Opel-Pilot Michael Bartels gewinnt sensationell von Startplatz 20 | DTM.com | Die offizielle Webseite
2001-05-08 00:05:18

Opel-Pilot Michael Bartels gewinnt sensationell von Startplatz 20

So etwa hätte die Schlagzeile lauten können, wenn das DTM-Rennen in der 18. von 22 zu fahrenden Runden, aus welchen Gründen auch immer, abgebrochen worden wäre.

Was vielen Besuchern, etlichen Medienvertretern und auch den TV-Kommentatoren offenbar nicht bewusst war: Michael Bartels führte seit der 14. Runde das Rennen an! Weil er sich nach seinem schlechten Qualifying und dem daraus resultierenden 20. Startplatz eigentlich keine großen Chancen ausrechnete ganz nach vorne zu kommen, ließ er sich etwas einfallen. Die Taktik, die Bartels und sein Opel Team Holzer vor dem Start ausgeknobelt hatten und von der natürlich auch Opel-Sportchef Volker Strycek wusste, wäre um ein Haar sogar aufgegangen.

Nachdem fast alle anderen Fahrer ihre Pflichtboxen- stopps absolviert hatten, lag Bartels plötzlich ab Runde 14 in Führung. Wenig später schlossen Laurent Aiello (Abt-Audi) und Bernd Schneider (AMG Mercedes-Benz) zu Bartels auf und auf den Zuschauerrängen, im Media Center und der Boxengasse begannen heftige Debatten, wieso sich Bartels einfach in den vermeintlichen Zweikampf um die Spitze einmischen könne. Das sei doch äußerst unfair. Einige glaubten sogar, er stünde bereits zur Überrundung an. Auch die Streckenposten waren nicht im Bilde, denn sie zeigten Bartels reglementwidrig (!) die "blaue Flagge", die aber niemals und in keiner Serie einem Führenden gezeigt wird. Die Verwirrung war also riesengroß, nur bei Opel klopfte man sich auf die Schulter.

Was so unfair aussah, war ganz einfach ein genialer Schachzug, den das neue sportliche Reglement nun einmal zulässt. Da jeder Fahrer seinen Pflichtboxenstopp mit Reifenwechsel von der Einführungsrunde bis zur vorletzten Runde selbst festlegen kann, sind taktische Spielereien in Hülle und Fülle gegeben. Vielen Beobachtern fehlte offensichtlich der Durchblick oder sie hatten ganz einfach keine Ahnung. Bartels fühlte sich jedenfalls in der Rolle als "Gejagter" pudelwohl, kämpfte wie ein Löwe und gab nicht nur Aiello und Schneider Rätsel auf. Zudem konnte jeder erkennen, dass das momentan schlechte Abschneiden der Opel-Piloten nicht an der Power liegt. Jedenfalls hielt sich Bartels wacker vier Runden lang an der Spitze, wurde TV-gerecht eingefangen, und hatte eigentlich nur das "Pech", dass der vielzitierte Wettergott kein Einsehen mit ihm hatte. Hätte Petrus wie zu Beginn des Qualifikationsrennens, als eine kurze Schauer niederging, die Schleusen richtig geöffnet, wäre ein Rennabbruch unumgänglich gewesen. Das wiederum hätte Bartels zum glücklichen Sieger verholfen! Auch Opel-Sportchef Volker Strycek verstand die Aufregung nicht und erklärte: "Der späte Boxenstopp von Michael Bartels war strategisch bedingt und vollkommen im Sinne des neuen Reglements. Wir wollten außerdem Erfahrungen sammeln, wie sich die Reifen über eine längere Distanz verhalten. Wäre das Rennen in dieser Phase abgebrochen worden, hätte er gewonnen."

Bartels hatte aber weder den Wettergott noch den Renngott an diesem Tag auf seiner Seite, denn bei seinem Boxenstopp flog zu allem Übel auch noch der Schlagschrauber hinten rechts auseinander. Wertvolle Sekunden verrannen, statt 6,74 Sekunden wie beim Rekordboxenstopp von Timo Scheider stand Bartels 19,38 Sekunden an der Holzer-Box still. Das kostete ihn mindestens zwei Ränge und so reichte es letztendlich doch nur zu Platz 14. Seine Enttäuschung hielt sich in Grenzen als er nach dem Rennen zu Protokoll gab: "Es hat mir einen Riesenspaß bereitet, dass Rennen anzuführen. Damit haben wir uns alle sicherlich Appetit auf mehr geholt. Das Rennen war ganz nach meinem Geschmack und lief für mich sehr gut. Ich konnte das Potential des Autos heute viel besser umsetzen. Man spürt förmlich, wie es aufwärts geht."

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