Shanghai: Die Maxi-Version des Norisrings | DTM
2004-07-16 09:19:30

Shanghai: Die Maxi-Version des Norisrings

Shanghai: Die Maxi-Version des Norisrings

Es ist unter vielen Aspekten wohl das DTM-Rennen des Jahres: Am kommenden Wochenende gastiert die Königsklasse des Tourenwagensports erstmals in China. Im Rahmen des Einladungsrennens auf einem 2,85 km langen Stadtkurs in Shanghai kommt auf die Piloten ein Wechselspiel aus Vollgas-Passagen und scharfen Kurven zu.

Der Renndienst des Reifenlieferanten Dunlop wird demnach am Wochenende alle Hände voll zu tun haben. Die meisten Techniker sind bereits vor Ort, um die neue Strecke in Augenschein zu nehmen und melden die ersten Erkenntnisse an die Motorsport-Zentrale in Deutschland. „Der Kurs in Shanghai ist brandneu, entsprechend liegen keinerlei Erfahrungswerte vor“, beschreibt Dunlop-Renndienstleiter Manfred Theisen. So kommt dem gesammelten Know-how der Mannschaft des Dunlop-Renndienstes eine besondere Bedeutung zu. „Am ehesten lässt sich der Charakter der Strecke wohl als Maxi-Version des Norisrings beschreiben“, fasst Theisen die ersten Informationen seines Teams in Shanghai zusammen. „Aus Vollgaspassagen heraus wird in die engen Kurven hinein extrem verzögert.“ Auf Höchstgeschwindigkeiten von 250 bis 270 km/h werden es die DTM-Boliden bringen – entsprechend extrem werden die Bremsbeläge sich aufheizen. Diese Hitze in Verbindung mit hohen Asphalt- und Lufttemperaturen machen eine besonders sorgfältige Abstimmung der Pneus notwendig. „Als Lufttemperaturen in Shanghai sind für die kommenden Tage 36 bis 39 ° C vorhergesagt“, schildert der Chef des Dunlop-Renndienstes, „dazu kommt eine fast hundertprozentige Luftfeuchtigkeit. Das sind extreme Bedingungen nicht nur für Menschen, sondern auch für das Material.“ Der sich ständig ändernde Charakter der Strecke fordert die Techniker von Dunlop, denn sie müssen mit ihren schnellen Kunden immer wieder das Setup optimieren.


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Strecke ist voller Besonderheiten

Eine weitere Besonderheit des Stadtkurses sind 117 Kanaldeckel rund um die Strecke. Diese werden bis zum Rennen sämtlich fest verschweißt werden. „Wie mir die Techniker, die bereits in Shanghai sind berichten, leisten die Organisatoren da eine hervorragende Arbeit“, so Theisen. Die Kanaldeckel bedingen niedrige, rund 4 mm hohe Kanten in der Strecke. „Das wird für die Reifen aber kein Problem, da diese Kanten immer auf den Geraden überfahren werden.“ Anspruchsvoller wird in Shanghai vor allem, das Gripniveau optimal zu nutzen. Da auf der Strecke ein verhältnismäßig glatter Asphalt verbaut ist und auch in der chinesischen Metropole durch den Alltagsverkehr kein Gummiabrieb auf die Piste kommt, werden die Piloten zunächst mit relativ wenig Grip auskommen müssen. „In den ersten Trainingssitzungen wird die Strecke vermutlich noch sehr glatt sein“, beschreibt Manfred Theisen. „Aber das dürfte sich im Laufe des Wochenendes ein wenig bessern. Trotzdem vermuten wir, dass die Fahrbahn im Vergleich zu anderen DTM-Strecken rutschig bleiben wird.“ Hinzu kommt eine feine Staubschicht, die auf der Strecke im neu gebauten Geschäftsviertel noch auf der Fahrbahnoberfläche zu finden ist. Nachdem die Ideallinie recht schnell frei gefahren sein dürfte, könnten Überholmanövern zu einer staubigen Angelegenheit werden.

Reglement für Einladungsrennen geändert

Neuland ist auch ein geändertes Renn- und Reifenreglement, das nur beim Einladungsrennen in China gilt. Für den Lauf ohne Punktevergabe für die Meisterschaft stehen den Teams nur vier statt der sonst üblichen zehn Satz Reifen zur Verfügung. „Für die Teilnehmer an der Super-Pole wird es einen zusätzlichen Satz Reifen geben“, schildert Manfred Theisen. Zusätzlich wird die Renn-Distanz in Shanghai ausnahmsweise in zwei Sprintrennen absolviert.

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