher nicht gekommen. "Die Jungs sind sehr diszipliniert", lobt Grohs, wie er überhaupt bei den Piloten der neuen DTM ein hohes Maß an Sportlichkeit und Fairness festgestellt hat: "Trotz aller Härte, die diese Leistungsdichte einfach mit sich bringt, habe ich bislang keine vorsätzlichen Fouls oder Böswilligkeiten beobachten können." Auch die Kollision zwischen Bernd Schneider und Eric Helary in Oschersleben stempelt Grohs "als ganz normalen Rennunfall" ab.

Allerdings hat Harald Grohs für die beiden Rennen auf dem Norisring einen großen Wunsch. Wenn er mit dem Führungswagen hinter der Dutzendteichkurve Richtung Boxengasse abbiegt und das Feld der 19 DTM-Autos dem Starter Roland Bruynseraede überlässt, hofft er, "dass es nicht gleich in der ersten Spitzkehre zum großen Crash kommt". Besser noch: "Dass alle Autos die ersten beiden Runden ohne Unfall überstehen." Das kann nur gut sein für zwei spannungsgeladene Läufe, die Grohs und mit ihm die vielen, vielen Fans auf der Steintribüne und vor den Fernsehern am Sonntag erwarten.

Die Frage, wer seiner Ansicht nach am Ende der zwei 44 Runden-Rennen die Nase vorn haben könnte, beantwortet Harald Grohs mit einer Gegenfrage: "Warum sollte Opel nicht noch mal gewinnen?" Opel habe mehr Topspeed, Mercedes-Benz sei ein bisschen besser auf der Bremse, analysiert der Experte, es werde aber auf jeden Fall knapp. So wie der Routinier die neue DTM bislang erlebt hat, könnte es dabei wieder auf die letzten 500 bis 800 Meter ankommen – dann vor dem Fallen der Zielflagge.

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