Leitplanken und Lederjacken | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-09-23 11:30:00

Leitplanken und Lederjacken

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Lucas Auer ist vier Rennen vor Saisonende in der DTM der ärgste Verfolger von Mattias Ekström. Der 23-jährige Österreicher hat in Spielberg Heimspiel. DTM.com sprach mit dem sympathischen Mercedes-AMG-Piloten vor den beiden Rennen in der Steiermark. Dabei gab „Luggi“ interessante Einblicke in sein Leben auch außerhalb der Rennstrecke.   

Wenn Du dich selber klonen könntest, welche Eigenschaften von Dir würdest Du nicht mitklonen?

Ich würde mich generell geduldiger machen. Meine Ungeduld würde ich weglassen. Das würde mir mein Leben einfacher machen. Den Rest mag ich an mir.

Welchen Sport beherrschst Du gar nicht?

Tennis. Obwohl ich es immer wieder versuche. Ich bin so schlecht darin, das ist der Wahnsinn. Da werde ich so frustriert. In dem Sport wird aus mir nichts mehr. Nicht mal als Hobby.

Du hast scheinbar immer ein Lächeln im Gesicht, bist fröhlich und unbekümmert. Was sorgt bei Dir für schlechte Laune?

Da bin ich wie jeder andere auch. Normale Sachen. Wenn einmal etwas schiefgeht, wenn es nicht nach Plan läuft. Ein schlechtes Rennen oder Qualifying. Was halt so dazu gehört. Da kann man mir auch die Laune verhauen. Da bin ich halt dann zehn Minuten angefressen und gebe keine gescheiten Antworten. Das war es dann aber auch wieder. Generell versuche ich, positiv zu sein.

Ich habe gelesen, Du kannst Lederjacken nur schwer widerstehen? Stimmt das?

Generell fällt es mir schwer, wegzuschauen. Aber ich übertreibe es nicht. Ich habe immer nur eine. Die trage ich etwas länger, und dann tausche ich Sie wieder aus. Eigentlich bin ich wenig Mode interessiert. Das ist mir relativ egal. Ich finde es aber cool, wenn man ordentlich angezogen ist und wenn man am Puls der Zeit ist.

Noch eine nette Anekdote von Dir, Du hast dich auf dem Weg zu deinem allerersten DTM-Test mit einem Mietwagen in Portugal verfahren und wärest fast zu spät gekommen…

Ich bin in der Früh losgefahren. Über-, überpünktlich. Ich hatte Probleme mit meinem Navi. Ich hätte heulen können. Ich war an einem Berg. Ich wusste nicht mehr wohin, rechts, links, alles hat gleich ausgeschaut. Ich hatte immer die Zeit vor Augen, für den Test wäre es sich ausgegangen, aber ich hätte das erste Meeting verpasst. Ich hatte noch nicht mal unterschrieben. Es war ein Desaster. Dann war da ein ganz junges Mädel, aber die hat mich nicht verstanden. Plötzlich kam aber ein Bauer mit seinem Traktor und mit dem konnte ich mich verständigen. Der hat mich dann gelotst.

Privat fährst Du angeblich bei Autobahnabfahrten immer so nah wie möglich an die Leitplanke ran…  

Das mache ich immer noch. Die Leitplanke zieht mich magisch an. Du kannst zwar im Straßenverkehr nicht schnell fahren. Aber, da bin ich ein Perfektionist. Immer an der weißen Linie, spät einlenken, so nah wie möglich ran. Spielereien. Auf der Straße bin ich aber grundsätzlich relativ entspannt. Wahrscheinlich weil ich mich auf der Rennstrecke ausleben kann. 

Du jonglierst vor den Rennen, um deine Konzentration zu steigern, womit?

Das ist gut. Du wirst abgelenkt. Du musst dich drauf konzentrieren, sonst fallen Dir die Bälle runter. Ich jongliere mit allem, was ich finde. Mit Gläsern mag Mercedes aber nicht mehr so…

Ayrton Senna ist in deinem Geburtsjahr tödlich verunglückt. Ist er ein Idol für Dich?

