"Erstaunlich welch gute Rundenzeiten möglich sind" | DTM
2002-07-13 10:34:55

"Erstaunlich welch gute Rundenzeiten möglich sind"

Stefan Mücke gehört zu den Jungstars der deutschen Motorsportszene und hat mit 20 Jahren bereits eine Bilderbuchkarriere hinter sich. Der Berliner startet am Wochenende zum ersten Mal mit der DTM bei seinem "Heimrenen" auf dem Lausitzring. Im Interview spricht der Mercedes-Benz-Werkspilot über seinen Weg in Europas hochkarätigste Tourenwagenserie, seine Eindrücke aus den ersten fünf Saisonrennen und über seine Pläne für die Zukunft.

Für die meisten jungen Talente im Motorsport wäre ein Werksvertrag bei Mercedes-Benz ein absoluter Traum. Wie bist Du dazu gekommen?
Sicherlich ist das auf meine Erfolge in der BMW Formel ADAC 1998 zurückzuführen, als ich als Debütant mit 15 Siegen in 20 Rennen den Meistertitel holte. Da sind die wichtigen Leute auf mich aufmerksam geworden und ich bekam Anfang 1999 einen Vertrag bei Mercedes. Das war ein wichtiger Schritt in meiner Entwicklung. Ohne die Unterstützung von Mercedes hätte ich auch nicht in der Formel 3 fahren und in den folgenden drei Jahren so gut abschneiden können.

Du triffst auf Superstars im Tourenwagen. Bernd Schneider, Manuel Reuter, Laurent Aiello und jetzt Jean Alesi. Hast Du vor diesen Fahrern großen Respekt oder spornt Dich das an?
Namen und Erfolge der Konkurrenz spielen für mich keine Rolle. Gegen solche Größen des Motorsports zu fahren, ist ein harter Wettkampf. Aber den gibt es überall im Motorsport, zum Beispiel auch in der Formel 3. Da ist es nicht wichtig, wie die Konkurrenten heißen, sondern dass man sich ein Ziel setzt, sich durchsetzen und selbst Respekt verschaffen muss, um sein eigenes Ziel zu erreichen.

Hat sich Dein Leben als Werksfahrer geändert?
Ja, ich muss mehr Pressetermine und Veranstaltungen von Mercedes wahrnehmen. Zudem ist das Pensum, das ich in Sachen Fitnesstraining zu absolvieren habe, erheblich größer geworden. Aber sonst ist alles ähnlich wie in den Jahren zuvor.

Wie wurdest Du bei Mercedes-Benz im Team aufgenommen?
Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich bin ja seit 1999 im Junior-Team von Mercedes. Das hat sich alles sehr gut entwickelt. Ich kenne die Leute also schon einige Jahre. Es besteht ein sehr gutes Verhältnis.

Wie sieht der Tagesablauf eines Rennprofis aus? Wie viel Zeit bleibt Dir noch privat?
Mein Tagesablauf ist sicherlich etwas anders als bei anderen Fahrern. Jeden Morgen klingelt um sechs Uhr der Wecker, aber ehe ich aufstehe, ist es meist Viertel vor Sieben. Danach geht es am Vormittag entweder zum Konditionstraining oder zum Krafttraining ins Fitness-Studio. Viel und gern fahre ich mit meinem Kanu auf dem Teltow-Kanal, denn beim Paddeln werden vor allem die Muskeln geschult, die ich auch als Rennfahrer brauche, zum Beispiel in den Armen zum Lenken. Dann helfe ich noch meist in Papas Firma und schraube an seinen Rennwagen. Vor 20 Uhr gehe ich auch nicht nach Hause. Da bleibt nicht viel Zeit für Privates. Das ist auch okay so, denn aus meinem Hobby wurde mein Beruf. Ich bin fast 40 Wochenenden im Jahr unterwegs. Das erste freie Wochenende seit März hatte ich in diesem Jahr Mitte Juni. Aber das ist kein Problem für mich.

Was fasziniert Dich an den DTM-Boliden besonders?
Für das Gewicht und die Leistung des Autos ist es schon erstaunlich, wie viel Grip es auf der Piste hat und welch gute Rundenzeiten möglich sind. Der Fahrspaß ist da, auch wenn der Stil anders ist als im Formelauto. In der DTM gibt es sehr viele Zweikämpfe, bei denen der Kontakt nicht ausbleibt. Das war am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Doch damit komme ich jetzt klar.

Wenn Du an Deine Zukunft denkst, welche Ziele hast Du mittel- und langfristig?
Auf jeden Fall will ich meine Karriere als Profi-Rennfahrer im Motorsport fortsetzen. Und wie schon gesagt, die Formel 1 ist noch im Hinterkopf. Doch jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf meine derzeitige Aufgabe DTM. Dort will ich mich gut etablieren und möglichst Plätze unter den besten zehn Fahrern erreichen. Die bisherige Saison hat ja schon gezeigt, dass ich das schaffen kann, wenn noch das gewisse Quäntchen Glück hinzu kommt. Wichtig ist in diesem Jahr für mich vor allem, viel zu lernen, viele Erfahrungen zu sammeln und dies in den Rennen umzusetzen. Spätestens im nächsten Jahr will ich dann vorn in den Punkterängen mitfahren.

Tickets 2019

Tickets 2019

Jetzt Tickets für die DTM-Saison 2019 im Vorverkauf bestellen.

Zur Übersicht

Zur Übersicht.

Bosch

DTM.tv

Action pur und gute Unterhaltung: Bewegende Bilder rund um die DTM.

Mehr sehen