Ekström: „Manchmal wäre ich gerne etwas wilder“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-08-19 07:45:00

Ekström: „Manchmal wäre ich gerne etwas wilder“

Ekström: „Manchmal wäre ich gerne etwas wilder“

187 DTM-Rennen, 22 Siege, 75-mal auf dem Podium, 88% Zielankünfte und 2 DTM-Titel. Die Bilanz von Mattias Ekström in der DTM, der auch aktuell die Gesamtwertung anführt, kann sich sehen lassen. Das Rennen in Zandvoort hat der Schwede bereits viermal gewonnen und an der niederländischen Nordseeküste 2002 auch sein erstes DTM-Rennen überhaupt . DTM.com blickt mit „Eki“ zurück auf seine 16 Jahre in der DTM und fragt ihn nach seinem Erfolgsrezept.  

Du hast 2002 in Zandvoort dein erstes DTM-Rennen gewonnen. Was hast Du an diesen besonderen Moment für Erinnerungen?

An das Rennen selber kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Aber an den Abend danach. Natürlich war das ein schönes Gefühl. Es war ein besonderes Kapitel in meiner DTM-Laufbahn.

Das ist schon deine 16. Saison in der DTM. Du warst zweimal Erster, dreimal Zweiter, dreimal Dritter, in der Gesamtwertung nie schlechter als Achter. Wie machst Du das?

Das ist eine gute Frage. Immer kämpfen, egal ob es gut oder schlecht läuft. Immer versuchen, sich zu verbessern. Das ist der Schlüssel. 

‚Go hard or go home’, steht auf deinem Helm, ist das dein Erfolgsrezept?

Zu einem großen Teil trifft das zu. Das ist ja meine Lebenseinstellung. Ich kenne das nur so. Warum sollte ich es dann anders machen?

16 Jahre in einer Rennserie ist ein langer Zeitraum. Hast Du dich in dieser Zeit als Mensch und/oder Rennfahrer in irgendeiner Weise verändert?

Wahrscheinlich relativ viel. Aber die größten Veränderungen finden ja gefühlt neben der Strecke statt. Was meinen Fahrstil angeht, da ist wenig passiert.

Gibt es einen anderen Fahrer der Dich in der Zeit beeindruckt hat?

Ich versuche von allen Fahrern zu lernen. Ich glaube, das ist mein größter Vorteil. Dadurch werde ich ja auch besser. Es gibt viele, die mich mit gewissen Leistungen beeindruckt haben. Aber ich würde jetzt keinen nennen wollen.

Wie würdest Du deinen Fahrstil bezeichnen? Kontrolliert, riskant, oder eine Mischung aus beidem?

Ich bin nicht der Typ, der viel riskiert. Ich fahre eher kontrolliert. Für die Sicherheit ist es gut. Ich würde mir manchmal wünschen, dass ich etwas wilder wäre. Man kann nie gleichzeitig schwarz und weiß sein.

Wobei Du bekannt dafür bist, auf der Strecke schon mal gerne das eine oder andere Gefecht mit den Fahrerkollegen auszutragen…

Das hat ja nichts mit meinem Fahrstil zu tun. Sondern da geht es um Positionskämpfe im Rennen.

Deine Mutter Agneta hat Dir schon in jungen Jahren das Fahren beigebracht. Du bist immer durch die Wälder von Krylbo gedriftet…

Diese freie Erziehung im Auto habe ich sehr genossen. Da denke ich gerne dran zurück, das hat mir später geholfen.

Welcher Ekström ist deiner Meinung nach schneller, der von 2002 oder der von 2017?

Der von 2002. Der war harmloser. Er hatte nicht so hohe Ansprüche an das perfekte Setup. Schnauze halten und fahren, egal mit was, das war seine Einstellung. Und heute sind meine Ansprüche an das Auto relativ hoch. Ich habe eine andere mentale Einstellung. Erfahrung bringt viel, aber nicht alles.

In der schwedischen Heimat bist du der „Nice Guy“, würdest Du damit konform gehen?

Als Privatperson würde ich sagen: Ja. Allgemein würde ich wahrscheinlich nicht als Nice Guy in Erinnerung bleiben. Aber, die Menschen, die mich persönlich besser kennen, denke ich, sind der Meinung.

Dein Vater Bengt hat dich mal mit Michel aus Lönneberga verglichen. Ein Schlitzohr mit dem Schalk im Nacken. Stimmt das?

Papa hat das eigentlich nicht oft gesagt. Er hat aber oft zu mir gesagt, dass ich ein bisschen wild bin. Ich habe aber zum Beispiel in meinem Leben noch nie einen Menschen gehauen. Das würde ich auch nie machen. Aber, ich habe Leute ausgetrickst, wahrscheinlich mehr als der Durchschnitt.

Du bist ein bodenständiger Mensch. Hat dich das Penthouse und die Yacht in Monaco nie gereizt?

Nicht so wirklich. Ich glaube, derjenige der gelernt hat, mit weniger klarzukommen, der hat mehr vom Leben.  

Hast Du Dir schon mal Gedanken zu deinem Karriereende gemacht? Was sind deine Pläne?

Gedanken habe ich mal so und mal so. Konkrete Pläne habe ich keine. Momentan bin ich sehr fokussiert. Ich würde dieses Jahr gerne meinen dritten Titel holen und dann schauen wir mal, was nächstes Jahr kommt.

Wie schätzt Du deine Chancen an diesem Wochenende ein, ist der erste Saisonsieg fällig?

Allgemein mag ich Zandvoort. Durch die neue Safety-Car-Regelung kann so viel passieren, was man selbst nicht in der Hand hat. Chancen haben wir auf jeden Fall. Am Ende gehört auch immer Glück dazu. Hätte, wäre, wenn, das gibt es ja nicht. Aber wir haben in Moskau und Budapest geführt. Von der Leistung her waren wir gut genug, um die beiden Rennen zu gewinnen. 

Es gibt momentan drei Titelkandidaten, Du als alter Hase, Lucas Auer, der junge Wilde, und René Rast, der forsche Rookie. Wer macht letztlich das Rennen?

Für so eine Aussage, ist es immer noch viel zu früh. Meine Liste ist länger. Auf der sind vor diesem Wochenende zehn Namen, die ersten zehn der Meisterschaft. Nach Zandvoort geht es von zehn auf acht runter. Ab jetzt kannst Du nach jedem Wochenende zwei abziehen. 

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