Ludwig und Aiello im Chat | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-06 14:49:58

Ludwig und Aiello im Chat

Ausgesprochen gute Stimmung im Chat von www.dtm.de am Sachsenring: Klaus Ludwig war nach der Pole-Position natürlich allerbester Laune, um den Fans Rede und Antwort zu stehen. Aber auch Laurent Aiello, im Zeittraining Letzter, hatte bei seinem ersten Chat viel Spaß. Es war richtig was los im unserem Chat gestern abend – so viel, dass leider nicht alle Fragen der Fans von den beiden DTM-Profis beantwortet werden konnten. Sorry.

Klaus Ludwig im Chat - Zusammenfassung

Frage: Klaus Ludwig, erst mal herzlichen Glückwunsch für diese Leistung im Zeittraining. Nun zu meiner Frage: Macht Dir die Konstellation jung gegen alt Spaß?

Ludwig: Natürlich.

Frage: Wie schätzen Sie Ihre Chancen für morgen ein?

Ludwig: Wenn es so läuft wie in den vergangenen Jahren, wenn ich auf Pole stand - sehr gut!

Frage: Hallo Klaus! Was, meinst Du, war ausschlaggebend für Deine Pole? Eher die Harmonie Eures Reifens zum Auto, oder einfach eine gute Abstimmung gefunden?

Ludwig: Ich glaube, dass es ganz wichtig war, eine komplette Runde in allen Sektionen durchzufahren, ohne einen Fehler zu machen. Ich habe eigentlich in der ersten Sektion gegenüber Bernd Schneider zwei Zehntel verloren, bin dafür aber in der letzten Sektion zwei Zehntel schneller gefahren.

Frage: Herr Ludwig, fahren Sie lieber 24 Stunden-Rennen oder so, wie es jetzt in der DTM ist? Ich glaub aber mal, dass beides gewisse Reize hat, oder?

Ludwig: Ja, beides hat ganz gewiss ganz spezielle Reize, aber ein DTM-Lauf ist halt eben ein Einzelschaulauf, und jeder ist für seine Trainingszeiten und sein Endergebnis alleine verantwortlich, wogegen man es bei einem 24 Stunden-Rennen immer eine Teamleistung nennen kann.

Frage: Was glaubst Du, wer kann morgen bei ähnlichen Außenbedingungen wie heute besser mit den Reifen haushalten? Opel oder Mercedes?

Ludwig: Erstens geht es nur mit neuen Reifen, davon hatten wir hier am Sachsenring vier Satz. Dann muss man das Auto natürlich optimal abgestimmt haben, was hier am Sachsenring besonders schwer ist, da die Strecke sowohl sehr langsame Passagen wie auch sehr schnelle Passagen hat und dadurch die Abstimmung des Autos erschwert wird, ansonsten siehe oben. Ich glaube, das ist nicht eine markenspezifische Frage, sondern eine Fahrerfrage, da kann jeder seine Präferenzen selber setzen.

Frage: Haben Sie auch eine eigene Homepage?

Ludwig: Es gibt mehrere Klaus-Ludwig-Homepages, gibt es demnächst bei Tomorrow.

Frage: Wirst Du morgen von Anfang an Gas geben und die Reifen etwas rannehmen, um Dich etwas abzusetzen, um dann gegen Ende des Rennens die Reifen besser einteilen zu können oder umgekehrt?

Ludwig: Ersteres – und: wait and see ...

Frage: Welches Auto in Ihrer Karriere sind Sie am liebsten gefahren?

Ludwig: Eine sehr unfaire Frage, da ich jedes Auto, was ich gefahren habe, und jedes Team, für das ich gefahren bin, sehr geschätzt habe und es eigentlich mit jedem Auto irgendwann irgendeinen Sieg gab - siehe Klaus-Ludwig-Buch "Jagdszenen".

Frage: Was ist der Unterschied zwischen einem DTM-CLK und einem DTM-190er?

