Tom Blomqvist: ein Rookie fährt allen davon | DTM.com | Die offizielle Webseite
2015-09-16 13:45:00

Tom Blomqvist: ein Rookie fährt allen davon

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Während die Konkurrenz mit Zeiten über 1:23 Minuten ihre Runden in Oschersleben drehten, leuchteten bei ihm regelmäßig 1:22 Minuten auf dem Zeitenmonitor auf. Tom Blomqvist schien im Sonntagsrennen in seinem BMW in einer anderen Klasse zu fahren – der junge Brite flog am Sonntag förmlich zum ersten DTM-Sieg seiner Karriere. „Unser Paket hat mir an diesem Wochenende viel Selbstvertrauen gegeben. Von der ersten Runde an war ich sehr zuversichtlich und wusste, dass hier etwas möglich ist“, sagte der jüngste BMW-Sieger der DTM-Geschichte. „Dass es zum Sieg gereicht hat, ist aber einfach unglaublich. Mir fehlen die Worte.“ Der 21-Jährige feierte in Oschersleben den größten Erfolg seiner Karriere; 200 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem diese vor rund vier Jahren fast beendet gewesen wäre.

Die Veranlagung zum Rennfahrer wurde Blomqvist schon in die Wiege gelegt. Sein Vater, der Schwede Stig Blomqvist, prägte den Rallye-Sport vor allem in den 1980er-Jahren. Er nahm an insgesamt 122 Weltmeisterschaftsrallyes teil, wurde 1984 in einem Audi quattro Weltmeister, im Jahr darauf reichte es zum Vizetitel. Den Sohn zog es nach den für einen Rennfahrer nahezu obligatorischen Jahren im Kartsport (2003 bis 2009) jedoch auf die Rundstrecke, genauer in den Formelsport. In seinem Premieren-Jahr in der schwedischen Formel Renault wurde er 2009 Dritter, holte einen Sieg und fünf weitere Podestplatzierungen. Zudem startete er in der Wintersaison der britischen Formel Renault bei zwei Rennen, gewann diese und wurde mit 15 Jahren der jüngste Sieger in den Geschichtsbüchern der Serie. Nur ein Jahr später verewigte sich Blomqvist dort erneut: Mit 16 Jahren holte er sich den Titel als jüngster Fahrer aller Zeiten.

Im Jahr 2011 wechselte er in den Formel-3-Cup und feierte erneut einen furiosen Einstieg. In seinem ersten Rennen überquerte er als Zweiter den Zielstrich und holte wenige Wochen später seinen ersten Sieg. Beim siebten Lauf der Saison kam es zum wohl bisher heftigsten Moment in seiner noch jungen Karriere: Auf dem Lausitzring verunglückte Blomqvist schwer, hatte jedoch Glück im Unglück und kam mit einem gebrochenen Lendenwirbel davon. „Dieser Unfall hat mich nicht verängstigt“, sagt Blomqvist, der aufgrund der Verletzung ein halbes Jahr pausieren musste. „Das hat mich zwar etwas zurückgeworfen, aber ich bin damit gut zurechtgekommen.“ Das stellte er in den drei Folgejahren in der europäischen Formel 3 unter Beweis: 2012 und 2013 wurde er dort Siebter, 2014 reichte es zum Vizetitel. BMW hatte genug gesehen und gab dem Briten Anfang Februar 2015 ein DTM-Cockpit beim Team RBM.

Spätestens seit Oschersleben dürfte bei den Münchnern diese Entscheidung niemand mehr in Frage stellen. Jens Marquardt, BMW Motorsport-Direktor: „Das war ein sensationeller Debütsieg. Sich in seinem ersten DTM-Jahr so schnell einzufinden und auf derart dominante Weise ein Rennen zu gewinnen, verdient allerhöchsten Respekt.“ Blomqvist hatte zu Saisonbeginn, wie auch sein Hersteller, noch so seine Schwierigkeiten, fuhr inzwischen jedoch viermal in die Punkte. Nach seinem Sieg hat er 41 Zähler auf dem Konto, ist damit 16. und führt die inoffizielle Rookie-Wertung vor den beiden Mercedes-Benz-Piloten Lucas Auer (10 Punkte) und Maximilian Götz (6 Punkte) deutlich an. „Ich habe zu Beginn der Saison schnell gemerkt, wie hart es ist, in der DTM erfolgreich zu sein. Nun hat an diesem Wochenende einfach alles zusammengepasst, und ich habe es geschafft, das auszunutzen. Das hat Lust auf mehr gemacht.“

Man darf gespannt sein, wie sich der Youngster bei den letzten beiden Rennwochenenden des Jahres auf dem Nürburgring und in Hockenheim verkaufen wird. 

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