„Unser Ziel ist es, zu beeindrucken“ | DTM
2018-12-13 17:00:00

„Unser Ziel ist es, zu beeindrucken“

„Unser Ziel ist es, zu beeindrucken“

Das erste Kundenteam der neuen DTM-Ära heißt W Racing Team (WRT). Die aus dem GT-Sport bekannte Mannschaft um Teamchef Vincent Vosse wird in der kommenden Saison zwei Audi RS 5 DTM einsetzen. Das im belgischen Baudour beheimatete W Racing Team wurde 2009 gegründet und hat sich seitdem international einen Namen gemacht mit Triumphen bei den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, in Spa, Zolder und Dubai, den 12-Stunden-Rennen in Sepang und Bathurst sowie mehreren Meistertiteln in den Blancpain-GT-Serien. DTM.com hat sich mit Vincent Vosse unterhalten. Der ehemalige Rennfahrer spricht über die Herausforderungen eines solch großen Projektes und seine Ziele in der DTM für 2019.

Wann und wie kam es zum Entschluss in die DTM einzusteigen? Ihr wart zuletzt mit GT3-Autos sehr erfolgreich unterwegs. Und nun die DTM. War das ein logischer Schritt für euch?

Die Entscheidung ist im Mai/Juni diesen Jahres gefallen. Ich war ehrlich gesagt schon immer ein Fan der DTM. Ich habe die Serie stets mit großem Interesse verfolgt und es war für mich ein Traum, mal ein Teil davon sein zu können. Mein Ziel war es bisher immer, um den Sieg zu kämpfen. Aber es geht ja im Motorsport nicht nur ums gewinnen. Sondern auch um die Art der Arbeit. Was gibt es für Möglichkeiten sich zu entwickeln. Für uns ist es die richtige Zeit in die DTM zu kommen, aufgrund der Reglementänderung. Ich sehe eine leuchtende Zukunft für „CLASS-1“-Autos.

Ihr habt als privates Team genauso Zugriff auf das aktuelle Material und alle Daten wie die Werksteams. Ist es dennoch ein Duell David gegen Goliath?

Es ist definitiv ein Duell David gegen Goliath. Es ist klar, dass wir in die DTM nicht mit René Rast in unserem Auto einsteigen werden. Wahrscheinlich werden wir zwei Rookie-Piloten haben. In Hinblick auf die Fahrerbesetzung wird es also schon mal schwierig. Natürlich werden wir Zugriff auf viele Daten haben. Aber wenn wir Zugriff auf 80 Prozent haben, werden die Werksteams Zugriff auf 100 Prozent haben. Ich weiß, worauf wir uns einlassen. Du kannst nicht in die DTM kommen und erwarten, dass du sofort erfolgreich bist. Das haben wir bisher überall geschafft. Aber in der DTM wird es anders sein.

Unter welchen Aspekten stellt ihr euer DTM-Team zusammen? Woher kommt das Personal?

Ein Großteil des Teams wird neu zu WRT stoßen. Ich suche Leute mit DTM-Erfahrung. Ich will meine erfolgreichen WTCR- und GT-Teams nicht auseinanderreißen. Das funktioniert und sie sind wettbewerbsfähig in diesen Kategorien.

Was erwartet ihr euch von den „Young-Driver-Tests“ in Jerez? Welche Ergebnisse und Rückschlüsse?

In Jerez arbeiten wir mit Phoenix als Partner. Mit diesem Team haben wir schon im GT-Programm erfolgreich kooperiert. Phoenix setzt das Auto ein. Und der Plan ist, dass wir von Tag zu Tag mehr involviert werden. Wir sind oft Rivalen auf der Rennstrecke, aber wir arbeiten auch oft als Team zusammen. Es ist unser erster Kontakt mit dem DTM-Programm. Das DTM-Auto ist kein normales Auto. Es ist ein Lernprozess für uns. Wenn du aus der WTCR in die GT-Serie kommst, ist das ähnlich.

Wie sieht euer Anforderungsprofil der Fahrer für die DTM aus? Zum Beispiel: Junge Wilde, oder alte Hasen?

Ich möchte starke Fahrer, mit denen man gut arbeiten kann. Das Alter ist nicht entscheidend. Ich will Piloten, mit denen man Ziele anpeilen kann, die sich als Teil des Gesamtpaketes sehen.

Werden es Fahrer sein, die schon für WRT gefahren sind?

Ich weiß es noch nicht. Wir hatten mit Ferdinand Habsburg und Jonathan Aberdein zwei Fahrer für die Tests bekanntgegeben. Wir hatten einen Deal mit Habsburg für Jerez, aber er hat sich am vergangenen Donnerstag kurzfristig anders entschieden. Sein Management hat mir mitgeteilt, dass er nicht fahren wird. Das war sehr überraschend für mich. Aberdein wäre denkbar, warum nicht? Er war letztes Jahr schon beim „Young-Driver-Test“ dabei und er hat einen guten Job gemacht.

Zu guter Letzt: Was sind eure Ziele für die DTM-Saison 2019?

Zu gewinnen wird in der DTM schwer für uns. Wir müssen noch viel lernen. Es hängt auch davon ab, wie stark der Audi im kommenden Jahr ist. Es wäre verrückt zu sagen, ich will auf das Podium. BMW ist 2012 zurückgekehrt in die DTM. Dennoch sind sie nun auch schon sieben Jahre dabei. Teams wie Abt oder Phoenix sind seit Anfang 2000 in der DTM am Start. Wir kommen gerade erst an. Wir werden keine einfachen Jahre haben. Wir wollen einen guten Job machen und zeigen, dass wir Fortschritte machen. Und auch jungen Fahrern die Chance geben, sich für die Werkteams zu empfehlen. Mein Ziel wird es sein, zu beeindrucken. Wenn alle sagen, dass was WRT da macht, hätten wir nicht erwartet, dann bin ich zufrieden.

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