Ekströms Norisring-Bilanz: Massig Kritik und keine Punkte | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-06-30 12:45:00

Ekströms Norisring-Bilanz: Massig Kritik und keine Punkte

Mattias Ekström

Er bestach im Qualifying und setzte sich im Rennen die Pappnase auf. Tags darauf meldete er sich eindrucksvoll zurück und hatte doch den kürzesten Arbeitstag aller DTM-Piloten. Nein, der Norisring und Mattias Ekström sind auch im Jahr 2016 keine großen Freunde geworden. Gleiches trifft vorerst auch auf den sozialen Status zu Robert Wickens und Christian Vietoris zu. Am Sonntagabend war die persönliche Bilanz des Schweden ernüchternd. Der Mann im vermeintlich schnellsten Auto des Wochenendes verließ Nürnberg mit null Punkten, dafür aber mit jeder Menge Kritik im Gepäck. „Wir können stolz darauf sein, dass wir so schnell waren. Das Ergebnis aber, ist alles andere als lustig“, resümierte der 37-Jährige. Ekströms viertes DTM-Wochenende der Saison 2016 – ein turbulentes Schauspiel in vier Akten.

Erster Akt – das Qualifying am Samstag: 48,144 Sekunden – endlich erste Startreihe, der zweite Platz. Ekström ist geradezu beseelt, hatte er an den drei Wochenenden zuvor noch in keinem Qualifying glänzen können. Platz sieben am Lausitzring war das beste Resultat. Freudestrahlend feixt er mit Pole-Sitter Christian Vietoris und kann das Rennen kaum noch erwarten: „Christian ist einer von den Guten, wir haben uns immer faire Rennen geliefert. Dann stehen hinter mir auch noch Jamie, Robert und Bruno – alles Kollegen die ich sehr schätze und mit denen die Kämpfe auf der Strecke sehr viel Spaß machen. Ich freue mich riesig auf das Rennen.“

Zweiter Akt – das Rennen am Samstag: Der Schwede erwischt einen guten Start, verteidigt seinen zweiten Startplatz gegen Robert Wickens und macht seinerseits mächtig Druck auf Vietoris. Die Aussichte auf den ersten Sieg in Nürnberg pumpt offensichtlich jede Menge Adrenalin durch seinen Körper, was sich in der Folge als nicht gerade förderlich herausstellt. In der achten Runde will er es erstmals wissen. Mit Vollgas und Lichthupe setzt er vor der Grundig-Kehre zur Attacke auf Vietoris, verspekuliert sich beim Anbremsen und wird zu weit nach außen getragen. Wickens bedankt sich, fährt innen vorbei und erobert sich den zweiten Platz. Zwölf Runden später verkalkuliert sich Ekström erneut – mit bitteren Folgen für alle Beteiligten. Völlig übermotiviert attackiert er Wickens vor der Grundig-Kehre auf der Innenseite, verkeilt sich mit dem einlenkenden Wickens und knallt zudem noch ins Heck des führenden Vietoris. Das Aus für Ekström und Wickens, Vietoris schleppt sich am Ende auf Platz zehn ins Ziel.
„Völlig übermotiviert. Dafür habe ich null Verständnis. Insbesondere, wenn sich dieser Jemand im Vorfeld zum Moralapostel aufschwingt, andere aufgrund ihrer Fahrweise beschuldigt und beleidigt.“ (Ulrich Fritz, Mercedes-AMG DTM Teamchef); „So viel Blödheit sieht man selten. Das war von der unnötigsten Sorte überhaupt“ (Streckensprecher Peter Reichert); „Er ist ein Idiot! Mattias hat mich abgeschossen. Das hat er schon mit vielen Fahrern in diesem Jahr gemacht.“ (Robert Wickens) Nur drei Beispiele, für zahlreiche ähnliche Reaktionen – Vietoris fand in der ARD-Übertragung wohl die deutlichsten Worte - auf Ekströms Manöver. Die Sportkommissare ordneten als Bestrafung an, dass der Audi-Pilot in der Startaufstellung am Sonntag um drei Plätze noch hinten versetzt wird. Ekström selbst versucht sich zunächst nur bei Vietoris zu entschuldigen - stieß dort aber auf taube Ohren – und verteidigt seine Aktion gegen Wickens. Später gesteht er ein: „Ich habe mir selbst eine Pappnase aufgesetzt. Ich kann mit Kritik umgehen. Ich kann gut austeilen, aber auch gut einstecken.“

Dritter Akt - das Qualifying am Sonntag: Die Ereignisse des Vortags hat Ekström offensichtlich gut verdaut. 47,804 Sekunden – die schnellste Runde des Wochenendes und die theoretische Pole-Position. Aufgrund der Strafe wird er jedoch vom vierten Platz hinter Tom Blomqvist, Paul Di Resta und Nico Müller ins Rennen starten. „Gestern war es eine große Enttäuschung. Ich wollte so gerne gewinnen und habe zu viel gewollt. Heute habe ich mich sehr darauf gefreut, wieder ins Auto zu steigen und wir hatten eine wirklich gute Pace“, sagt Ekström.

Vierter Akt – das Rennen am Sonntag: Als das Feld nach dem Start erstmals die Grundig-Kehre durchfährt, kommt es zum leichten Kontakt zwischen Ekström und Wickens. „Ich habe zunächst gedacht, dass ich mir vielleicht einen Flick beschädigt hätte“, sagt Ekström später. Das Problem war jedoch weitaus schwerwiegender – demolierter Kühler und das Aus in der ersten Runde. „Das war eine wirklich doofe Berührung. Als ich aufs Schöller-S zufuhr wusste ich, dass das Rennen vorbei ist.“

Die Schlussworte des Hauptdarstellers: „Ich habe schon schlimmere Dinge erlebt. Sport bleibt Sport. Und was den großen Sportler groß macht, sind nicht seine Siege. Sondern Rückschläge, nach denen man wieder aufsteht und weiterkämpft. Jetzt werde ich mich ein wenig erholen und in Zandvoort wieder angreifen. Nachdem wir zu Beginn des Jahres schlechte Qualifyings und gute Rennen hatten, hier am Norisring nun gute Qualifyings und schlechte Rennen, ist das Ziel klar: In den ausstehenden zehn Rennen wollen wir gute Qualifyings und gute Rennen abliefern.“ 

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