Gigantismus in der Lausitz | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-08 17:21:39

Gigantismus in der Lausitz

Die Bauarbeiten am EuroSpeedway im Süden Brandenburgs sind fast fertig. Knapp vier Wochen vor dem Gastspiel der DTM auf dem Ovalkurs, der lange Zeit als Lausitzring bekannt war, stehen nur noch kleine Retuschen an. Ein Besuch auf der Großbaustelle zeigt: Zwischen Berlin und Dresden entsteht ein neues Paradies für den deutschen Motorsport.

Von den Fans wird einiges verlangt. Wer auf den Klappstühlen im oberen, überdachten Teil der Haupttribüne Platz nehmen möchte, der sollte schwindelfrei sein. Denn die riesige Tribüne ragt 34,65 Meter in den Himmel über dem neuen EuroSpeedway Lausitz – wie der viel diskutierte und oft angezweifelte Lausitzring offiziell heisst, seit die CART-Organisation ihr Kommen für 2001 zugesagt hat. Die 10 800 Metallstühle, gestylt im Design einer überdimensionalen schwarz/weiss-karierten Flagge, kauern eng aneinander, die Sitzreihen klettern im steilen Winkel in Richtung des massiven Dachs.

Deutschlands erste Ovalrennstrecke ist fertig. Bis zur offiziellen Eröffnung am 20. August beackern die Bauarbeiter auf dem 367 Meter großen Areal im ehemaligen Braunkohle-Abbaugebiet, das für den motorsportlichen Teil der insgesamt 570 Hektar großen Anlage reserviert ist, nur noch den letzten Feinschliff. Die drei verschiedenen Rennstrecken und die Hochbauten sind längst fertig.

Das EuroSpeedway setzt neue Maßstäbe. Ein 3,2 Kilometer langes Oval mit drei Kurven, die am steilsten Punkt um zehn Grad überholt sind, eine eingebettete Version für Motorradrennen – und die 4,5 Kilometer lange Kombination aus Oval und Infield-Geschlängel, die am ersten September-Wochenende von den Akteuren der DTM befahren wird, sind fertig asphaltiert, die Kerbs im Infield schon eingelassen. Die mit 15 Meter ungewöhnlich breit ausfallende Boxengasse, die in zwei Gebäude unterteilten 55 Boxen, das riesige Fahrerlager und die 368 Meter lange Haupttribüne bilden eine Fläche von 90 000 Quadratmetern – ideale Voraussetzungen für ein spektakuläres Gastspiel der Deutschen Tourenwagen Masters.

Insgesamt sind in der Lausitz etwa 310 Millionen Mark verbaut worden – 241 Millionen Mark kommen aus Subventionstöpfen der öffentlichen Hand. Mehrere Male mussten die Besitzverhältnisse wechseln, ehe die Bau- und Projektgesellschaft der Bankgesellschaft Berlin schließlich die Weichen in den langwierigen Genehmigungs-, aber auch Finanzierungsverfahren stellen und die Bauarbeiten endlich zielführend vorantreiben konnte. Unter der Leitung von Frank Herdmann wurde nicht nur die Finanzierung gestemmt, sondern auch ein wirtschaftliches Konzept erarbeitet, das die Formel 1 nicht zwingend vorsieht, rebellische Anwohner beruhigt und das Layout der Anlage an die Anforderungen des modernen Automobilsports angepaßt.

Seit Hans-Jörg Fischer, der ehemalige PR-Chef vom Nürburgring, sich als Geschäftsführer für die Betriebs-GmbH verdingte, wurde die Theorie auch zur Praxis. Der umtriebige Fischer ist kein Freund zurückhaltender Worte: "Wir wollen die Nummer 1 werden – nicht nur in Deutschland, sondern in Europa." Fischer verweist stolz, dass die Fans von 100 000 der insgesamt 120 000 Plätze die komplette Strecke einsehen können – inklusive des Infield-Geschlängels. Die Besucher, die auf den blauen Sitzen im unteren Bereich der Haupttribüne hocken, sehen den Teil im inneren Bereich zwar nicht – sitzen dafür aber näher am Geschehen als irgendwo sonst: Die erste Sitzreihe ist gerade mal drei Meter von der Start/Ziel-Geraden entfernt – Rennsport zum Greifen nahe.

Auch wenn die DTM bei ihrem ersten Auftritt in der Lausitz nicht auf dem Oval fährt, sollten sich die Fans das erste September-Wochenende dick im Kalender anstreichen. Einziger Pferdefuß: Das EuroSpeedway ist nicht einfach zu erreichen. Es liegt 133 Kilometer südlich von Berlin – oder 66 Kilometer nördlich von Dresden – an der Autobahn A13, die zu allem Überfluß teilweise noch im Originalzustand aus DDR-Zeiten belassen wurde.

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