Lucas Auer: „Habe verstanden, wie das DTM-Spiel läuft“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-05-20 23:30:00

Lucas Auer: „Habe verstanden, wie das DTM-Spiel läuft“

  • Lucas Auer mag den auffälligen Look seines Autos.
  • Lucas Auer als Comic-Zeichnung an der Mercedes-Benz-Hospi.

Als Lokalmatador ist Lucas Auer in Spielberg ein gefragter Mann. Der 21-Jährige fährt seine zweite DTM-Saison, erreichte als Serien-Neuling auf dem Red Bull Ring seine beste Platzierung in 2015 – Platz sechs. DTM.com hat mit dem Österreicher gesprochen und einen optimistischen, gut gelaunten und auskunftsfreudigen Mercedes-Benz-Piloten angetroffen.

Lucas, das ist deine zweite DTM-Saison. Hat sich bei dir in der Herangehensweise im Vergleich zur Vorsaison etwas verändert?
Lucas Auer:
Alles ist natürlich viel gewohnter, dadurch bin ich auch ein wenig cooler an die neue Saison herangegangen. Ich sag mal so: ich habe verstanden, wie das DTM-Spiel läuft. Ich kenne jetzt die internen Abläufe besser, weiß, worauf ich mich konzentrieren muss, um mich Schritt für Schritt zu verbessern. Das gilt sowohl für das technische Verständnis, als auch für das fahrerische. Natürlich gibt es immer noch sehr viel, was ich lernen muss, aber ich fühle mich jetzt einfach viel sicherer.

Du bist zum Team Mücke gewechselt. Mit dieser Mannschaft verbindet dich ja einiges. Ist das wie eine Rückkehr in die Familie?
Schon ein bisschen. Ich habe eine irrsinnige Verbindung zu Peter Mücke. Ich bin im Jahr 2014 bei ihm ja bereits in der Formel 3 gefahren. So ein Teamwechsel gibt auch noch mal ein bisschen neuen Schwung. Ich muss aber auch sagen, alle bei Mercedes sind ein richtiges Team. Ob jetzt ART oder Mücke – das macht für mich keinen großen Unterschied. Ich fühle mich einfach insgesamt sehr wohl.

Nun warst du voller Tatendrang, hattest ein gutes Gefühl und dann kommt wieder dieser Samstag in Hockenheim. Bremse gebrochen im zweiten Freien Training, kein Qualifying, Rennstart aus der Box....
Ja, blöd. Solche Dinge passieren halt. Am Samstag war es natürlich besonders schade, weil ich im Rennen dann echt einen guten Speed hatte. Aber hätte, wäre, wenn... ist die Bremse halt gebrochen. Technischer Fehler. Das passiert genauso, wie mir mal ein Fahrfehler unterläuft.

Es ist nicht so weit, dass du Hockenheim am liebsten aus dem Rennkalender streichen würdest. Die Resultate waren dort ja wirklich nicht so gut.
Nein, auf keinen Fall. Eigentlich mag ich Hockenheim sogar sehr gerne. Ich fühle mich unheimlich wohl auf der Strecke. Klar denkt man an die Einführungsrunde beim Auftakt 2015. Und jetzt schon wieder so etwas. Da könnte man natürlich die Strecke verfluchen. Stimmt aber nicht. Ich liebe Hockenheim. Ich habe da ja auch schließlich in der Formel 3 gewonnen. Außerdem: nur die schlechten Wochenenden machen dich richtig stark!

Du hast mal gesagt, dass dir dein auffälliges Auto sehr gut gefällt. Jetzt gibt es mit Christian Vietoris Mercedes zwei rosa Fahrzeuge. Was hältst du davon?
Im vergangenen Jahr war das schon cool. Ich habe aufgrund des Autos zusätzliche Aufmerksamkeit bekommen, was ja ein wichtiger Punkt ist. Aber ich finde es auch absolut okay, dass es in diesem Jahr zwei von dieser Sorte gibt.

