DTM Nürburgring – die Analyse Teil 1 | DTM.com | Die offizielle Webseite
2008-07-28 12:30:00

DTM Nürburgring – die Analyse Teil 1

DTM Nürburgring – die Analyse Teil 1

Das Rennwochenende auf dem Nürburgring wird als eines der kuriosesten und spannendsten Rennen in die Geschichte der DTM eingehen. Sowohl das Qualifying als auch das Rennen selbst waren von äußerst schwierigen Witterungsbedingungen geprägt. Neben dem Speed kam es auf der Traditionsrennstrecke vor allem darauf an, zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. Am Ende siegte Bernd Schneider mit einer geballten Erfahrung aus 231 DTM-Rennen. dtm.com hat die Leistung des DTM-Rekordchampions und der weiteren 18 Werksfahrer von Audi und Mercedes-Benz und deren Teams unter die Lupe genommen und analysiert.

VIDEO336#Bernd Schneider (12 / 11 / 3 / 6 / 8 / 1): Ihn hatte wohl keiner so richtig auf dem Plan. Nach 43 Runden auf dem Nürburgring war jedoch allen klar, dass man Bernd nie abschreiben darf – mit ihm ist einfach immer zu rechnen. Bei sinnflutartigen Regenfällen in der ersten Qualifyingsession sicherte sich der Saarländer Startplatz sechs und eine gute Ausgangsposition für das Rennen, auch wenn er das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte. Im Rennen spielte Bernd dann seine gesamte Routine aus, überließ Paffett und di Resta den Großteil der Führungsarbeit und blieb mit schnellen und konstanten Rundenzeiten in Schlagdistanz. Am Ende wurde abgerechnet. Der DTM-Rekordchampion kalkulierte knallhart und entschied sich, trotz einsetzenden Regens auf Slicks zu bleiben. Die Rechnung ging auf und er feierte seinen 43. DTM-Sieg, auf den er mehr als ein Jahr hatte warten müssen. Eine astreine Leistung von „Rain-Man“ Schneider.
Note 1

Paul di Resta (5 / 3 / 10 / 12 / 9 / 2): Nach Startplatz 12 hatte Paul das Rennwochenende in der Eifel fast schon abgeschrieben. Doch der Schotte steckte den Kopf nicht in den Sand und zeigte im Rennen eine starke Leistung. Bereits aus der ersten Runde kehrte er als Zweiter zu Start-Ziel zurück und schob sich in Runde acht an Paffett im Jahreswagen vorbei. Das Geheimnis des Erfolges war die richtige Reifenwahl, die ihm im Verlauf des Rennens einen sicheren Vorsprung einbrachte. In der Schlussphase ging Paul dann auf Nummer sicher und wechselte auf Regenreifen. Er fiel bis auf Rang sechs zurück und startete eine eindrucksvolle Schlussoffensive. Ekström, Paffett und Green überholte er innerhalb von sechs Runden und schloss bis auf 5,764 Sekunden auf Schneider auf.
Note 2

Jamie Green (4 / 5 / 4 / 13 / 2 / 3): Jamie hatte sich für das Rennen auf dem Nürburgring viel vorgenommen und stellte seinen Kampfeswillen vom ersten Test an unter Beweis. Mit Ausnahme des Qualifyings rangierte er mit schnellen Rundenzeiten stets in der Spitzengruppe. Das Qualifying geriet für den Engländer dann zur Farce. Startplatz 13 war das Ergebnis einer Lotterie. Im Rennen stürmte auch Jamie nach vorne, allerdings nicht so schnell und konsequent, wie seine Mercedes-Benz-Mitstreiter Schneider und di Resta. Letzterem musste er sich in Runde 41 im direkten Duell geschlagen geben. Trotzdem ist Platz drei nach dem schlechten Qualifying mehr als nur Schadensbegrenzung.
Note 2

Gary Paffett (14 / 14 / 15 / 4 / 15 / 4): Gary startete mit mäßigen Zeiten in das Rennwochenende. Im Qualifying zeigte er dann souverän, dass ihm selbst die widrigsten nichts anhaben können. Startplatz vier glich fast schon einer Sensation, nach Aussage des Briten wäre vielleicht sogar die Pole drin gewesen. Im Rennen stürmte Gary dann in der ersten Runde an die Spitze, stellte sich dann aber als Teamplayer in den Dienst der Mannschaft. Di Resta und Schneider konnte er nicht halten. In der Schlussphase verzichtete er bei einsetzendem Regen auf einen dritten Boxenstopp. Unter Umständen hat er dadurch eine mögliche Podiumsplatzierung verschenkt. Jedoch muss man sich bei Gary stets vor Augen halten, dass er in einem Jahreswagen sitzt, auch wenn dies auf dem Nürburgring nicht immer den Anschein machte.
Note 2

