Müller feiert ersten DTM-Sieg – BMW die Gesamtführungen | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-06-26 13:45:00

Müller feiert ersten DTM-Sieg – BMW die Gesamtführungen

  • Nico Müller feiert seinen ersten DTM-Sieg.
  • Nach dem Start hatte Tom Blomqvist noch seine Pole-Position gegen den Schweizer verteidigen können.
  • Paul Di Resta und Lucas Auer lieferten sich über die gesamte Renndistanz ein enges Duell.
  • Diese Kampfgruppe bildete sich zur Mitte des Rennens. Als Sieger ging Maxime Martin aus dieser hervor.
  • Marco Wittmann fuhr auf den sechsten Patz und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung.

Am Audi-Kommandostand und im Cockpit von Nico Müller gellten die Freudenschreie nach dem Sonntagsrennen am Norisring. Der Schweizer bejubelte nach 72 Runden den ersten DTM-Sieg seiner Karriere und bescherte Audi ein perfektes Wochenende. „Einfach nur geil! Absolut genial“, sagte der glückliche Sieger. „So ein Erfolg macht süchtig. Jetzt will ich mehr!“ Vor den Augen von 123.500 Zuschauern feierten die Ingolstädter beim vierten DTM-Wochenende der Saison 2016 zwei Heimsiege. Die zuvor seit 2003 in Nürnberg ungeschlagenen Mercedes-AMG-Piloten ließen auch nach dem zweiten Lauf die Köpfe hängen. Bester Pilot der Stuttgarter wurde erneut Paul Di Resta, der als Vierter seinen Podiumsplatz vom Vortag nicht wiederholen konnte. Dort lieferten sich stattdessen zwei BMW-Piloten mit dem Sieger eine feucht-fröhliche Champagner-Schlacht: Tom Blomqvist und Maxime Martin belegten die Plätze zwei und drei und krönten damit einen überraschend starken Auftritt der Münchener – sechs BMW fuhren auf der so ungeliebten Strecke in die Top Ten.

Das Rennen war einmal mehr ein dramatischer Schlagabtausch mit zahlreichen Positionskämpfen. So intensiv, dass es acht Autos nicht ins Ziel schafften. Der erste den es erwischte war ausgerechnet Mattias Ekström. Der Schwede fuhr Di Resta in der ersten Kurve ins Heck, beschädigte dabei seinen Kühler und musste in der Folge aufgeben. Nicht ohne Probleme setzte Di Resta seine Fahrt fort. „Es war ein schwieriger Tag für mich. Nach der Berührung mit Ekström verlor ich viel Abtrieb am Heck des Autos. Damit hatte ich das gesamte Rennen lang zu kämpfen“, analysierte Di Resta. Der Schotte hatte bereits einen schlechten Start erwischt und seinen zweiten Platz an Müller verloren. Gemeinsam mit Nico Müller enteilte Pole-Sitter Tom Blomqvist den Verfolgern.  Der Schweizer ließ den Briten jedoch rundenlang nicht vom Haken, fand aber keinen Weg am Führenden vorbei.

So spielten letztlich die unterschiedlichen Strategien der beiden Kontrahenten das Zünglein an der Waage. Blomqvist trat acht Runden vor Müller den Weg an die Box an – ein Zeitfenster, das Müller nutzte, um die entscheidenden Zehntel herauszufahren und nach seinem Stopp in der 43 Runde die Führung zu übernehmen. „Mein Team hat einen hervorragenden Boxenstopp durchgeführt“, nannte Müller einen Schlüssel des Erfolgs. Trotz einer Safetycar-Phase kurz vor Rennende, geriet der Sieg des grandios fahrenden Müller nicht mehr in Gefahr. „Leider habe ich ein wenig Zeit bei meinem Stopp verloren“, sagte Blomqvist. „Aber mein Team hat mir über Nacht ein super Auto hingestellt. Dieser zweite Platz ist unfassbar, damit hätte ich nie und nimmer gerechnet. Ich habe lange gebraucht, um hier am Norisring schnell unterwegs zu sein.“

Auch Maxime Martins dritter Platz fand im Reigen der Boxenstopps seinen Ursprung. Der Belgier war vom sechsten Platz gestartet und nutzte in der Folge jede Gelegenheit, die ihm geboten wurde, sich nach vorne zu arbeiten. „Dieses Resultat habe ich nicht erwartet. Ein tolles Ergebnis für mich und meinen Hersteller. Auch für Nico muss das ein absolut berauschendes Gefühl sein – mein Glückwunsch an ihn“, sagte Martin. Der Belgier war nach seinem Stopp bald Teil einer Kampfgruppe – bestehend aus Di Resta, Lucas Auer, Edoardo Mortara und Marco Wittmann. Martin behauptete sich gegen die Streithähne, kassierte schließlich Di Resta für Platz drei und zog auf und davon – im Ziel waren es über drei Sekunden Vorsprung auf Di Resta.

Der Schotte hatte während des gesamten Rennens alle Hände voll mit Lucas Auer zu tun. Der Österreicher schien der schnellere Mann zu sein und untermauerte diesen Eindruck, als Di Resta zum Stopp an die Box fuhr. Zehn Runden lang hatte Auer freie Fahrt und verkürzte den Abstand zum Führungs-Duo von über zwei Sekunden auf lediglich 0,5 Sekunden. Sein Stopp jedoch verlief alles andere als planmäßig. Probleme beim Reifenwechsel raubten ihm alle Sekunden, die er zuvor herausgeholt hatte. Zurück auf der Strecke fand er sich erneut hinter Di Resta wieder, an dem er sich bis ins Ziel die Zähne ausbiss.

Hinter den beiden Mercedes-AMG-Piloten folgten Wittmann und Spengler, die sich beide an Mortara vorbeigekämpft hatten und damit dem Audi-Piloten die Gesamtführung entrissen. Nach acht Rennen hat Wittmann nun 75 Punkte und damit zwei mehr als Mortara gesammelt. Als Dritter fährt Di Resta zum nächsten Rennwochenende nach Zandvoort. Der Schotte liegt mit 70 Zählern nur fünf Punkte hinter Wittmann. Deutlich verloren hat am Norisring Robert Wickens (58 Punkte/Platz 6). Als Führender war er an seine Lieblingsstrecke gereist und verlässt Nürnberg nun mit leeren Händen. Nach dem Ausfall am Samstag reichte es am Sonntag nach einigen Kollisionen im Kampf um die Punkteränge lediglich zu Rang elf.

Nico Müller hat sich am Norisring auf den siebten Rang verbessert und hat mit 52 Punkten genauso viele wie Blomqvist auf dem Konto. Nach seinem ersten DTM-Sieg wittert er Morgenluft. „Wenn du einmal da oben gestanden hast, willst du da immer wieder hin. Am besten schon im nächsten Rennen“, lautet Müllers Kampfansage für das fünfte DTM-Rennwochenende, das vom 15. Juli bis zum 17. Juli in Zandvoort stattfinden wird. Eine Strecke, auf der die BMW-Piloten im Vorjahr das Maß der Dinge waren. „Wenn ich mir die nächsten Termine so angucke, bin ich schon sehr optimistisch“, sagt Blomqvist, der damit seinen BMW-Kollegen an aus dem Herzen sprechen dürfte – die Münchener (310 Punkte) führen die Herstellerwertung vor Audi (276) und Mercedes-AMG (222) an.

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