Drei Fahrer über die Herausforderung Zandvoort | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-07-01 09:30:00

Drei Fahrer über die Herausforderung Zandvoort

  • Dreier-Interview mit António Félix da Costa, Mike Rockenfeller und Gary Paffett
  • Gary Paffett: „Das Gute ist, dass es eine Rennstrecke der alten Schule ist.“
  • Mike Rockenfeller: „Meine Lieblingsrennstrecke.“
  • António Félix da Costa: „Es ist eine Strecke mit Charakter, und das unterscheidet Zandvoort von den meisten anderen Rennstrecken.“

Vom 15. bis zum 17. Juli gastiert die DTM zum fünften Saisonwochenende auf dem Circuit Park Zandvoort. Die 24 Tourenwagen von Audi, BMW und Mercedes-AMG werden sicherlich – ganz im Stile der bisherigen Saison - für reichlich Spektakel sorgen. Viele DTM-Fahrer bezeichnen Zandvoort als ihre Lieblingsstrecke und einige von ihnen haben besonders gute Erinnerungen an den Dünenkurs in den Niederlanden. So sicherte sich der Deutsche Mike Rockenfeller 2013 in Zandvoort vorzeitig den DTM-Titel. Der Portugiese António Félix da Costa feierte dort im Vorjahr seinen ersten Rennsieg in der DTM. Der Brite Gary Paffett gewann das Rennen dreimal und gehört damit zu den erfolgreichsten Fahrern an der niederländischen Küste. DTM.com hat mit allen Dreien im Vorfeld des fünften DTM-Wochenendes gesprochen. Im Interview sprechen sie unter anderem über den speziellen Reiz des Kurses und ihre Lieblingsstellen – sowohl auf, als auch neben der Strecke.

Was ist das erste, was euch einfällt, wenn ihr ‚Zandvoort’ hört?
António Félix da Costa:
„Der Strand.“
Mike Rockenfeller: „Meine Lieblingsrennstrecke.“
Gary Paffett: „Es gab Zeiten, da habe ich den Kurs gehasst. Gleichzeitig habe ich ihn aber habe ich ihn auch geliebt. Das Gute ist, dass es eine Rennstrecke der alten Schule ist - ohne asphaltierte Auslaufzonen. Wer einen Fehler macht, wird bestraft. Das ist die Herausforderung und der Grund, warum ich eigentlich so gerne dort fahre.“

Gary, damit bist du einer der wenigen, die sagen, sie haben die Strecke auch gehasst. Die meisten Fahrer bezeichnen Zandvoort ja als ihren Lieblingskurs...
Gary Paffett:
„Ich habe die Strecke gehasst, als ich dort viele Unfälle baute. Ich glaube, ich habe dort zwei Jahre in Folge ziemlich negative Erfahrungen gemacht. Es gab ein Jahr in der Formel 3, in dem ich gleich in beiden Rennen einen Unfall hatte. Damit hätte ich fast den Titel verloren. In der DTM hatte ich eine Kollision mit Kristensen und 2012 habe ich dort den Titel verloren, nachdem ich von der Strecke gerammt wurde. Es ist also sicherlich nicht nur eine Liebesbeziehung.“

António, der Strand ist sicherlich schön. Aber, du wirst in Zandvoort ja auf dem Asphalt statt im Sand ‚spielen’. Was hälst du von der Strecke?
António Félix da Costa:
„Tatsächlich ist es, wie Gary sagt: Lange, asphaltierte Auslaufzonen – die meisten Rennstrecken entwickeln sich aktuell in diese Richtung. Natürlich macht das die Strecken sicherer, was an sich eine gute Sache ist, aber dadurch kann man sich auch mehr Fehler erlauben, und das ist in Zandvoort nicht der Fall. Es ist vergleichbar mit Suzuka in der Formel 1, wo Fahrer im ersten oder zweiten Freien Training von der Strecke abkommen, weil sie Fehler machen. So sollte es meiner Meinung nach auch sein. In Zandvoort sieht man während des Rennens auch regelmäßig Unfälle, da die Strecke einfach keine Fehler verzeiht. Das wollen die Zuschauer sehen. Wenn ich meine eigenen Leistungen in Zandvoort betrachte, dann war ich in meinem ersten Jahr wohl der langsamste Fahrer auf der Strecke, aber im Vorjahr habe ich gewonnen. Aus fahrereischer Sicht, ist es wohl der spaßigste Kurs im gesamten Rennkalender. Und weil ich hier gewonnen habe, gilt das für mich natürlich umso mehr!“

Was war das für ein Gefühl, endlich den lang ersehnten ersten DTM-Sieg in der Vorsaison einzufahren?
António Félix da Costa:
„Es war schon toll, dass wir überhaupt punkten konnten. Wir waren zuvor schon häufig dicht dran, aber aus verschiedenen Gründen hatte es nicht funktioniert. Und dann plötzlich der Sieg, das war natürlich der Hammer! Der erste Sieg in der DTM ist etwas besonderes, ein Gefühl, das die anderen Jungs hier schon lange kennen. Wenn man als junger Fahrer gerne in die Formel 1 will, aber es ergibt sich nicht, dann ist die DTM eine hervorragende Alternative. Im gleichen Anruf, in dem ich erfuhr, dass ich nicht in der Formel 1 fahren würde, hat man mir einen Fahrerplatz in der DTM zugesichert, über den ich mich sehr gefreut habe. Für mich ist diese Aufgabe inzwischen zur Normalität geworden, trotzdem es ist immer etwas Spezielles, in dieser Serie zu fahren. Wenn man dann noch ein Rennen gewinnt, umso mehr!“

