DTM Barcelona: Die Analyse Teil 1 | DTM.com | Die offizielle Webseite
2008-09-22 11:30:00

DTM Barcelona: Die Analyse Teil 1

DTM Barcelona: Die Analyse Teil 1

Die DTM biegt langsam aber sicher auf die Zielgerade der Saison 2008 ein. Diese Spannung war beim neunten Lauf des Jahres auf dem Circuit de Catalunya deutlich zu spüren. Tabellenführer Timo Scheider hat erkannt, dass er fortan nicht mehr um jeden Preis gewinnen muss. Aus dem Kreis der Verfolger kristallisiert sich Paul di Resta heraus, der alles daransetzt, den Tabellenführer aus dem Audi-Lager noch abzufangen. Mitten im Geschehen sicherte sich DTM-Rekordchampion Bernd Schneider seine 25. Pole-Position und fuhr im Rennen auf einen achtbaren dritten Rang. Nach vermeidbaren Aktionen haben sich zwei Titelaspiranten selber aus dem Favoritenkreis katapultiert: Jamie Green und Mattias Ekström. Dtm.com hat die Leistungen aller 19 DTM-Fahrer und ihrer Teams genau unter die Lupe genommen, analysiert und benotet.

Paul di Resta (4 / 8 / 5 / 3 / 4 / 1): Vor dem Rennen belegte Paul punktgleich mit Green Platz zwei in der Fahrerwertung. Mit seinem zweiten Saisonsieg hat er deutlich gemacht, dass er Scheiders Verfolger Nummer eins ist. Gewissenhaft bereitete er sich in den beiden Tests und dem Freien Training vor. Im Qualifying fuhr er zwar die schnellste Rundenzeit, allerdings nur im mittleren Shoot-Out-Abschnitt. Im dritten Teil gelang ihm keine perfekt Runde. Den Makel „Startplatz drei“ merzte er jedoch bereits beim Rennstart aus. Er schoss nach vorne und reihte sich hinter Scheider auf Platz zwei ein. Diesen legte er sich rundenlang zurecht und entschied im 19. Umlauf das Rennen zu seinen Gunsten.
Note 1

Timo Scheider (1 / 7 / 4 / 2 / 9 / 2): Timos Traum, der DTM-Titel 2008, ist zum Greifen nah und auch in Barcelona bewies der Wahlösterreicher Nervenstärke. In der heißen Phase der Saison gilt es, Punkte zu sammeln und dies hat er mit Platz zwei beim neunten Lauf auch getan. Von Position zwei aus in das Rennen gestartet, übernahm die Audi-Speerspitze zunächst die Führung. Als di Resta ihn unter Druck setzte, erkannte er schnell, dass es sich nicht lohnt, die Führung mit Händen und Füßen zu verteidigen. Timo ließ seinem Wiedersacher den nötigen Raum zum überholen und fuhr ohne jeden Druck Platz zwei nach Hause. Sieben Punkte Vorsprung auf di Resta bei noch zwei verbleibenden Rennen sind eine gute Ausgangsposition. Angreifen müssen die anderen.
Note 1

Bernd Schneider (12 / 9 / 6 / 1 / 3 / 3): Damit hatte wohl niemand gerechnet: Bernd sicherte sich überraschend in Barcelona Startplatz eins. In seinem 25. Motorsportjahr war es die 25. DTM-Pole für den DTM-Rekordchampion. Bis zu diesem Zeitpunkt war er kaum merklich in Erscheinung getreten, denn beim Thema Mercedes-Benz standen die beiden Titelkandidaten Paul di Resta und Jamie Green im Mittelpunkt. Den Start verpatzte Bernd und reihte sich hinter Scheider und di Resta ein. Von da an war es ein kontrolliertes Rennen. Eine ordentliche Strategie und zwei perfekte Boxenstopps taten ihr Übriges, so dass der Podiumsrang niemals in Gefahr geriet. Eine beeindruckende Vorstellung – mit dem Altmeister ist nach wie vor immer zu rechnen.
Note 2

Martin Tomczyk (11 / 11 / 3 / 4 / 7 / 4): Martin kehrt voller Erwartungen an den Ort seiner großen Triumphe zurück. In Barcelona stand der Rosenheimer die letzten zwei Jahre auf der Pole-Position, 2006 feierte er hier seinen ersten Sieg. Ein perfekter Ort also, um nach einer durchwachsenen Saison neuen Mut zu schöpfen – und dies gelang Martin auch weitestgehend. Startplatz vier liegt bei der Leistungsdichte in der DTM im Soll. Im Rennen konnte sich der Audi-Fahrer zunächst auf Platz drei vorschieben, diesen jedoch bereits in der ersten Runde nicht vereidigen. Aufgrund abbauender Reifen war es Martin in der Schlussphase nicht möglich anzugreifen. Platz vier ist zwar nicht das Topergebnis, was er sich in Barcelona erhofft hatte, geht aber in Ordnung.
Note 3

