Green, der Ritter der traurigen Gestalt | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-09-24 17:45:00

Green, der Ritter der traurigen Gestalt

Green, der Ritter der traurigen Gestalt

Audi war bei den beiden DTM-Rennen in Spielberg übermächtig. Auf dem Red Bull Ring gingen beide Pole-Positions und alle sechs Podestplätze an diesem Wochenende an die Piloten aus Ingolstadt. Für das Finale in Hockenheim haben sich die Audi-Fahrer damit eine ausgezeichnete Ausgangslage erarbeitet. Mattias Ekström, der am Sonntag Fünfter wurde, führt das Klassement mit 172 Punkten vor dem sonntäglichen Sieger René Rast (151) und Jamie Green (137) an. Auf Rang vier liegt nach dem 16. Saisonrennen nun mit Mike Rockenfeller der vierte Audi-Pilot, punktgleich mit BMW-Fahrer Marco Wittmann. Sechster ist Mercedes-AMG-Pilot Lucas Auer (131), der ebenfalls noch rechnerische Chancen auf den Titel hat.

Der mit Abstand schnellste Fahrer des gesamten Wochenendes war Jamie Green. Der Brite schaffte das seltene Kunststück sich beide Pole-Positions zu sichern. Dennoch war er am Ende ein Ritter der traurigen Gestalt. Musste er am Samstag Mattias Ekström im Kampf um den Sieg im Sinne des Teams kurz vor Schluss des Rennens den Vortritt lassen, bremsten Green am Sonntag an erster Stelle liegend Schaltprobleme aus. Letztlich fiel er noch bis auf Platz 14 zurück. „Das war wirklich sehr schade. Ich kann nichts weiter tun, heute war einfach nicht mein Tag. Etwas spooky ist es schon – vor zwei Jahren ist mir hier in Spielberg genau dasselbe passiert. Ich lag wie heute in Führung und konnte plötzlich die Gänge nicht mehr wechseln“, so Green. Wie es wirklich drinnen in ihm aussah, konnte man nur erahnen. „Der Fahrer, der es heute am meisten verdient gehabt hätte, fehlt leider auf dem Podium“, sagte Teamkollege Nico Müller bedauernd und Leader Ekström ergänzte: „Das ist schon Hardcore. Er war brutal schnell, hatte aber kein Glück.“

Nutznießer des Pechs von Green war René Rast, der den dritten Saisonsieg auf dem Silbertablett serviert bekam. Mike Rockenfeller und Nico Müller machten das Audi-Glück komplett. „In Hockenheim kann trotzdem alles passieren. Ein kleiner Fehler oder ein Problem mit dem Auto und alles ist wieder offen“, rechnet sich Rookie Rast angesichts von nur noch 21 Punkten Rückstand auf Ekström für den Showdown noch einiges aus.

Spannung bezog der bis dahin wenig spektakuläre Rennverlauf nach 31 Runden aus einer Safetycar-Phase. BMW-Pilot Bruno Spengler drehte Lucas Auer bei seinem Heimrennen raus, worauf dieser mit beschädigtem Heck ausfiel. Nach Platz acht am Vortag reduzierten sich „Luggis“ Chancen massiv. „Das ist Rennsport. Wenn du weiter hinten im Feld steckst, kann es schon einmal vorkommen, dass du berührt wirst. Trotzdem war es cool, vor den ganzen Zuschauern hier in Österreich zu fahren", sagte Auer, aus dessen Miene die unglaubliche Enttäuschung deutlich abzulesen war. Den Re-Start kommentierte Sieger Rast wie folgt: „Das ist genau das, was man sich in dem Moment nicht wünscht wenn man einen Gap auf die Konkurrenz herausgefahren hat. Wir haben die Situation aber gut gelöst. Danach war es das gleiche Spiel wie vorher.“

Wenig amüsiert war Marco Wittmann, der nach dem Re-Start von vier auf sieben zurückfiel und sich auf der Strecke immer wieder kleine Scharmützel – vor allem mit den Audi-Piloten – lieferte. Der Titelverteidiger wirkte aber dabei wie ein einsamer Rufer in der Wüste. Auch seine mehrfach über Funk geäußerten Beschwerden über die Fahrweise seiner Gegner blieben größtenteils ungehört. Bis auf einmal, als die Rennleitung entschied, dass Ekström Wittmann wieder passieren lassen musste, da er ihn beim Re-Start zu weit von der Strecke gedrängt hatte. „Ich bin enttäuscht und sauer. Audi hat nach dem Gewichtsausgleich nun ganz klar das Auto mit der besten Rennpace im Feld. Wenn man dann die Konkurrenz noch einbremsen muss, dann ist das nicht in Ordnung. Ich bin der Typ Rennfahrer, der harte und faire Rennen sehen will. Das war leider heute nicht so“, unterstrich Wittmann, der hinter Ekström Sechster wurde, seinen Standpunkt. Der scharfe Konter blieb nicht aus. „Er sollte vielleicht mal aufhören zu jammern, ich weiß nicht, was er meint. Ich habe ihn auf der Strecke überholt, wenn er schneller ist, soll er mich zurück überholen. Das geht ja. Was soll ich dazu sagen? Ich bin es langsam leid“, diktierte Nico Müller seinem Kontrahenten in den Notizblock.

Beinahe unter ging bei diesem verbalen Schlagabtausch die sehr gute fahrerische Leistung von Gary Paffett. Der Mercedes-AMG-Pilot startete von Position sechs aus. Vor dem Re-Start war er Siebter. „Danach konnte ich mit Marco und ,Eki´ zwei Autos überholen. Durch Greens Problem kam ich als Vierter ins Ziel. Das war relativ gut. Es ist nicht ideal, aber angesichts der Pace, die wir an diesem Wochenende hatten, ist es das bestmögliche Ergebnis", gab sich der Brite bescheiden. 

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