Viel diskutiert – die Performance-Gewichte in der DTM | DTM.com | Die offizielle Webseite
2015-07-29 13:30:00

Viel diskutiert – die Performance-Gewichte in der DTM

  • Timo Scheiders Audi wird in Spielberg 1120 Kilo wiegen. Er hält die Gewichte für ein gutes Mittel.
  • Maximilian Götz übt Kritik an der kollektiven Gewichtsbelastung einer Marke.
  • Bruno Spengler:

Das Mindestgewicht eines DTM-Wagens muss nach dem Reglement mindestens 1120 Kilogramm betragen – inklusive Fahrer, Rennbekleidung und Helm. Am fünften Wochenende des Rennkalenders in Spielberg wird Martin Tomczyks BMW M4 DTM jedoch lediglich 1110 Kilogramm wiegen, der Audi RS 5 DTM von Mattias Ekström sowie der Mercedes-AMG C63 DTM von Pascal Wehrlein sind hingegen 1127,5 Kilogramm schwer. Grund sind die sogenannten Performance-Gewichte, die je nach Abschneiden nach einem Rennwochenende in den DTM-Wagen befestigt oder entfernt werden. Besonders nach den Rennen in Zandvoort – bei denen die wesentlich leichteren BMW die Konkurrenz in Grund und Boden fuhren – eine viel diskutierte Maßnahme. Auch im Fahrerlager. Exemplarisch stehen dafür die teils unterschiedlichen Ansichten von Bruno Spengler (BMW), Maximilian Götz (Mercedes-Benz) und Timo Scheider (Audi).

Der Einsatz der Performance-Gewichte wirkt vor allem auf den motorsportfernen Betrachter befremdlich. Schließlich werden die schnellsten Piloten für ihre Leistung durch die Zusatzgewichte bestraft. Diese Regelung in andere Sportarten zu übertragen wäre grotesk: Ein Michael Phelps mit bleierner Badehose im olympischen Schwimmbecken? Bayern München beginnt jedes Bundesligaspiel mit einem 0:1-Rückstand? Usain Bolt mit Eisensohlen in seinen Sprinterschuhen? – einfach undenkbar. Die DTM-Verantwortlichen haben jedoch einen guten Grund für diese Regelung. Sie wollen die Serie besonders attraktiv für den Zuschauer machen. „Wir wollen engen Motorsport bieten. Um dies zu erreichen, sind die Performance-Gewichte ein gutes Mittel“, sagt Scheider. „Natürlich ist das etwas befremdlich. Aber wenn man sich die Formel 1 anguckt, in der zwei Mercedes allen anderen davon fahren – das ist doch langweilig.“ Götz sieht in den Zusatz-Gewichten sogar eine mögliche Extramotivation: „Das kann einen Fahrer auch anspornen. So nach dem Motto: Obwohl ich schwerer bin, zeige ich es euch trotzdem.“ Bruno Spengler teilt die Meinung seiner DTM-Kollegen nicht: „Wir sollten jetzt nicht anfangen, in dieser Saison irgendetwas an dieser Regelung zu ändern. Wir haben uns alle darauf eingestellt und leben nun mit dieser Entscheidung. Aus meiner Sicht braucht man diese Gewichte aber nicht.“

Diskussionsbedarf an der aktuellen Regelung sehen aber auch Götz und Scheider. Besonders die Art und der Zeitpunkt der Bestrafung ist ihrer Meinung nach verbesserungswürdig. So werden derzeit nicht nur ausschließlich die erfolgreichen Fahrer nach jedem Rennwochenende bestraft. Alle Markenkollegen eines Rennsiegers ereilt das gleiche Schicksal: So erhalten der Sieger und alle Hersteller-Kollegen, die es in die Top-Ten geschafft haben, fünf Kilogramm zusätzlich. Die auf den weiteren Plätzen werden mit 2,5 Kilo belastet. Eine Ausnahme besteht, wenn alle drei Marken auf den ersten drei Plätzen vertreten sind. In diesem Fall bleibt die Gewichtsverteilung unverändert. Scheider: „Ich finde, man sollte die Bestrafungen direkt nach jedem Rennen anwenden. Außerdem halte ich die kollektive Bestrafung für unnötig.“ Götz pflichtet ihm in diesem Punkt bei: „Es wäre doch völlig ausreichend, wenn lediglich die ersten Drei eines Rennens bestraft werden.“

In einem sind sich alle drei DTM-Piloten einig. Taktische Manöver, um der Bestrafung durch zusätzliches Gewicht zu entgehen, gäbe es nicht. „So ehrlich müssen wir sein, dass wir über so etwas auch schon mal nachgedacht haben. Aber das ist keine Option. Es ist schwierig genug, überhaupt Punkte zu sammeln.“ Spengler: „Du musst jeden Punkt mitnehmen, den du bekommen kannst. Taktische Spielereien in Bezug auf die Gewichte kannst du dir nicht leisten.“

Nach teils extremen Gewichtsunterschieden hält sich die Differenz zwischen den Fahrzeugen in Spielberg in Grenzen. 17,5 Kilogramm liegen zwischen dem leichtesten Wagen von Martin Tomczyk (1100 Kilogramm) und den schwersten von Mattias Ekström und Pascal Wehrlein (jeweils 1127,5 Kilogramm). „Das macht nach unserer Rechnung gut dreieinhalb Zehntel pro Runde“, sagt Scheider. „Aber natürlich ist der tatsächliche Zeitverlust auch immer abhängig vom Streckenprofil“, ergänzt Götz. Trotz ihres triumphalen Auftritts in Zandvoort, sind es weiterhin die BMW, die mit der geringsten Zusatzbelastung in die Rennen auf dem Red Bull Ring gehen werden.

Die Gewichtsverteilung aller DTM-Boliden finden Sie hier.

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