Experten-Tipp: Klaus Ludwig setzt auf BMW und Glock | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-09-08 16:30:00

Experten-Tipp: Klaus Ludwig setzt auf BMW und Glock

Experten-Tipp: Klaus Ludwig setzt auf BMW und Glock

Klaus Ludwig gilt bis heute als erfolgreichster Tourenwagenfahrer und wird deshalb auch als „König Ludwig“ bezeichnet. Der gebürtige Bonner begann seine DTM-Karriere 1985 in einem Ford Sierra. 36 Mal stand er ganz oben auf einem DTM-Siegerpodest. Alleine 14-mal am Nürburgring. Dreimal holte er sich den Gesamtsieg: 1988 im Ford, 1992 und 1994 im Mercedes-Benz. Mit 50 Jahren gewann Ludwig im Jahr 2000 im Mercedes-Benz beide Läufe auf dem Sachsenring und verewigte sich als ältester Rennsieger in den DTM-Geschichtsbüchern. Vor den beiden Rennen am Wochenende auf der Eifelstrecke sprach DTM.com mit Ludwig, der bei den Tourenwagen Classics selber nochmal ins Lenkrad greifen wird.

Wie hast Du den bisherigen Saisonverlauf erlebt? Welche Tops und Flops gab es aus deiner Sicht?

„Wir haben einen neuen Star in der DTM namens René Rast. Leider hat er auch ein paar Fehler gemacht, dadurch ist er nicht ganz so dominant, wie es am Anfang aussah. Zu Beginn gab es mit Lucas Auer einen weiteren neuen Star. Da habe ich schon gedacht, er macht einen Durchmarsch. Das war Wahnsinn. Er wird seinen Weg in die Formel 1 machen. Das hat sich aber auch ein bisschen relativiert in den letzten Rennen. Und dann haben wir leider das unsägliche Thema Zusatzgewichte. Hoffentlich werden diese im nächsten Jahr abgeschafft. Ich glaube, selbst der Marke, die am Wochenende auf dem Nürburgring am meisten davon profitieren wird, nämlich BMW, wird das auch nicht schmecken. Man will ja nichts geschenkt bekommen. Damit ist keiner im Motorsport richtig glücklich. Das beste Auto hatte für mich bis jetzt klar Audi. Es ist auf jeder Strecke super schnell. Das sieht man auch anhand der Erfolge. Aber auf dem Nürburgring fahren die Audis wahrscheinlich unter ferner liefen, aufgrund dieser unsäglichen Zusatzgewichte. In dem Rahmen geht das nicht mehr. Aber, was die Vermarktung angeht und die Nähe zu den Fans, da ist die DTM weit vorne. Da wird ein guter Job gemacht.“

Hat die DTM nach dem Ausstieg von Mercedes deiner Meinung nach noch eine Zukunft?

„Ich habe mich über die Zusage von Gerhard Berger sehr gefreut. Er ist ein Garant für die Zukunft der Serie. Es gibt den einen oder anderen Hersteller, der in Le Mans nicht mehr mitturnen will. Die Zukunft ist mit den 2 Liter-Turbo-Motoren ja auch schon ein bisschen umrissen, weniger Aerodynamik und einfachere Autos. Ich bin zuversichtlich, dass er noch eine dritte oder vielleicht sogar eine vierte Marke finden wird. Das alles wird dazu beitragen. Dann hat die DTM noch eine tolle Zukunft. Sie hätte es auf jeden Fall verdient. Vielleicht wird sich Mercedes in drei Jahren ärgern, dass sie nicht mehr mit dabei sind. Denn die Plattform ist nach wie vor geil.“

Es gibt diesen schönen Satz: Früher war alles besser. Würdest Du das im Hinblick auf die DTM unterstreichen?

„Nein, früher war alles anders. Das einzige was besser war, war, dass die Marke Opel eine lange Zeit mitgemacht hatte. Opel ist eine Marke für die Massen und zog massenhaft Zuschauer an. Das war eine tolle Zeit. Aber es war nicht alles perfekt. Ich musste beispielsweise auch jahrelang mit Zusatzgewichten durch die Gegend fahren. Damals war das noch viel eklatanter. Da hat keiner drüber sprechen dürfen. Das konnte sich keiner wirklich vorstellen. Wenn ich 50 Kilogramm mehr im Auto hatte, haben mich die Zuschauer alle ausgepfiffen und gesagt, der kann es nicht mehr. Aus heutiger Sicht weiß jeder, mit 50 Kilo kannst du nicht mehr vorne mitfahren. Da bist du der Tod im Apfelbaum.“

Als „König der Nordschleife“ kannst Du uns vor den DTM-Rennen am Wochenende sicher etwas Fundiertes zum Nürburgring sagen…

„Ich muss ganz ehrlich sagen, diese Grand-Prix-Strecke, vor allem die Kurzanbindung, die jetzt gefahren wird, ist nicht mein Favorit. Ich liebe flüssige, schnelle Strecken wie Silverstone oder Spa. Das habe ich aber dem Architekten schon vor 30 Jahren gesagt, dass das für mein Dafürhalten nicht die allergeilste Erfindung ist. Aber, man muss damit leben. Man könnte die gesamte Schleife fahren, das war eine Zeitlang nicht gewollt, weil man die Autos öfter an den Haupttribünen vorbeifahren sehen wollte. Aber, das ist ja alles Kokolores. Wir brauchen spannende Kurven. Vielleicht kann man ja mal mit den Betreibern des Nürburgrings reden, dass man die eine oder andere Ecke noch einbaut. Man könnte zum Beispiel im Bereich Hatzenbach-Bogen noch eine ganz interessante Kurvenkombination einbauen, die das Ganze spannender macht. So wie es jetzt ist, ist Überholen fast unmöglich. Das ist nicht so prickelnd. Aber, wenn wir zum Sachsenring rüber schauen, da ist alles limitiert. Die Tests, die Lautstärke und, und, und. Deshalb sind wir froh, dass wir den Nürburgring haben.“

Wie sehen deine Prognosen aus? Wer gewinnt am Wochenende und wer wird Champion?

„Wer Champion wird, das kann man überhaupt noch nicht sagen. Am Wochenende wird BMW sehr stark sein. 25 Kilo weniger, sind 25 Kilo weniger. Wenn man sich dann nicht selber schlägt, wegen 450 Gramm Restbenzin, dann hat man wahnsinnig gute Karten. Was mir gut gefallen hat, ist, dass Timo Glock sich so weiterentwickelt hat. Er ist endlich zu einem Spitzenfahrer in diesem Auto geworden. Ich finde ihn unglaublich sympathisch. Ihn kennt man auch in Deutschland als ehemaligen Formel-1-Fahrer. Das wird heiß.“

Du fährst bei den Tourenwagen Classics mit einem Mercedes 190 Klasse 1 gegen ehemalige Kollegen wie Christian Danner, Volker Strycek oder Roland Asch. Was hast Du dir für das Rennen vorgenommen?

„Wir fahren miteinander, nicht gegeneinander. Da gibt es null Competition. Wenn mein Auto gut läuft, dann werden wir schon gut aussehen, so wie ich das Auto aus der Vergangenheit kenne. Markus Wüstefeld, dem das Auto gehört, ist ein großer Enthusiast. Wir werden sehen, wer am Abend den Champagner trinkt. Ralph Bahr, der die Serie unter anderem managt, wollte schon seit einem Jahr, dass ich mal mitfahre. Jetzt habe ich ihm den Wunsch erfüllt. Und ich freue mich drauf.“ 

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