Ludwig: Ein gigantischer Unterschied - der DTM-190er Jahrgang 89 bis 92 hatte auch extreme Verbesserungen erfahren, aber das Auto des Jahrgangs 2000 kommt einem Sportwagen, siehe FIA-GT, wesentlich näher. Die Radaufhängungen sind nahezu identisch mit den GT-Autos. Die Aerodynamik ist wesentlich ausgefeilter, das Chassis ist deutlich steifer. Schaltung, sequentiell, 6-Gang.

Frage: Herr Ludwig, früher haben sie mit dem Ford Capri immer beim Tanken die Anzeige verdeckt. Wieso?

Ludwig: Wir hatten damals bei dem Tanken gar keine Anzeige, es gab einen dicken Schlauch und es wurde getankt. Ich glaube, Sie denken an die Sportwagen-Weltmeisterschaft der 80er Jahre. Damals gab es ein Verbrauchslimit, und es war wichtig, dass die Konkurrenz nicht über den aktuellen Benzinverbrauch informiert war.

Frage: Was hat man als Fahrer für ein Gefühl , speziell vor einem Rennen, das man von der Pole aus bestreitet?

Ludwig: Ein sehr, sehr gutes Gefühl. Es gibt mit Sicherheit Selbstvertrauen, das lässt einen besser schlafen, und man bestimmt beim Start eben die Geschwindigkeit. Wenn man nichts falsch macht, hat man die erste Kurve für sich und das ist schließlich okay so.

Frage: Wie hoch ist Ihr Golf-Handikap und wo spielen Sie am liebsten?

Ludwig: Handicap 33 – hhhmmm ... wirkliche Spielstärke 18 – hhhhmmmm ... - und am liebsten spiele ich eigentlich überall. Rund um Bonn gibt es wunderschöne Plätze. Mein Heimatclub ist der GLC Bad-Neuenahr. Sie können mich ja gerne nach Kalifornien, nach Pebble Beach einladen.

Frage: Haben Sie inzwischen für die Jagd einen G-Geländewagen und nicht mehr das Japan-Teil?

Ludwig: Natürlich habe ich ein G-Modell. Aber der ist eigentlich zu schade für die harte Revierarbeit.

Frage: Stört es Sie auch heute noch, wenn die Fans pfeifen?

Ludwig: Ich habe keinen Fan mehr pfeifen hören seit langer Zeit und bin da auch sehr glücklich drüber. Aber Sie wissen ja genau, warum der eine oder andere gepfiffen hat.

Frage: Kann man mit 50 auch in der Formel 1 fahren?

Ludwig: Nein. Man kann auch mit 30 nicht in der Formel 1 fahren. Man wird in die Formel 1 geholt und häufig auch auf unfaire Weise wieder entfernt. Nicht jeder hat das Glück, in einem McLaren, Ferrari oder Jordan zu sitzen, siehe Nick Heidfeld.

Frage: Gibt es auch ein VIP-Ticket, mit dem man hinter die Kulissen eines DTM-Teams blicken kann?

Ludwig: Natürlich, zu jedem Wochenende. Machen Sie beim Gewinnspiel auf www.dtm.de mit, dann bekommen Sie "special treatment".

Frage: Setzten Sie sich mal auf die Tribüne, da sagen bestimmt 80 Prozent aller, der Ludwig, der ist arrogant. Ich finde, Sie waren immer raffiniert.

Ludwig: Erläutern Sie mir mal bitte, was Sie unter "raffiniert" verstehen - und außerdem glaube ich, dass Schumacher 1000mal arroganter ist, als ich je war und bin.

Frage: Herr Ludwig, ich stimme Ihnen voll zu, dass der Schumacher viel arroganter als Sie ist.

Frage: Ja klar ist der das, Sie haben immer geniale Tricks gefunden, das macht auch einen Rennfahrer aus, jeder macht nicht gern so den Kasper wie der Stuck.

Ludwig: Auch der Stuck ist okay und ein guter Freund (ehrlich), aber sein Lebensstil und die Art, sich zu geben, ist halt eben anders als die meine. Und hinter einem Trick steht immer eine lange Überlegung und viel Teamwork, es sieht oft sehr leicht aus. Aber Sie haben sicherlich das Norisring-Rennen gesehen. Bernd Schneiders Trick war genial und zielführend.

