Marco Wittmann: „Ein Podestrang wäre der Hammer!“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-06-16 13:00:00

Marco Wittmann: „Ein Podestrang wäre der Hammer!“

  • Marco Wittmann kommt als Gesamtzweiter an den Norisring.
  • Für den Fürther ist es ein echtes Heimrennen.
  • Wittmann: Ich ziehe lieber einmal mehr zurück, als mich auf der letzten Rille an meinem Widersacher vorbei zu drängen und ein Ausscheiden zu riskieren.

Für den DTM-Champion von 2014 läuft es in dieser Saison richtig gut. Marco Wittmann siegte in Spielberg, punktete in fünf der bisherigen sechs Rennen und liegt in der Fahrerwertung auf Platz zwei. Nach einer einwöchigen Auszeit von der DTM – ein Urlaub in Kroatien - bereitet er sich nun mit seinem Team auf das vierte Rennwochenende der Saison vor. Für den 26-Jährigen eines der besonderen Art. Von seinem Geburtsort Fürth sind es nur knapp 15 Kilometer bis zum Norisring – ein echtes Heimrennen also. Doch gerade auf dem Stadtkurs hängen die Trauben für Wittmann und seine BMW-Kollegen hoch. Was er am Norisring schätzt und warum er sich dennoch Chancen ausrechnet, erzählt Wittmann im Interview mit DTM.com.

Marco, du bist im direkten Umfeld des Norisrings aufgewachsen. Kannst du dich noch an deinen ersten Besuch an der Strecke erinnern?
Marco Wittmann:
Erinnern wäre übertrieben. Ich war noch ein ganz kleiner Bub – vielleicht vier, fünf Jahre alt. Klar habe ich noch Bilder vor Augen, weiß, dass ich dort Autorennen gesehen habe. Aber an irgendwelche Einzelheiten kann ich mich nicht erinnern.

Was waren denn deine Highlights dort, die du als Besucher erlebt hast?
Wie gesagt, an die ersten Besuche dort kann ich mich nicht richtig erinnern. Später war ich selbst schon im Kartsport aktiv, weshalb ich längst nicht in jedem Jahr an der Strecke war. Da gab es zu viele Überschneidungen. Mein erstes wirkliches Highlight habe ich somit als Aktiver erlebt, als ich 2007 in der Formel BMW erstmals selbst auf dem Kurs fahren durfte. Später bin ich dann auch dort in der Formel 3 gefahren und habe nach zwei zweiten Plätzen im Jahr 2010 in der Saison 2011 meinen ersten Heimsieg – gleich einen Doppelsieg - gefeiert. Nach einem dritten Platz im ersten Rennen habe ich die beiden weiteren gewonnen – das war schon ein umwerfendes Gefühl!

Hattest du, bei deinen wenigen Momenten als ‚Privatmann’ am Norisring, eine Art Pflichtprogramm. Etwas, was man als Zuschauer deiner Meinung nach unbedingt machen sollte?
Pflichtprogramm wäre übertrieben. Aber, der Norisring ist einfach etwas ganz speziell, nicht nur, weil er ein Stadtkurs ist. Die große Steintribüne ist in der Regel voll besetzt, da kommt richtig gute Stimmung auf. Außerdem ist das Fahrerlager etwas Besonderes. Es ist das einzige im gesamten Rennkalender, wo die Zuschauer zwischen den Boxen und den Team-LKW entlanggehen können. Dort habe ich mich regelmäßig aufgehalten. Schließlich trifft man dort sehr häufig auf die Aktiven, weil die ja zwischen Box und Teamtruck ständig hin und her laufen. Für Autogramme oder ein Foto hatten die immer Zeit – so wie wir heute.

In diesem Jahr wird das Fahrerlager noch durch das Public Viewing  zur Fußball-EM aufgewertet? Wirst du dir dort Spiele ansehen? Guckst du überhaupt Fußball?
Die großen Turniere interessieren mich schon sehr. Ich finde es großartig, dass den Fans diese Möglichkeit am Norisring geboten wird. So können sie beide Sportarten miteinander verbinden. Die Stimmung wird bestimmt sehr gut werden. Ich selber weiß es noch nicht, ob ich mir Spiele ansehen kann. Das hängt von meinem Zeitplan ab. Ich werde jedoch jede Chance nutzen. Irgendwie werde ich das schon verfolgen können.