Ja, das ist richtig. Aber ich habe mehrere Menschen, in verschiedenen Sparten zu denen ich aufschaue. „Toto“ Wolff, mein Onkel, meine Mutter, mein Bruder. Das ist nicht nur Familie, das sind alles Unternehmer. Alle haben spezielle Eigenschaften, von denen ich lernen und profitieren kann.  

Ist Gerhard Berger schon der Onkel von Lucas Auer, oder bist Du immer noch der Neffe von Gerhard Berger?

Das ist jetzt kein Schmäh. Das habe ich vorgestern das erste Mal in der Zeitung gelesen. Jetzt fangen Sie schon ein bisschen das Schwanken an (lacht). Der Gerhard muss aufpassen. Man darf aber nicht vergessen: Egal ob Gerhard oder Niki Lauda, das sind Legenden in Österreich. Für so eine Karriere musst du viel erreichen. Aber die Leute wissen mittlerweile, der „Luggi“ geht seinen eigenen Weg und das war schon immer so. Ich bin der Auer „Luggi“. Das hat mich in meinem ersten DTM-Jahr genervt, aber jetzt nicht mehr.

Worüber unterhaltet ihr Euch abseits der Rennstrecke?

Über Familiensachen. Nichts Ungewöhnliches, auch wenn man das immer denkt. Wir treffen uns bei Familienessen oder an Weihnachten. Wir haben immer viel Spaß und versuchen immer, dem anderen ein Haxerl zu stellen.

Warum nennen dich alle Luggi?

Das weiß ich gar nicht. Ich habe schon immer so geheißen. Das ist einfach mein Spitzname. Auch daheim. Lucas, wer ist das?

Vergleiche mal bitte den Lucas Auer von 2017 in der DTM mit dem von 2015...

Schon brutal. In meinem Alter machen zwei Jahre viel aus. Ich habe gelernt, wie man im Rennsport das erste Mal Geld verdient, wie es in einem Profisport in der DTM zugeht. Auch intern, bei Mercedes und HWA, mit so vielen Mitarbeitern, da werden dir die Füße geradegerichtet. Das ist wichtig fürs Leben. Ich habe mich in der Beziehung um 180 Grad verändert. Fahrerisch eigentlich sogar am wenigsten. Klar wirst du mit jeder Runde besser. Aber das ganze Drumherum hat mich reifer gemacht. Ich agiere jetzt klüger und besser. 

Beschreib uns bitte den Kurs in Spielberg in wenigen Worten?

Topspeed ist hier sehr gefragt. Dennoch brauchst du in jedem Sektor Downforce. Diese Kombination ist schon schwierig genug. Wichtig ist der perfekte Mix, die richtige Balance. Das Fahrerfeld in Spielberg ist immer innerhalb einer halben Sekunde. Da geht es nur drum, ob du alle Sektoren gut zusammenkriegst. Wenn nicht Tschau, wenn ja, Hallo.

Mit Dir und Mattias Ekström sind der Jüngste und der Älteste vorne in der Gesamtwertung. Was kann „Eki“ was Du nicht kannst, und umgekehrt?

Als Älterer hast du natürlich sehr viel Rennerfahrung, er hat zwei DTM-Meisterschaften gewonnen. Der Jüngere ist der Wilde, eine ganz andere Generation. Da gehst du Sachen anders an, die aber dennoch auch richtig sein können. Was besser ist, schauen wir mal…

Wie sind deine Erwartungen an die Heimrennen?

Ein paar Punkte, damit wäre ich zufrieden. Und dann müssen wir nach Hockenheim schauen. In der Vergangenheit, speziell im letzten Jahr, war es hier schwierig für mich. Als erstes müssen wir mal gucken, wie konkurrenzfähig wir hier sind. Das muss man abwarten.

Du kannst es Dir aussuchen: Den Titel in der DTM oder ein Cockpit in der Formel 1, was wählst Du?

Es muss beides sein. Weil, ohne das eine wird das andere nicht folgen. Ich will mich nicht entscheiden und deswegen nehme ich beides. Ist mir wurscht....

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