Jamie Green: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2015-06-23 09:45:00

Jamie Green: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“

Jamie Green: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“

50 Zähler heimste er beim vergangenen DTM-Rennwochenende ein – mehr geht nicht. Ende Mai war Jamie Green in seinem Audi RS 5 DTM nicht zu schlagen und übernahm die Führung in der Fahrerwertung. Nun geht es für den Briten auf seinem absoluten Lieblingskurs zur Sache. Am Wochenende (26. bis 28. Juni) ist der DTM-Tross in Nürnberg am Norisring zu Gast. Ein Rennen, das Green bereits vier Mal gewinnen konnte. Warum der Audi-Pilot dennoch mit ein wenig gedämpften Erwartungen an den Start geht, erzählt er im Interview.

In Deiner Zwischenbilanz nach zwei Rennwochenenden stehen drei Siege. Deine Erwartungen für das Wochenende auf dem Norisring zielen nicht auf Platz zwei ab, oder?
Jamie Green: 
Nicht nur ich, sondern Audi insgesamt hat zuletzt am Lausitzring ein Traumwochenende erlebt. Wir könnten kaum glücklicher sein. Natürlich würden wir uns freuen, wenn es so weiter geht. Aber es gibt auch einige Gründe zur Vorsicht. 

Welche denn?
Es beginnt mit den Eigenheiten der Stadtrennstrecke in Nürnberg. Am Norisring geht es um Höchstgeschwindigkeit. Das erfordert ganz andere aerodynamische Schwerpunkte als auf den Strecken, auf denen wir nur mit viel Abtrieb schnell sind. Ein weiterer Faktor ist der Erfolgsballast, den wir an Bord haben. Mein Auto wiegt 1137,5 Kilogramm. Die leichtesten Konkurrenten schleppen 32,5 Kilo weniger mit. Wir sind nur erfolgreich, wenn wir auf dem Boden bleiben und konzentriert weiter arbeiten. 

Zum Norisring hast Du ein besonderes Verhältnis. Vier Mal hast Du dort bereits gewonnen, vor einem Jahr warst Du als bester Audi-Fahrer Zweiter. Warum bist Du in Nürnberg so gut?
Mein Fahrstil ist so ausgelegt, dass ich sehr spät bremse. Das scheint sich auf der Stadtrennstrecke bei den hohen Geschwindigkeiten besonders auszuzahlen. Man muss zwischen den Mauern und Leitplanken sehr exakt fahren, konstant sein, und das 70, 80, 90 Runden lang. Der kleinste Fehler kann das Aus bedeuten, denn hier gibt es keine Auslaufzonen wie auf permanenten Kursen. 

Deine sportliche Form ist in diesem Jahr dominant. Wie erklärst Du dir die starken Ergebnisse?
Es gibt keine grundsätzliche Veränderung. Prinzipiell ist der Audi RS 5 DTM seit dem Vorjahr identisch geblieben. Wir haben die Abstimmung im Winter verfeinert, und diese technische Entwicklung kommt mir entgegen. Wir verstehen unser Auto noch besser. Aber wir dürfen nie vergessen, dass wir starke Gegner haben und sich die Tabellensituation in der DTM auch schnell wieder ändern kann. Am schönsten wäre es, die Tabelle nicht nach dem vierten Lauf anzuführen, sondern nach dem letzten.

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