Hungaroring-Analyse: Ein Thema für Frank Biela | DTM
2017-06-22 14:30:00

Hungaroring-Analyse: Ein Thema für Frank Biela

Hungaroring-Analyse: Ein Thema für Frank Biela

Frank Biela gewann sage und schreibe fünf Mal die 24h von Le Mans (2000, 2001, 2002, 2006 und 2007). Immer an seiner Seite waren dabei Emanuele Pirro sowie Tom Kristensen (3 Mal) und Marco Werner (2 Mal). 1991 gewann der gebürtige Neusser auf Anhieb mit einem Audi V8 die DTM. Insgesamt fuhr Biela 110 Rennen und holte neun Siege in der DTM. Am Hungaroring war der 52-Jährige am vergangenen Wochenende als Race Consultant im Einsatz. DTM.com befragte Biela nach seinen Eindrücken bei der ersten Auslandsstation.

Wie hast du die beiden Rennen am Hungaroring gesehen?

„Das Rennen am Samstag war sehr interessant, aus welchen Gründen auch immer. Das Safety-Car hat alles durcheinander gerüttelt. Das Ergebnis war dadurch aus Audi-Sicht sicher nicht wie erhofft. Der Sonntag war ein bisschen zäh, da hätte ein bisschen mehr Spannung drin sein können. Wobei man ja weiß, dass der Hungaroring nicht prädestiniert ist für Überholmanöver. Das war wie eine Prozession, die da ablief. Aus Sicht der Zuschauer war der Sonntag nicht so spektakulär wie der Tag zuvor.“

Ist der neue Indy-Car-Start Fluch und Segen zugleich?

„Das kommt darauf an, auf welcher Seite man steht. Auch ein Zuschauer wird einen bevorzugten Fahrer oder Hersteller haben, aber, wenn ich ein spannendes Rennen sehen will, ist das Segen. Da kommt dann eben schon mal die Reihenfolge durcheinander und eventuell ist der vorne, mit dem Du überhaupt nicht gerechnet hast. Wobei, wenn man von Anfang auf zwei Strategien setzt, kann man da auch dagegenhalten. Wenn man das neutral sieht. Wenn Du für Audi, BMW oder Mercedes-AMG unterwegs bist, ist es für diejenigen, in dem Fall war es Audi, die mit fünf Autos vorne standen, war es natürlich Fluch. Für Audi war das eine Katastrophe. Plötzlich war es gelaufen, das Safety-Car war draußen. Und Audi hatte den Schwarzen Peter gezogen.“

Der spektakulärste Moment des Sonntags war das Überholmanöver von René Rast gegen Mattias Ekström?

„Ja, absolut. Das war das Überholmanöver des Rennens, keine Frage. Wobei mich das nicht wirklich überrascht hat. René war das ganze Wochenende über sehr stark. Beim Boxenstopp kam dummerweise für ihn der Positionswechsel. Er konnte sich dann aber in zweiter Position zurechtlegen, wann er angreift. Und das war dann eben kurz vor Schluss. Unterm Strich war es ein verdienter Zieleinlauf.“

Kurz nochmal zu René Rast…

„Er hatte einen traumhaften DTM-Einstand beziehungsweise bisher ein sehr gutes Rookie-Jahr. Er hatte letztes Jahr in Zandvoort, als Adrien Tambay an der Hand verletzt war, schon einen guten Job gemacht. Nach vielen, vielen Anläufen und Jahren, in denen er in anderen Kategorien beweisen konnte und musste, dass er gut ist, hat er letztlich diese DTM-Chance bekommen, und das hat er sich verdient. Das macht er bisher vorzüglich. Loïc Duval tut sich zum Beispiel ein bisschen schwerer. Dass René so eingeschlagen hat, ist grandios.“

René Rast, Lucas Auer, Jamie Green und Mattias Ekström liegen innerhalb von acht Punkten als Quartett vorne. Wem traust Du am ehesten den DTM-Titel zu?

„Grundsätzlich ist das für die Meisterschaft eine tolle Geschichte. Das macht es super spannend, dass alles so eng zusammengerückt ist. Das ist schwer zu sagen. Die DTM ist unvorhersehbar. Es ist brutal eng. Wir hatten am Wochenende 18 Fahrzeuge beim Qualifying in neun Zehnteln zusammen. Wenn da die kleinste Kleinigkeit nicht stimmt, bist Du halt nicht auf P1, P2, P3 sondern auf 13, 14, 15, wenn Du Pech hast. Ich wage es zu bezweifeln, dass das jemand locker nach Hause fahren kann. Die Frage ist, wer hat als Erster einen Durchhänger, aus welchen Gründen auch immer. Wenn man sich Auer angeguckt hat in den ersten drei Rennen, da hast Du gedacht, da gibt es kein Halten mehr. Wie will man den jemals einfangen? Das sah bei den folgenden Rennen schon wieder ganz anders aus. Rast und Green waren bisher am konstantesten. Von daher könnte es durchaus sein, dass es zwischen den beiden ausgemacht wird.“

BMW liegt derzeit 110 beziehungsweise 160 Punkte hinter Mercedes-AMG und Audi zurück in der Teamwertung. Können die Münchner diese Lücke im Laufe der Saison noch schließen?    

„Man hat ja gesehen, dass sie sich schwer getan haben bisher. Das Rennen in Budapest am Samstag war zumindest mal eine kleine Wende, auch wenn diese nicht aus der reinen Performance resultierte. Ich glaube, die müssen was machen, damit sie vorne mitspielen können. Aber auch hier gilt, die DTM ist unpredictable. Das kann nächste Woche am Norisring anders aussehen. Ich würde BMW auf keinen Fall abschreiben. Egal, wie das bisher gelaufen ist, man sollte sie immer noch auf dem Zettel haben.“

Ein Drittel der Saison ist absolviert. Wie fällt dein Zwischenfazit aus?

„Ich bin positiv überrascht. Wir hatten spannende Rennen. Der Saisonstart ist sehr gelungen. Der Sonntag in Budapest war nicht ganz so prickelnd. Bis dahin war es eine sehr unterhaltsame Geschichte, die man sich gerne anschaut. Die Regeländerungen spielen dabei sicher eine große Rolle. Das scheint zu funktionieren. Die neuen Reifen rütteln hier und da schon mal was durcheinander. Alles in allem waren die ersten Veranstaltungen eine gelungene Sache. Und am Norisring machen wir so weiter, dann passt das.“

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