Timo Glock: „Hier haben wir kaum eine Chance“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2016-06-03 21:00:00

Timo Glock: „Hier haben wir kaum eine Chance“

Timo Glock

Timo Glock ist nach den ersten vier Rennen der DTM-Saison 2016 so ein wenig der Mann der Stunde. Nach seinem unverschuldeten Ausfall im Auftaktrennen fuhr er in Hockenheim am Sonntag auf den zweiten Platz, belegte in Spielberg zunächst Rang vier und krönte seine Bilanz mit dem Sieg am Sonntag. Eine Ausbeute, die zur Führung in der Gesamtwertung reichen würde, wäre Glock nicht aufgrund eines zu hohem Heckdeckels an seinem BMW in Hockenheim nachträglich disqualifiziert worden. Doch auch ohne die 18 Punkte aus Hockenheim, liegt Glock derzeit auf dem dritten Gesamtrang. DTM.com hat mit dem 34-Jährigen nach dem ersten Freien Training des dritten DTM-Wochenendes auf dem Lausitzring gesprochen.

Timo, auf die Frage nach deinem Erfolgsrezept in den vergangenen Wochen, sagtest du häufig, dass du die Rennwochenenden einfach genießt und richtig Spaß hast. Hattest du in deinen ersten drei DTM-Jahren denn keinen Spaß?
Timo Glock:
„Doch, schon. Aber, da ist es einfach nicht so einfach von der Hand gelaufen. Aus irgendwelchen Gründen lief es in dieser Saison ein wenig besser. Da macht die ganze Sache natürlich noch mehr Spaß. Aber, wieso, weshalb, warum? Ich hab keine Ahnung. Gut, ich habe das Team gewechselt, was sicherlich ein ausschlaggebender Punkt sein kann.

Ist so ein Teamwechsel wirklich so eine Art Frischzellen-Kur?
„Joa, so könnte man es vielleicht nennen. Man muss aber ganz klar sehen: es liefen jetzt an den ersten beiden Wochenenden viele Dinge sehr gut zusammen. Jetzt werden Rennen kommen, bei denen das nicht so der Fall ist. Das ist Fakt.“

Die Pace stimmte bisher, die Ausbeute aufgrund der Disqualifikation nicht so sehr. Hat dich das Wochenende in Hockenheim nicht unheimlich frustriert. Endlich startest du mal gut in das Jahr und dann so ein Hammer...
„Klar, das tut schon weh. Besonders, weil ich in Spielberg nachlegen konnte und ohne die Disqualifikation mit zwölf Punkten Vorsprung Gesamtführender wäre. Wir können uns jetzt ärgern, ärgern, ärgen. Aber, das macht uns auch nicht schneller, eher langsamer. Wir müssen die Sache wegschieben und nach vorne schauen – ganz einfach.“

Bisher warst du schnell, dabei hast du bei der Auftakt-Pressekonferenz in Hockenheim noch gesagt, dass du immer noch Schwierigkeiten hast, dich an das Auto zu gewöhnen. Was meinst du da konkret?
„Wenn du lange Zeit Formel-1-Autos fährst, ist der Wechsel in einen Tourenwagen schon enorm. Das dauert seine Zeit. Wie das Team es allerdings in dieser Saison schafft, mir das Auto vorzubereiten, ist schon bemerkenswert. Ich steige ein und eigentlich passt alles. Wir müssen kaum Änderungen vornehmen, was mir natürlich viel schneller ein besseres Gefühl im Cockpit gibt. Die Balance des Autos war an den ersten beiden Wochenenden genau nach meinem Geschmack.“

Die verbalen Attacken von Mattias Ekström gegen Maximilian Götz und António Félix da Costa. Auch nach deinem Geschmack? Gut für die DTM?
„So etwas hilft immer. Das bringt Emotionen und heizt die Gemüter an. Das ist auf jeden Fall kein Nachteil. Ich hatte ja selber im vergangenen Jahr mit Eki ein kleineres Scharmützel in Moskau, das auch ein wenig was ausgelöst hat.“

Und was sagst du zu Ekströms deutlicher Kritik?
„Gerade António kenne ich ja nun schon eine Weile sehr gut. Ich glaube nicht, dass er so unfähig ist, wie er dargestellt wurde. Er hatte ein, zwei unglückliche Situationen. In Spielberg war es im ersten Rennen ein ganz normaler Rennunfall und im zweiten Rennen gab es eine ganz normale Berührung, woraufhin Edoardo Mortara António abgeschossen hat – ganz klar der Fehler von Mortara. Deshalb ist es schwierig, ihn als Clown oder ähnliches zu bezeichnen. Das war schon etwas over the top. Aber, es hat uns PR gebracht – und gut ist.“

Für welche positiven Schlagzeilen kannst du denn an diesem Wochenende sorgen? 18. Platz im ersten Freien Training ist ja nicht wirklich vielversprechend.
„Das ist definitiv nicht unsere Parade-Strecke hier. Es gibt einfach sehr viele Bodenwellen, mit denen wir im vergangenen Jahr auch nicht so gut zurechtgekommen sind. Die Balance meines Autos war jetzt gar nicht schlecht. Aber, im Vergleich - speziell zu Audi - sind wir hinten dran.“

Also brauchst du schon eine außergewöhnliche Runde, um nach dem Qualifying gut dazustehen? Kommt dir die relativ frühe Zeit am Samstag vielleicht dabei entgegen?
„Die Zeit ist völlig egal. Ich bin es gewohnt früh aufzustehen, mein kleiner Sohn tut das in Regel schließlich spätestens um sechs, halb sieben.“

Ist deine Familie oft mit dabei?
„Nein. Ein, zwei Rennen im Jahr. In Hockenheim war meine Frau da und auch der Kleine mal kurz. Aber im Endeffekt ist es halt wie in jeder Branche. Ich meine, wer kann seine Familie schon mit zur Arbeit nehmen?! In der DTM ist Beruf und Privatleben jedoch wirklich noch ganz gut zu vereinbaren.“

Zurück zum Abschneiden an diesem Wochenende. Hast du vielleicht ein Ritual, das dir Glück bringt?
„In der Formel 1 bin ich immer von der rechten Seite ins Auto gestiegen. Das hat sich ja nun erledigt – also nein.“

Du rechnest also mit keiner vorderen Platzierung?
„Keine Chance – so weit kann ich mich da aus dem Fenster lehnen.“

Denkst du denn nach dem guten Saisonstart an mögliche Titel-Chancen?
„Viel zu früh. Da braucht man nur an Jamie Green erinnern. Den haben wir im vergangenen Jahr hier schon als Champion gefeiert – und dann kam gar nichts mehr. Natürlich ist es schön, diese Punkte bereits auf dem Konto zu haben – gerade vor diesen zwei schweren Rennen, die uns hier erwarten.“

 

 

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