Schneider hängt Gegner deutlich ab | DTM.com | Die offizielle Webseite
2000-08-19 16:33:34

Schneider hängt Gegner deutlich ab

Mit einem "für DTM-Verhältnisse unnatürlich großen Vorsprung" holte Tabellenführer Bernd Schneider sich die Pole Position fürs erste Rennen auf dem Nürburgring – urteilt Mercedes-Sportchef Norbert Haug mit Stolz geschwellter Brust. Der um 0,344 Sekunden unterlegene Opel-Fahrer Uwe Alzen rätselt über die Ursachen – während Schneiders direkter Titelrivale Manuel Reuter sich im Abschlußtraining gerade noch schadlos hielt.

Der Tabellenführer legt die Latte hoch. Bernd Schneider untermauerte im Zeittraining vor dem DTM-Rennen auf dem Nürburgring seine Vormachtstellung in der Serie. Mit einer Bestzeit von 1.39,008 Minuten hängte er seinen direkten Verfolger um satte 0,344 Sekunden ab – und dieser direkte Verfolger ist nicht mal sein ärgster Gegner in der Meisterschaft, Manuel Reuter, sondern dessen Opel-Stallgefährte Uwe Alzen.

Obwohl der Westerwälder mit dem zweiten Startplatz endlich mal wieder da steht, wo er hin gehört, zermarterte er sich dennoch das Hirn. "Drei Zehntel sind eine ganze Menge", grübelte Alzen. "Dabei kann ich noch gar nicht mal sagen, wo wir die Zeit verloren haben. Das Auto war gut ausbalanciert und gut zu Fahren. Ich habe mich auch immer ein bißchen gesteigert – aber der Rückstand ist heftig. Jetzt ist es wichtig, dass wir das Auto im Warm Up am Sonntagmorgen möglichst optimal fürs Rennen abstimmen."

Schneider liess sich von solchen Kalkulationen nicht anstecken. Der Mercedes-Pilot rekapitulierte sein Training mit der Gelassenheit eines unbesiegbaren Galliers: "Meine erste fliegende Runde hat mir Joachim Winkelhock kaputt gemacht. Der hat mich aber dann sofort vorbei gelassen, und ich konnte mich bei Uwe Alzen in den Windschatten hängen. Der Opel geht ja auf den Geraden auch recht gut – so hat er mir noch ´ne Zehntelsekunde geschenkt."

Schneider "war es nicht wichtig, mit aller Gewalt die Pole zu haben – sondern nur, möglichst weit vorne zu starten. Wenn man im Mittelfeld steht, dann passiert schnell was." Mit einer gewissen Entspanntheit konnte Schneider deswegen kurz vor Schluß noch mal nachladen. "In der Schikane habe ich ´nen Tick später gebremst als vorher. Ich habe das Auto nur gerade noch so rum gekriegt."

Dass ausgerechnet der hin und wieder etwas ungestüme Alzen neben Schneider startet, beunruhigt den Saarländer nicht: "Klaus Ludwig wäre mir zwar lieber gewesen. Aber ich muss auch an die Meisterschaft denken – und da tut´s mir nicht so weh, wenn Alzen gewinnt."

Schlimmer wäre für ihn da schon ein Erfolg von Manuel Reuter. Alzens Teamkollege im Opel-Rennstall von Günther Holzer wirkte in der Eifel lange nicht wie ein Tabellenzweiter. "Aber er war mit der Abstimmung seines Autos nicht zufrieden", rückte Opel-Rennleiter Volker Strycek die Leistung des Hobby-Triathleten ins rechte Licht. "Er opfert dann lieber mal das Qualifying, um das Auto fürs Rennen doch noch besser hinzukriegen." Erst wenige Minuten vor Schwenken der schwarz/weiß-karierten Flagge änderten die Holzer-Mannen die Abstimmung der Hinterachse und wechselten noch den Gurney Flap am Heckflügel, damit auch Reuter auf eine Chaos-Runde gehen konnte. Der Wahl-Österreicher, letzte Woche noch Ehrengast bei einer großen kirchlichen Feier in seiner Heimatstadt Saalfelden, schob sich noch auf den vierten Rang nach vorn.

Geschlagen wurde Reuter vom Schotten Peter Dumbreck, der sich einmal mehr als bester Mercedes-Junior hervortat. "Man braucht einfach eine gewissen Zeit, um mit diesen Autos schnell zu sein. Jetzt habe ich wohl endgültig meinen Durchbruch geschafft – wie ich die Reifen optimal nutze und das Auto nach meinem Geschmack abstimme." Der 26-Jährige wirkt auf Nachfragen nach Stallregie freilich etwas irritiert: "Wir sind doch alle eine grosses, fröhliches Familienteam. Aber ich werde auch zur Stelle sein, um ein hartes Rennen zu fahren."

Das Zeittraining im Detail

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