Mit Teamwork zum DTM-Titel | DTM
2004-09-23 14:28:42

Mit Teamwork zum DTM-Titel

Mit Teamwork zum DTM-Titel

Die DTM hat einen neuen König: Mattias Ekström (26) sicherte sich am vergangenen Wochenende mit dem Audi A4 DTM bereits vorzeitig den Meistertitel in Europas populärster Tourenwagen-Rennserie und machte damit das erfolgreiche Comeback des Ingolstädter Herstellers in der DTM perfekt. "Für Audi ist es ein großartiger Erfolg, gleich im ersten Jahr den Titel gewonnen zu haben", erklärt Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Mattias hat sich den Titel fahrerisch selbst erarbeitet. Aber natürlich hat er auch ein Team, das voll hinter ihm steht."

Dieses setzt sich aus den rund 150 Mitarbeitern von Audi Sport und den beiden Werksteams Audi Sport Team Abt Sportsline und Audi Sport Infineon Team Joest zusammen. Audi Sport zeichnet dabei unter Leitung von Wolfgang Appel (Fahrzeugtechnik) und Ulrich Baretzky (Motorentechnik) vor allem für die Entwicklung und Weiterentwicklung des Audi A4 DTM verantwortlich, die beiden Teams für den Renneinsatz der insgesamt sechs Fahrzeuge.

"Audi Sport hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet, der A4 DTM ist ein phantastisches Auto", schwärmt Mattias Ekström. Ein Lob, das Stefan Aicher (35) besonders gerne hören dürfte, denn der A4 DTM ist quasi sein "Baby". Als bei Audi die Pläne für das werksseitige DTM-Comeback reiften, wurde Aicher, bei Audi Sport seit 1999 im Fahrwerksbereich tätig, mit der technischen Projektleitung betraut. "Ein gesamtes Projekt von A bis Z zu betreuen und nicht nur für einen speziellen Bereich verantwortlich zu sein, war für mich eine große Herausforderung", sagt der Familienvater, der Maschinenbau studierte, ehe er zu Audi Sport kam. "Dass es auf Anhieb mit dem Meistertitel geklappt hat, macht mich natürlich sehr stolz."

Mit der Übergabe der Fahrzeuge an die Einsatzteams endete für den Berchtesgadener die erste Phase des A4-Projekts. "Während der Saison kümmere ich mich vor allem darum, dass die Autos laufen und die Performance stimmt." Aicher füttert seinen Computer mit den Daten aus den Fahrzeugen, analysiert Video-Aufzeichnungen und protokolliert jedes noch so kleine Detail, das anschließend in Ingolstadt ausgewertet wird.

Vom neuen DTM-Champion ist Aicher hellauf begeistert: "Der ‚Eki’ ist ein supernetter Kerl und unheimlich intelligent. Er fährt nicht nur schnell, er ist auch einer, der auf einen zukommt, wenn er eine Idee hat. Ich habe selten einen Fahrer erlebt, der so mitdenkt. Das hilft uns bei der Weiterentwicklung. Und wie er sich mit seinem Renningenieur versteht, ist einfach eine Schau."

Alexander Stehlig (29) ist seit Mitte 2001 Renningenieur von Mattias Ekström und damit derjenige, der gemeinsam mit dem Schweden das Setup seines A4 DTM erarbeitet. Ekström sagt, wie sich das Auto auf der Strecke verhält, Stehlig schlägt auf Basis der Aussagen die nächsten Veränderungen vor. "Das Gute ist, dass Mattias und ich in der DTM alle Erfahrungen gemeinsam gesammelt haben", erzählt der Franke, der sich 2000 nach dem Studium der Fahrzeugtechnik auf eine Stellenanzeige im Internet bei Abt Sportsline bewarb und gleich im DTM-Team landete – ganz ohne Motorsport-Vorkenntnisse. Inzwischen versteht er sich mit seinem Fahrer praktisch blind. "Dass wir schon so lange zusammen arbeiten, ist ein großer Vorteil", meint Stehlig, der das Verhältnis zu Ekström als "freundschaftlich" bezeichnet und ganz genau weiß, was "seinen" Fahrer so stark macht: "Die große Erfahrung in der DTM, die Coolness und Gelassenheit gepaart mit Schnelligkeit, und die extrem ausgeprägte Fähigkeit zu spüren, was das Auto macht."

Ähnlich eng ist das Verhältnis zwischen Mattias Ekström und seinem Chefmechaniker Janne Ljundberg (31), einem von vier Schweden, die am Fahrzeug des neuen Meisters arbeiten und mit ihren Händen die Verbesserungen umsetzen, die Ekström und Stehlig ersonnen haben. "Wenn Mattias an die Box kommt, sehe ich schon an seiner Kopfbewegung, ob wir in die richtige Richtung gearbeitet haben, oder nicht", sagt Ljundberg. "Ich kenne Mattias seit 1999, wir haben in den letzten Jahren in Schweden auch privat viel zusammen unternommen. In dieser Saison blieb wegen der vielen Arbeit allerdings wenig Zeit dafür." Immer wieder staunt er, wie gut Ekström mit der Technik vertraut ist: "Er kennt das Auto hundertprozentig, jedes Detail. Mattias weiß ganz genau, was wie lange dauert, was man am Auto in einer bestimmten Zeit ändern kann und was nicht."

Vor dem Start des Rennens ist Ljundberg der Letzte an Ekströms Auto. "Das Ritual ist immer dasselbe: Ich schließe die Starterbatterie an, Mattias lässt den Motor an, ich ziehe den Stecker der Batterie ab, und dann schütteln wir uns noch einmal kurz die Hände", erzählt der in Bayern lebende Schwede, der für Ekström einer der wichtigsten Männer im Team ist: "Wenn Janne sagt, das Auto ist okay, dann weiß ich, dass das auch der Fall ist."

Dass sich Ekström bei seiner Arbeit wohl fühlt, dafür sorgt auch Volker Nossek (42), Projektleiter DTM bei Audi und als Teambetreuer die Schnittstelle zwischen Audi Sport und dem Audi Sport Team Abt Sportsline. "Ich höre mir die Wünsche der Fahrer an und versuche, die richtigen Weichen zu stellen", sagt der zweifache Familienvater, der schon in den 80er Jahren im Rallyesport freiberuflich für Audi arbeitete. Seit 1996 ist der gebürtige Leverkusener fest bei Audi Sport. Mattias Ekström lernte er als introvertierten jungen Mann kennen. "Er hat sich prima entwickelt und ist heute sehr viel offener", erklärt der Maschinenbau-Ingenieur. "Nach und nach habe ich heraus bekommen, was der Fahrer ‚Eki’ so braucht, um zufrieden zu sein."

Die Saison 2004 war für Nossek, der das Team Abt Sportsline schon beim ersten DTM-Titel im Jahr 2002 begleitete, eine ganz besondere: "Audi Sport hat in der DTM Neuland betreten. Wir wussten am Anfang nicht genau, wo wir im Vergleich zu unseren Konkurrenten stehen. Aber wir haben schnell gelernt, uns in der DTM zurecht zu finden und uns konsequent weiter entwickelt. Das Ergebnis ist der Meistertitel."

Stefan Aicher, Alex Stehlig, Janne Ljundberg und Volker Nossek – vier Männer stellvertretend für viele, die in der DTM-Saison 2004 eng mit Mattias Ekström zusammen gearbeitet haben, deren Namen aber nie in den Schlagzeilen stehen.

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