Aufmerksamkeit wird dir hier in Spielberg natürlich reichlich zu teil. Unter anderem prangst du als große Comic-Zeichnung auf der Mercedes-Benz-Hospi.  Wie gefällst du dir als Comic-Figur?
Als ich Gary (Paffett, Anm. d. Red.) in Hockenheim als große Zeichnung sah, habe ich mir schon gedacht, dass Spielberg wohl mein Revier werden wird. Daran sieht man aber auch, dass sich Mercedes immer was einfallen lässt. Ich finde es echt cool. Das ist mal was anderes und es sticht heraus.

Freunde, Familie, deine Landsleute – viele sind bereits gekommen und werden hier her kommen. Macht dir das mehr Druck?
Nein. Super, dass alle da sind. Und ja, das Wochenende in Spielberg ist als Österreicher natürlich auch etwas Besonderes. Für mein Rennen ändert sich da aber nichts. Ich mach das ja nun auch schon eine paar Jahre.

Wer ist denn von deiner Familie hier?
Meine Mutter und mein Bruder. Dann natürlich noch mein Onkel (Gerhard Berger, Anm. d. Red.) und eine Freundin – also Gerhards Freundin.

Du selbst hast keine Freundin dabei?
(lacht) Nein, ich habe keine dabei.

Hast du denn einen Glücksbringer oder ein bestimmtes Ritual?
Nicht wirklich. Gut, ich jongliere vor den Rennen, um meine Konzentration zu steigern. Dabei werden beide Gehirnhälften aktiviert. Am Anfang habe ich mich damit sehr schwer getan. Und heute finde ich es eigentlich immer noch faszinierend, dass ich das wirklich zusammengebracht habe. 

Im ersten Freien Training waren die Zeiten sehr gut. Du hast die neuntbeste herausgefahren. Ihr wart aber alle deutlich schneller als noch vor einem Jahr. Liegt das am neuen Asphalt?
Unglaublich, wirklich unglaublich. Die Strecke ist jetzt flach, alle Bodenwellen sind verschwunden. Außerdem ist der Grip nun deutlich erhöht, das kann man deutlich spüren. Meine Zeit im ersten Freien Training ist natürlich mit größter Vorsicht zu genießen. Man weiß nie, wer mit welchen Reifen oder wie viel Sprit an Bord unterwegs war. Wer hat DRS benutzt? Generell präsentiert sich Mercedes aber hier sehr stark in den vergangenen Jahren. Ich bin davon überzeugt, dass einer von uns hier an diesem Wochenende ganz oben stehen werden wird.

Stimmt es, dass du die Boxeneinfahrten auf deine ganz eigene Weise trainierst, indem du bei Autobahnabfahrten gerne dicht an die Leitplanken heranfährst?
(lacht) Gut, das habe ich früher gemacht, ja. Heute versuche ich eher normal zu sein. Früher habe ich viele interessante Sachen gemacht, habe mich selber ausprobiert – Autobahnausfahrten haben mich damals besonders gereizt.

Mal angenommen du angelst dir hier die Pole-Position. Würde dir diese mehr bedeuten als deine erste und bisher einzige am Nürburgring 2015?
Nein. Die am Nürburgring ist unvergesslich. Ich hatte zuvor viele Höhen und Tiefen und dann die Pole-Position am Nürburgring – das hat mich sogar umgehauen. Ich hatte mir vieles erträumt, aber das ganz und gar nicht. Die Strecke dort ist schwierig und ich konnte richtig einen raushauen. Das war schon sehr speziell.

Am Sonntag findet in Österreich ein weiteres großes Ereignis statt. Die Wahl des Bundespräsidenten. Kannst du an dieser überhaupt teilnehmen – hast du politisches Interesse?
Ich kann mich nicht irgendwo hinstellen und sagen: Hey Leute, so und so sieht es aus. Aber, natürlich gehe ich wählen – es geht ja um Österreich. Ich habe meine Stimme bereits per Briefwahl abgegeben.

Dann bist du ja bestens für das Wochenende gerüstet, hast deine Hausaufgaben gemacht...
Ja, es sieht wirklich gut aus. Wir sind gut vorbereitet, ich bin gut drauf, das Wetter soll konstant gut sein und viele Zuschauer werden kommen – es kann losgehen.

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