Mike, du hast in Zandvoort 2011 erstmals ein DTM-Rennen gewonnen. Noch wichtiger war aber  wohl der zweite Platz im Jahr 2013, der dir zum DTM-Titel reichte, oder?
Mike Rockenfeller:
„Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich unabhängig von den Ergebnissen gerne in Zandvoort fahre. Mein erster Sieg und der vorzeitige Titelgewinn sind natürlich etwas ganz Besonders. Aber auch bei mir sind nicht alle Erinnerungen positiv: 2014 hatte ich den Sieg eigentlich schon in der Tasche. Dann kam eine Safetycar-Phase, die mir das Rennen ruinierte. Ich landete weit abgeschlagen im Feld. Aber, Zandvoort ist eine Strecke, auf der ich weiß, dass ich immer um den Sieg mitfahren kann. Der Strand, die Atmosphäre, die vielen Fans, die ganze Umgebung... Für mich gehört Zandvoort sicherlich zu den Strecken, auf denen die DTM auch zukünftig jedes Jahr fahren sollte. Egal, welchen Fahrer man fragt: alle fahren sie gerne in Zandvoort.“

Zandvoort ist das DTM-Rennen außerhalb von Deutschland mit der längsten Historie: Seit 2001 fuhr die Serie jedes Jahr auf dem Dünen-Kurs. Eine gute Sache?
Gary Paffett:
„Es kommen immer viele Zuschauer. Für mich ist Kurve 7 die geilste Kurve der ganzen Saison. Man kommt mit Vollgas über die Kuppe, das Auto ist unruhig, und dann muss man einlenken, aber man kann gar nicht weit in die Kurve hineinsehen. Jedes Mal, wenn man die Kurve richtig erwischt, fühlt man sich als Rennfahrer unheimlich toll. Es gibt aber in Zandvoort keine Kurve, die einfach ist, sie haben alle ihre Tücken: Unebenheiten, manche Kurven fallen ab,  an machen Stellen liegt Sand oder Schotter auf dem Asphalt. Und dann noch die Einfahrt der Boxengasse: Eine schwierigere Einfahrt gibt es auf keiner anderen Strecke! In Zandvoort ist nichts einfach, aber genau deswegen mögen alle den Kurs.“
António Félix da Costa: „Es ist eine Strecke mit Charakter, und das unterscheidet Zandvoort von den meisten anderen Rennstrecken.“
Mike Rockenfeller: „Und wir dürfen den Sand nicht vergessen. Gerade am Ende eines Tages, besonders wenn es windig war, muss man gut darauf achten, nicht zu weit von der Ideallinie abzukommen, denn daneben gibt es so viel Sand auf dem Asphalt. Die letzte Kurve ist auch immer eine Herausforderung: Mit Vollgas über Start-Ziel, und dann mit Hilfe von DRS beim Anbremsen der Tarzankurve überholen. Dafür braucht es keine künstlichen Anpassungen an der Strecke!“

Welcher Streckenabschnitt gefällt euch am Besten?
Mike Rockenfeller:
„Die schnelle Rechtskurve nach der Steigung auf der Düne. Auch die vorletzte Kurve ist toll, und die erste Kurve, in der die Strecke abfällt.“
António Félix da Costa: „Die gleichen Stellen, die Mike genannt hat. Aber, eigentlich hat jede Kurve etwas Spezielles, sogar die Schikane.“
Gary Paffett: „Für mich auch Kurve 7, aber mir gefällt auch Kurve 2 recht gut. Irgendwie erwische ich die in der Regel gut, während viele andere dort Schwierigkeiten haben.“
António Félix da Costa: „Dort erwische ich immer den Randstein an der Innenseite.“
Gary Paffett: „Genau, das meine ich. Aber es ist eine tolle Kurve.“

Gibt es abseits der Rennstrecke noch Stellen in Zandvoort, wo ihr gerne Zeit verbringt?
Mike Rockenfeller:
„Am Strand, keine Frage.“
Gary Paffett: „Center Parcs, der Ferienpark neben der Rennstrecke. Kein Witz: Die Rennen in Zandvoort sind oft in den Sommerferien, und dann kommt meine Familie gerne mit. Mit dem Strand in der Nähe ist Zandvoort eine tolle Location für einen Besuch. Das heißt: Wenn das Wetter mitspielt, was in nicht immer der Fall ist. Schließlich liegt Zandvoort nicht so weit von Großbritannien weg.“
António Félix da Costa: „Die Streckennähe zum Zentrum finde ich sehr gut. Heutzutage sind Rennstrecken meistens weit von Ortschaften entfernt. In Zandvoort hingegen kann man abends mal auswärts essen oder noch auf einen Drink gehen - das gefällt mir.“
Gary Paffett: „Es gibt ein italienisches Restaurant am Ende einer Promenade mit Geschäften. Dort hängt das Lokal voll mit Fotos von Rennfahrern. Da gehe ich jedes Jahr mindestens einmal hin.“
Mike Rockenfeller: „Oh ja, das Lokal kenne ich auch. Es ist immer schön, irgendwo zu sein, wo sich die Menschen für den Rennsport begeistern. Ich freue mich schon sehr auf Zandvoort!“

 

 

 

 

 

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