Dein Zeitplan ist ja höchstwahrscheinlich noch enger, als sonst. Schließlich werden doch sicherlich viele Freunde und Bekannte vor Ort sein...
Ja, klar! In Nürnberg treffe ich natürlich auf besonders viele bekannte Gesichter. Die Unterstützung von Freunden und Familie ist dort immer sehr groß, was mich besonders freut und antreibt.

Dürfen die dich denn auch in der Box besuchen, oder willst du da lieber deine Ruhe haben?
Ich versuche schon mal einen größeren Pulk mit in die Box zu nehmen, um ihnen mein Auto und einige andere Dinge zu zeigen und zu erläutern. Aber, natürlich können das auch nicht 40 oder so sein. Dann wären meine Mechaniker nicht so erfreut und könnten sich gleich auf die Wiese legen und ihre Arbeit einstellen. Kurz vor den Sessions ist mir das aber nicht so recht. Natürlich hat man auch in diesen Momenten ständig Personen um sich herum. Aber, Familie und Freunde ist da was anderes. Ich will mich voll auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren, was dann, glaube ich, nicht zu 100 Prozent möglich wäre.“

Kommen wir zum Sportlichen. Im DTM-Auto hast du auf dem Norisring einen sechsten Platz als bestes Resultat erzielt. Sitzt du in der falschen Marke, um einen Heimsieg in dieser Serie zu feiern?
Ich sitze bestimmt nicht in der falschen Marke. Schließlich bin ich 2014 in dem Auto Champion geworden. Es ist aber schon so, dass uns die Strecke nicht so liegt. Ich habe schon mal angefragt, ob die Veranstalter nicht noch ein paar Kurven mehr in den Kurs setzten können... Nein, Scherz beiseite. Der Norisring gehört wie der Lausitzring zu den Strecken, die der Konkurrenz mehr entgegenkommen. Dafür haben wir an anderen Orten Vorteile. Aber, wir haben am Lausitzring bewiesen, dass trotzdem was möglich ist. Mit dem dritten Startplatz und dem anschließenden vierten Rang haben wir nicht gerechnet. Wir müssen einfach zusehen, dass wir gerade auf diesen Strecken möglichst viele Punkte mitnehmen. Ein Podestrang bei meinem Heimrennen wäre natürlich der absolute Hammer!

Es läuft generell in diesem Jahr für dich sehr gut. Mit Ausnahme des Auftaktrennens bist du immer in die Punkte gefahren und hast in Spielberg bereits einen Saisonsieg gefeiert.
Ja, ich bin Zweiter in der Fahrerwertung und bisher habe ich gemerkt, dass wir uns auf allen Ebenen etwas verbessern konnte. Die harte Arbeit und die vielen Analysen über den Winter scheinen sich auszuzahlen. Wir müssen jetzt so weiter machen – weiter konstant punkten. Bisher ist es die am härtesten umkämpfte Saison, die ich erlebt habe. So viele Fahrer haben Chancen, Champion zu werden. In jedem Lauf hat bisher ein anderer gewonnen. Ich glaube, dass der Titelkampf 2016 erst im allerletzten Rennen entschieden wird. Um dann noch dabei zu sein, muss ich regelmäßig punkten – am Besten auch am Norisring.

Ob unter den Top Ten, oder nicht. Zumindest die Zielflagge wirst du in beiden Läufen aller Wahrscheinlichkeit nach sehen. In den 44 DTM-Rennen deiner Karriere bist du nur zweimal ausgefallen. Ein beeindruckender Wert. Hast du irgendein Geheimrezept?
Naja, mit Blick auf die Diskussion in Spielberg: Ich bin halt keine Pappnase (lacht, Anm. d. Red.: Marco bezieht sich auf die jüngsten Äußerungen von Mattias Ekström, der einige Konkurrenten als „Pappnasen“ bezeichnet hatte). Nein, ich glaube einfach, dass ich die Situationen während eines Rennens gut einschätzen kann. Natürlich will und kann ich auch überholen – aber nicht um jeden Preis. Ich ziehe lieber einmal mehr zurück, als mich auf der letzten Rille an meinem Widersacher vorbei zu drängen und ein Ausscheiden zu riskieren. Da versuche ich es dann lieber in der nächsten Runde noch einmal. Wie gesagt, konstante Ergebnisse sind der Schlüssel zum Titel – besonders seit wir 18 Rennen pro Jahr bestreiten.

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