Frage: Herr Ludwig, haben Sie eigentlich noch Kontakte zur Formel 1? Außer natürlich Norbert Haug.

Ludwig: Nein. Vielleicht ein wenig zu meinem Ex-Teamkollegen Zonta, den zur Zeit die Unfairness der Formel 1 hart zu treffen scheint. Denn er ist einer der talentiertesten Nachwuchsrennfahrer der letzten Jahre.

Frage: Magst Du lieber unter- oder übersteuernde Autos? Mir sind übersteuernde lieber!

Ludwig: Mir auch!

Frage: Ergeben sich Schwierigkeiten dadurch, dass der Sachsenring keine seitlichen Begrenzungen hat?

Ludwig: Ja. Hier müssen dringend Curbs gebaut werden, da wir morgen im Rennen sicherlich eine fürchterlich verschmutzte Rennstrecke sehen werden, speziell in den schnellen Passagen vor Start und Ziel.

Frage: Ich fand Sie schon super, als Sie noch Ford gefahren sind!

Ludwig: Vielen Dank. Freut mich!

Frage: Klaus, ich wünsche Dir viel Glück für morgen, aber falls der Reuter von hinten drängt, bitte sei fair!!

Ludwig: Ich bin immer fair - aber hart! Okay?

Frage: Herr Ludwig, Sie sind damals auch mit Klaus Niedzwiedz in einem Team gefahren oder?

Ludwig: Ja, ich finde die Sendungen, die der Klaus heute in n-tv moderiert, sehr, sehr gut.

Frage: Herr Ludwig, war Ihr Mercedes besser als der von den anderen? So wie früher immer.

Ludwig: Vielen Dank für das Kompliment, aber jeder Fahrer hat die Möglichkeit, sein Fahrzeug individuell auf seine Belange einzustellen. Ansonsten wird Ihnen nicht entgangen sein, dass wir einen Air-Restriktor haben, ein Gewichtslimit, ein Fahrzeughöhenlimit, ein aerodynamisches Limit, alle Mercedes-Fahrzeuge ein auf das Hundertstelmillimeter gleiches Chassis haben, alle auf Bilstein-Stoßdämpfern stehen und last but not least einen Dunlop-Einheitsreifen benutzen müssen. Jetzt stelle ich Ihnen die Frage: Warum sollte Ludwig ein besseres Auto haben als z.B. Bernd Schneider? Danke für das freundliche Gespräch. Erwarte Antwort, sofort!!! Ansonsten herzlichen Dank für Eure tolle Beteiligung. Ich liebe Euch alle, Ihr Motorsportfans da draußen! Ciao!

Laurent Aiello im Chat - Zusammenfassung

Frage: Laurent, warum fährt ein so guter Rennfahrer wie Du bei einem Rennstall wie Abt? Warum hast du nicht versucht, bei Opel unter Vertrag zu kommen?

Aiello: Ich bin im vergangenen Jahr mit Audi in Le Mans gefahren und wollte bei Audi bleiben. Es war klar, dass das erste Jahr schwer wird, aber es ist auch eine tolle Herausforderung.

Frage: Du kennst Helary privat. Wie ist der so? Bestimmt ein lustiger Geselle.

Aiello: Wir kennen uns schon aus Kart-Zeiten und leben jetzt beide nahe Paris. Wir treffen uns oft und gehen Golf spielen oder Jet-Ski fahren, er ist wirklich ein toller Kerl.

Frage: Im letzten Jahr BTCC-Meister und heute Schlusslicht. Will man da nicht einfach nur abhauen?

Aiello: Natürlich ist es nach meinen ganzen Erfolgen jetzt eine sehr schwere Situation, in der es einem schwer fällt, optimistisch zu sein. Aber das ganze Team arbeitet sehr hart und unsere drei Autos sind sehr dicht zusammen. Noch ist die Saison lang.

Frage: Warst Du froh, wie Frankreich Europameister wurde?

Aiello: Ich habe das Finale zusammen mit Eric gesehen. Wir haben bis zum Schluss gehofft und uns wahnsinnig gefreut. Nach dem Spiel sind wir nach Paris gefahren und haben die ganze Nacht gefeiert.

