Ein desillusionierter Jäger | DTM
2000-08-05 17:26:27

Ein desillusionierter Jäger

Gerade bei seinem "Heimrennen" wollte Thomas Jäger, der gebürtige Chemnitzer mit Wohnsitz München, eine besonders gute Figur abgeben. Im Zeittraining jedenfalls ist dem Mercedes-Piloten dies gründlich misslungen – nur Startplatz 16. Aber auch der gibt eine Perspektive: "Es kann nur besser werden."

Thomas Jäger hockte auf einer Werkzeugkiste und wirkte reichlich desillusioniert. Die Ergebnisliste führte den 23-jährigen Mercedes-Piloten am Ende des einstündigen Zeittrainings auf Rang 16. "Was soll ich dazu sagen?", sinnierte er und zuckte einfach nur mit den Schultern. Startplatz 16 - so weit hinten stand Jäger in der DTM bislang noch nie. In Hockenheim war er Siebter im Qualifying, in Oschersleben Elfter, auf dem Norisring Achter.

Startplatz 16 – und das ausgerechnet beim "Heimrennen" des gebürtigen Chemnitzers, der heute in München lebt. "Natürlich habe ich mir gerade für die Rennen auf dem Sachsenring besonders viel vorgenommen", gab Jäger zu und orakelte. "Es ist wie verhext – gerade hier läuft es überhaupt nicht."

Das Schlimmste für ihn war: Er hatte keine plausible Erklärung dafür parat, woran es genau lag. "Wenn wir das wüssten, dann könnten wir bis morgen noch was ändern", erklärte der DTM-Rookie. Weshalb er sich in einer ersten kurzen Analyse auf die Aussage festlegte: "Es liegt am Fahrer, nicht am Auto."

Fast schien es so, als ob sich Jäger in seiner alten Heimat auf einen 13. Platz eingeschossen hätte. Diese Position hatte er nämlich sowohl beim gestrigen Test als auch in den beiden freien Trainingssitzungen eingenommen. Aber die Dreizehn brachte ihm kein Glück. Mit einer Rundenzeit von 1.19,989 Minuten rutschte er mit dem Mercedes-Benz CLK noch um drei Ränge ab – hinter ihm nur noch die drei Abt-Audi TT-R. Ganz schön frustrierend.

Viermal hatte er im Qualifying einen Anlauf für eine schnelle Runde gestartet, jedes Mal mit neuen Reifen, "aber es war nie eine entscheidende Verbesserung drin", ärgerte sich Jäger und behauptete: "Ich hätte es auch noch ein fünftes Mal probiert." Aber der Reifensatz war nicht vorgeheizt. "Beim fünften Versuch wäre ich vermutlich auch nicht weiter nach vorne gekommen", übte sich Jäger derweil in Selbstkritik.

Und morgen? "Ist ein anderer Tag", kontert der Mercedes-Fahrer und sagt, was man in solchen Situationen immer gerne sagt: "Es kann nur noch besser werden." Also: neues Spiel, neues Glück. Gerade von Letzterem wird er einiges in Anspruch nehmen müssen: "Nur wenn vor mir einiges passiert, kann ich nach vorne kommen. Ein Crash vielleicht?" Das hofft Thomas Jäger natürlich nicht ernsthaft, weshalb er seine Ambitionen für die Rennen auch nicht allzu hoch schraubt: "Im Grunde genommen kann ich froh sein, wenn ich einen Punkt hole."

Gelegenheit, weiter über solch trübe Aussichten nachzudenken, hatte Thomas Jäger nach dem Zeittraining zunächst einmal nicht: Zahlreiche Fans warteten auf Autogramme, und ein paar Bekannte aus Chemnitz führte er in die Geheimnisse seines DTM-Rennboliden ein. Vielleicht ist er dabei für sich ja auch noch fündig geworden.

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