Ludwig: Oldie but Goldie | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-05 16:30:23

Ludwig: Oldie but Goldie

Der älteste Mann im Feld startet am Sachsenring von der Pole Position: Klaus Ludwig fing kurz vor Schluß noch den jungen Schotten Peter Dumbreck ab.

Mercedes-Rennleiter Norbert Haug fand deutliche Worte: "Ich find´s auch toll, dass der alte Sack noch so gut funktioniert", strahlte der Herr über die Renn-Sterne nach dem Qualifying auf dem Sachsenring. Gerade hatte sich sein ältestes Pferd im Stall zum schnellsten aufgeschwungen: Klaus Ludwig, immerhin schon 50 Jahre alt und eigens für die DTM aus dem Ruhestand zurückgekehrt, holte sich auf der Berg- und Talbahn in Hohenstein-Ernstthal die 15. Pole Position seiner DTM-Karriere – mehr als jeder andere Fahrer in Deutschlands höchst karätiger Tourenwagen-Serie. "Ich hab´ mich natürlich irrsinnig gefreut, als die Nachricht per Funk ins Auto kam", krempelte der Roisdorfer nach seiner Triumphtour sein Seelenleben nach außen. "Wenn ich schon mal auf Pole stand, dann ist das Rennen auch meist recht gut gelaufen."

Ludwig, als amtierender Meister der Internationalen GT-Meisterschaft in Rente gegangen, fing sich nach seiner besten Leistung seiner zweiten Karriere auch das Lob von Opel-Rennleiter Volker Strycek ein: "Er hat´s mal wieder allen gezeigt", zog Strycek seinen Hut. Ludwig gab das Lob ans HWA-Team weiter: "Wir haben seit Donnerstag konsequent gearbeitet und das Auto Schritt für Schritt weiter entwickelt. Gerade hier ist ein gut liegendes Auto extrem wichtig."

Eines der Geheimnisse des Ludwig-Erfolges wirbelt hinter den Kulissen: Der Fahrwerkstechniker Alex Zoechling arbeitet seit dem 15. Mai wieder für seinen ehemaligen Arbeitgeber HWA – nachdem Zoechling, einer der besten Fahrwerksingenieure des Landes, zwischenzeitlich beim belgischen Formel 3000-Rennstall Astromega mit dem später in den USA tödlich verunglückten Gonzalo Rodriguez zusammen gearbeitet und dann im letzten Jahr die technische Leitung über den VW Beetle Cup inne gehabt hatte.

Weil das DTM-Reglement elektronische Fahrhilfen ebenso streng verbietet wie es die aerodynamischen Freiheiten beschränkt, kommt der Zusammenarbeit zwischen Fahrer und Renningenieur bei der DTM eine besonders hohe Bedeutung zu. Auf dem umgebauten Sachsenring, dessen erster Sektor jetzt vorwiegend aus Zweite-Gang-Kurven besteht, dann aber in einen neu gestalteten Hochgeschwindigkeitsteil übergeht, kommt einem perfekt ausbalancierten Auto eine noch größere Bedeutung zu als auf so manch anderer Strecke. Die akribische Arbeit von Ludwig, Zoechling und dessen Kollegen legte ergo den Grundstein für diese Pole Position. Und weil Ludwig im zweiten freien Training am Mittag schon einen Long Run über eine Renndistanz fuhr, weiß die lebende Legende auch schon recht genau, was in den beiden Rennen am Sonntag nachmittag auf ihn zukommen wird.

Sein Chef Haug verglich die Gefühle im Fahrerlager nach Ludwigs Pole Position mit den Emotionen, die nach Rubens Barichellos erstem Formel 1-Erfolg in Hockenheim am vergangenen Wochenende: Es gebe wohl keinen, der ihm diese Pole nicht gegönnt habe.

Doch. Einen gab es. Den lange Zeit führenden Schotten Peter Dumbreck. Der knurrte nach dem Qualifying halb spaßeshalber, halb im Ernst mit typisch britischem Humor: "I´m pissed off – he is old enough to be my father." – "Das stinkt mir – er könnte mein Vater sein."

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