Modena Schnellster im zweiten freien Training | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-05 13:51:05

Modena Schnellster im zweiten freien Training

Das zweite freie Training auf dem Sachsenring endete mit einer Bestzeit des italienischen Opel-Fahrers Stefano Modena. Bei der Jagd nach der richtigen Abstimmung mussten einige seiner Markenkollegen Federn lassen: Es gab drei Dreher und einen massiven Verbremser.

Zwölf Fahrer innerhalb einer Sekunde – auch im zweiten freien Training auf dem Sachsenring ging es hoch her. Nuancen an der Fahrwerksabstimmung und eine optimale Runde werden am Nachmittag den Ausschlag über die Startaufstellung geben – die auf der engen Piste im Sächsischen besondere Bedeutung zufällt, weil Überholen nur sehr schwer zu bewerkstelligen ist.

Nach seiner morgendlichen Pause griff am Mittag auch Tabellenführer Bernd Schneider erstmals ins Geschehen ein. Der Mercedes-Pilot legte eine professionelle Akribie an den Tag: Zuerst bearbeitete er die drei Sektoren, in denen jede Strecke zerlegt ist, jeweils separat – und erzielte nach und nach in jedem Sektor einmal die Bestzeit. Erst als die Einzel-Bearbeitung erledigt war, fügte Schneider seine Erkenntnisse zu einer einzigen flotten Runde zusammen. Die dauerte 1.20,150 Minuten – das reichte in der zweiten freien Sitzung zwar für den zweiten Rang, in der kumulierten Wertung aus erstem und zweitem freien Training aber nur für Platz vier.

Am heutigen Freitag knackte bislang nur ein Fahrer die Grenze von 1.20-Minuten: Stefano Modena holte sich kurz vor Schluß noch einen neuen Satz Reifen und brannte 1.19,992 Minuten in den Asphalt – damit war er nicht nur absolut Schnellster beider Sitzungen, sondern auch einer der wenigen, die schon vor dem Qualifying um 14 Uhr den zweiten von sechs Reifensätzen angebrochen haben.

Während Modena mit seiner Bestzeit aufhorchen liess und auch sein Markenkollege Michael Bartels, dessen Zeit aus der ersten Sitzung in der gemeinsamen Wertung für Platz zwei reichte, ein erfreuliches freies Training erlebten, wurde es für eine ganze Reihe anderer Opel-Fahrer kritisch. Uwe Alzen leistete sich ebenso eine Pirouette wie Joachim Winkelhock, der Sieger des fünften Saisonrennens auf dem Norisring, der in Sachsen nur auf die zwölfte Position kam. "Mal übersteuert das Auto, in der nächsten untersteuert es", seufzte der Schwabe. "Wenn ich wenigstens verstehen würde, was damit los ist, dann wäre mir schon wohler."

Auch die beiden Jungstars Christian Menzel und Timo Scheider wurden von Zwischenfällen geplagt. Irmscher-Pilot Menzel verbuddelte sein Opel V8 Coupé nach einem Dreher im Kiesbett: "Ich war einfach zu schnell. Man muss in diesem Feld was riskieren. Wenn man sich die Zeiten anguckt, dann wird einem auch heute wieder klar: Es gibt hier keine Loser. Das liegt alles unglaublich eng zusammen. Wenn man irgendwo ein, zwei Zehntel findet, dann hat man gleich vier oder fünf Plätze gewonnen."

Scheider verbremste sich gleich zu Beginn des Trainings und ruinierte sich dabei den rechten Vorderreifen. "Das Leinen hat schon durchgeguckt, aber wir wollte keinen neuen Satz verschwenden", erklärte der ehemalige Formel-Renault-B-Meister. "Deswegen bin ich nur wenig gefahren." Was in dem wenig repräsentativen 18. Rang mündete.

Nach den freien Trainings schlägt das Barometer einmal mehr noch nicht in Richtung Opel oder Mercedes aus: Ein Opel-Fahrer Schnellster – "Provisional Pole", sagen die Engländer dazu: Vorläufig erster Startplatz. Dann in Peter Dumbreck, dessen Zeit aus dem ersten Training für den zweiten Rang reicht, der erste Mercedes-Fahrer vor Bartels im nächsten Opel, Mercedes-Mann Schneider und Alzen im nächsten Opel. Die brisante Mischung setzt sich durch die Zeitenliste fort: Klaus Ludwig war insgesamt Sechstschnellster, wurde aber im zweiten Training von seinem jungen Teamgefährten Marcel Fässler geschlagen. Was für den Routinier kein Beinbruch ist. Denn er absolvierte im zweiten freien Training als einziger einen Long-Run über eine komplette Renndistanz – und genießt damit gegenüber seinen Kollegen und Rivalen einen gewissen Erfahrungsvorsprung. Auch wenn er beim Mittagessen beteuerte: "Ich gebe die Information gleich weiter" – ein Schelm, wer Gerissenes dabei denkt...

Aus dem Long-Run bringt Ludwig auf jeden Fall eine Erkenntnis mit, die für den Rennsonntag Brisanz verspricht: "Wenn es so heiß ist wie heute", schwant dem ehemaligen Sportwagen-Weltmeister, "dann wird es mit den Reifen ziemlich eng."

Eine strikte Aufgabenteilung gab es auch im privaten Abt-Audi-Rennstall. Während Christian Abt und Laurent Aiello beide freien Trainings dazu nutzten, die Abstimmungsarbeit der modifizierten Abt-Audi TT-R zu forcieren, sollte Kris Nissen mit einer fliegenden Runde das Potenzial des Boliden ausloten. Der Däne erreichte dabei 1.20,948 Minuten – und war so zum ersten Mal in dieser Saison innerhalb derselben Sekunde wie die Spitze des Feldes. "Wir haben mitten in der zweiten Session das Set-up geändert und waren damit schon auf gebrauchten Reifen um drei oder vier Zehntelsekunden schneller", freute sich der Däne. "Dann haben wir zum Schluß neue Reifen montiert, und ich habe eine fehlerfreie Runde erwischt."

Auch wenn Nissen urteilt, von den Punkterängen sei man "noch ein ganzes Stück weg", so gibt die Vorstellung des Dänen doch zu Hoffnung Anlaß – erst recht, weil sowohl Abt als auch Aiello fürs Qualifying noch ihre kompletten sechs neuen Reifensätze zur Verfügung haben.

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