Frage: Ich glaube fast, der Christian hat besseres Material als Du! Nimm mal sein Auto und Du fährst in die Top Ten, oder?

Aiello: Obwohl das Team Christian und seinem Bruder gehört, bin ich mir sicher, dass wir alle das gleiche Material bekommen. Es geht nicht darum, den eigenen Teamkollegen zu schlagen, sondern das Auto in die Top Ten zu bekommen. Trotzdem Danke für das Lob!

Frage: Wie ist die Atmosphäre im Abt-Team?

Aiello: Es ist sehr schwer, weil das ganze Team Tag und Nacht arbeitet. Jedes Mal, wenn wir auf die Strecke gehen, hoffen wir, die Lücke geschlossen zu haben, und werden dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Aber jeder im Team hat ein großes Kämpferherz und gibt nicht auf.

Frage: Bist Du mal in Australien auf der Strecke von Bathurst gefahren?

Aiello: Nein, noch nie. Beinahe wäre ich mit Nissan dort gefahren. Habe aber gehört, es soll eine tolle Strecke sein.

Frage: Besteht die Möglichkeit, mit Dir und Helary zusammen in Skiurlaub zu fahren?

Aiello: Leider keine Chance, obwohl ich sehr gerne Ski fahre. Aber ich bin schon seit 12 Jahren nicht mehr gefahren, um kein Risiko einzugehen. Ich glaube, mein Arbeitgeber wäre nicht so begeistert, wenn ich mir mitten in der Saison ein Bein breche.

Frage: Bewunderst Du manchmal, wie sehr Deine Mechaniker arbeiten, um den Audi schneller zu machen?

Aiello: Ich bin sehr stolz auf mein ganzes Team. Selbst wenn es nicht läuft, so wie heute, arbeiten sie Tag und Nacht. Und wenn wir gewinnen, stehen sie nicht mal auf dem Podium. Ohne Mechaniker hätte ich meine Erfolge nie erreicht.

Frage: Könnt Ihr Fahrer eigentlich selber am Auto schrauben?

Aiello: Ich denke, jeder im Team hat seinen festgelegten Job. Ich würde niemals einem Mechaniker sagen, was er zu tun hat. Es kommt ja auch kein Mechaniker auf die Idee, mir zu sagen, was ich im Auto machen soll.

Frage: Gibt es die Möglichkeit, ein Rennen bei euch aus der Boxengasse zu betrachten?

Aiello: Es tut mir leid, aber während des Rennens darf kaum jemand in der Boxengasse herumlaufen. Aber am Samstag nach dem Zeittraining dürfen alle Zuschauer in die Boxengasse.

Frage: Was gefällt Ihnen im Moment noch nicht in der DTM und was gefällt Ihnen besonders?

Aiello: Mir gefällt das Aussehen der Autos und die Stimmung an den Rennstrecken in Deutschland. Hier ist immer mehr los als in anderen Ländern. Was mir nicht gefällt, ist der Sound von den Autos, der müsste noch lauter und faszinierender sein. Mein Startplatz für morgen gefällt mir übrigens auch nicht ...

Frage: Was sagst Du zum Umbau vom Hockenheimring, bei dem es ja nur um noch mehr Geldeinnahmen geht?

Aiello: Davon habe ich noch gar nichts gehört. Hoffentlich ändert sich nichts an der tollen Atmosphäre im Motodrom.

Frage: Fährst Du in der nächsten Saison auch für Abt?

Aiello: Das weiß ich jetzt noch nicht. Es hängt auch davon ab, wo sich Audi nächstes Jahr im Motorsport engagiert. Erstmal versuchen wir, die Saison besser zu beenden, als sie angefangen hat.

Frage: Welches Auto fährst Du privat?

Aiello: Einen Audi S6 Avant und einen Audi Allroad quattro. Da ist genug Platz für meine Frau und meine beiden Kleinen.

Frage: Ich wünsche viel Glück morgen im Rennen. Goodbye.

Aiello: Vielen Dank! Es war übrigens mein erster Chat heute, und er hat wirklich viel Spaß gemacht.

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