Timo Scheider (2 / 2 / 5 / 9 / 6 / 5): Timo hatte bei seinem Heimspiel jede Menge Dusel. Nach sehr guten Platzierungen am Freitag verpasste er im Qualifying den richtigen Zeitpunkt anzugreifen. Das Resultat war ein neunter Startplatz. Dass es am Ende doch noch zur Verteidigung der Tabellenführung gelangt hat, ist Timos Kampfgeist zu verdanken. In der Einführungsrunde erkannte er, dass die Wahl von Regenreifen absolut daneben war. Er steuerte unmittelbar seine Box an und hetzte dem Feld aus der Boxengasse gestartet hinterher. Das Rennen war ein hartes Stück Arbeit, der Wahlösterreicher fuhr aus eigener Kraft in die Punkteränge. In Runde 38 stoppte er erneut, wechselte auf Regenreifen und schob sich in den letzten Runden an Spengler und Ekström vorbei auf Platz fünf. In der Tabelle büßte er so auf Verfolger Green lediglich einen Punkt ein, mit vier Punkten Vorsprung geht es Ende August nach Brands Hatch.
Note 2

Mattias Ekström (3 / 4 / 8 / 5 / 3 / 6): Aus eigener Sicht war das Rennen auf dem Nürburgring für Mattias eine riesige Enttäuschung. Alle im Rennen vor ihm platzierten Fahrer konnten sich verbessern – Eki ist der erste Pilot, der gegenüber dem Qualifying eine Position einbüßte. Wie Teamgefährte Scheider, startete der Schwede nach einer falschen Reifenwahl vor dem Rennen aus der Box – sein ordentlicher fünfter Startplatz war dahin. Im Rennen arbeitete er sich Platz um Platz nach vorne – Scheider stets im Schlepptau. Doch während dieser am Ende auf Regenreifen setzte, blieb Eki mit Slicks auf der Strecke. Die Entscheidung war falsch, denn er hatte in den letzten Runden Paffett, di Resta und Scheider nichts entgegen zu setzen.
Note 4

Bruno Spengler (6 / 2 / 2 / 16 / 1 / 7): Langsam aber sicher schwinden Brunos Titelchancen. Der Franko-Kanadier konnte einem schon fast leid tun, denn es war deutlich zu sehen, dass sein Setup im Qualifying für den starken Regen absolut ungeeignet war – die Fahrt glich einem halbwegs kontrollierten Drift. So brachte der Abbruch für Bruno auch keinen Unterschied, denn mit Platz 16 in der ersten Session war für ihn das Qualifying ohnehin beendet – ein herber Rückschlag. Auch im Rennen konnte er nicht wie seine Teamgefährten nach vorne stürmen. Gegen Rennende hätte ein Wechsel auf Regenreifen vielleicht noch etwas gebracht – auf diesen verzichtete Bruno jedoch. So blieben nach einem durchwachsenen Nürburgring-Wochenende zwei magere Punkte für Platz sieben.
Note 4

Ralf Schumacher (16 / 6 / 11 / 7 / 5 / 8): Der Nürburgring scheint ein gutes Pflaster für Ralf zu sein: Nicht nur einen Grand-Prix-Sieg sicherte sich der Kerpener am Ring – auch bei seinem ersten DTM-Auftritt in der Eifel lieferte er ein tadelloses Wochenende ab und sicherte sich sein bisher bestes Qualifying und Rennergebnis. Bei extrem schwierigen Bedingungen qualifizierte er sich im ersten Durchgang als Siebter und damit für das Weiterkommen in Runde zwei. Im Rennen machten Ralf und sein Team alles richtig, und er fuhr bei wechselhaftem Eifelwetter konstant schnell und sicher ins Ziel. Lohn für die Mühen war Platz acht und der erste DTM-Punkt seiner Karriere.
Note 2

Markus Winkelhock (7 / 10 / 12 / 11 / 14 / 9): Pech für Markus im Qualifying: Als Achter in Q2 hatte er den Einzug in die dritte Qualifying-Session vor Augen, am Ende blieb ihm Startplatz elf aus dem ersten Durchgang. Doch es kam noch schlimmer. Nach falscher Reifenwahl steuerte er bereits nach der Einführungsrunde die Box an, um auf Slick-Reifen zu wechseln und musste aus der Boxengasse starten. Insgesamt fuhr Markus drei Mal an die Box, um sich neue Reifen aufziehen zu lassen.. Nach einem Verbremser hatte Winkelhock Glück, als er in der Mercedes-Arena zwar in die Auslaufzone, aber nicht in das Kiesbett rutschte. Als Neunter war Winkelhock bester Audi-Jahresewagenfahrer.
Note 3

Mathias Lauda (17 / 16 / 19 / 14 / 18 / 10): Nach schwachem Start in der Eifel ein versöhnliches Rennergebnis – wenn auch ohne Punkte. Das Qualifying beendete er als 14. Aus der siebten Startreihe machte Mathias das Beste aus den Möglichkeiten, hielt sich gegen Rennende sogar auf Slicks tapfer auf der Strecke und zumindest in der Nähe der Punkteränge. Ansonsten eher unauffällig.
Note 3

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