Mike Rockenfeller (5 / 3 / 7 / 7 / 11 / 5): Mike war über das gesamte Rennwochenende stark unterwegs. Mit Ausnahme des Warm-Ups am Sonntagmorgen war er stets bester Jahreswagenfahrer – vor allem auch dann, wenn es darauf ankam. Von Position sieben aus nahm „Rocky“ das Rennen in Angriff und stürmte noch vor der ersten Kurve bis auf Platz fünf nach vorne und hielt diesen Rang bis zu den ersten Boxenstopps souverän. Eine Schrecksekunde erlebte der junge Audi-Fahrer, als beim zweiten Stopp die Tankkanne stecken blieb und er sie nur mit einigen beherzten Schlenkern am Ende der Boxengasse abschütteln konnte. In der Schlussphase lag er auf Platz sieben und profitierte am Ende von den Vorkommnissen zwischen Ekström und Green. Eine tolle Leistung.
Note 2

Alexandre Prémat (14 / 6 / 12 / 8 / 14 / 6): Das Barcelona-Wochenende brachte für Alexandre einen Aha-Effekt. Hatte er bisweilen nicht selten das Nachsehen hinter seinem schnellen Teamgefährten Oliver Jarvis, lief auf dem Circuit de Catalunya nahezu alles perfekt. Der Franzose setzte bereits im Qualifying einen Glanzpunkt, als er zum ersten Mal in diesem Jahr in den dritten Shoot-Out-Abschnitt kam. Im Verlauf des Rennens arbeitete er sich von Position acht gestartet bis an seinen Markengefährten Rockenfeller heran, fand jedoch keinen Weg vorbei. Eine ordentliche Leistung die für sein kommendes Heimspiel in Le Mans hoffen lässt.
Note 2

Ralf Schumacher (17 / 16 / 16 / 17 / 19 / 7): Mit einem Schlag verdreifachte Ralf in Barcelona sein Punktekonto. Auch wenn es zunächst gar nicht danach aussah, beendete er den neunten Lauf des Jahres als bestplatzierter Fahrer einer 2007er AMG Mercedes C-Klasse. Ralf kennt den Circuit de Catalunya nach unzähligen Formel-1-Tests und Rennen wie seine Westentasche, allerdings nur die Grand-Prix-Variante des Kurses. Auf der Kurzanbindung fand er keine ordentliche Abstimmung. Von Platz 17 aus gestartet fuhr er ein unspektakuläres Rennen und hielt sich aus allen Rangeleien heraus. Dass ihn diese Taktik bis auf Platz sieben nach vorne spülen würde – damit hatte er selber wohl kaum gerechnet. Eine gute Leistung.
Note 2

Jamie Green (7 / 10 / 11 / 5 / 5 / 8): Vor dem Barcelona-Rennwochenende war Jamies Welt noch in Ordnung. Er belegte Platz zwei in der Meisterschaft, punkgleich mit seinem Teamgefährten Paul di Resta. Es war klar, dass sich beim neunten Lauf einer der beiden Mercedes-Benz-Youngster herauskristallisieren würde. Zu Jamies Leidwesen war es jedoch di Resta. Im Qualifying kam der Brite über Platz fünf nicht hinaus. Beim Start musste er sich zudem hinter Rockenfeller einreihen, während di Resta vorne an der Spitze fuhr. Eine perfekte Strategie brachte ihn zumindest bis auf Platz fünf nach vorne, durch das Duell mit Ekström in der letzten Runde war das Rennen – vor allem um den Titel – dann aber praktisch gelaufen. Müßig nun einen Schuldigen zu suchen, die Rennleitung bestrafte beide Fahrer.
Note 5

Oliver Jarvis (9 / 4 / 9 / 11 / 8 / 9): Ein durchwachsenes Wochenende für Oliver und doch in gewisser Weise Klagen auf hohem Niveau. Zu achtbar hatte sich der DTM-Rookie aus Großbritannien in diesem Jahr geschlagen, als ob er sich über Platz neun in Barcelona noch freuen könnte. Zumeist hatte nämlich in diesem Jahr er die Nase vor seinem Teamgefährten Prémat. In Spanien war es andersrum – vor allem dann, wenn es darauf ankam. Startplatz elf war keine gute Ausgangsposition für das Rennen. Auch im Verlauf des neunten Saisonlaufes konnte er sich nicht entscheidend in Szene setzen, wenn auch sein persönliches Tempo im Rennen okay war. Für eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse handelte er sich zu allem Überfluss eine Durchfahrtsstrafe ein. Jetzt gilt: Barcelona schnell vergessen und für die zwei verbleibenden Rennen nach vorne schauen.
Note 4

Christijan Albers (10 / 14 / 14 / 12 / 12 / 10): Platz zehn im zwei Jahre alten Audi A4 DTM – Christijan hat in Barcelona das Maximum herausgeholt. Im Qualifying erreichte er problemlos die zweite Runde und legte dann noch einmal nach. In den bisherigen Rennen hatte er nicht selten auf einen zweiten Angriff verzichtet, um Reifen zu sparen. Die Entscheidung war richtig, denn Startplatz zwölf war bei den Gegebenheiten top. Im Rennen konnte er den Speed von Paffett und Jarvis zunächst mitgehen, mit seinem letzten Satz Reifen war es dann aber nicht mehr möglich anzugreifen. Trotzdem lässt Platz zehn aufhorchen – abwarten, was Christijan in den verbleibenden zwei Rennen noch zu leisten imstande ist.
Note 2

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