Vom bösen Buben zum guten Jungen | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-12-06 16:30:00

Vom bösen Buben zum guten Jungen

Vom bösen Buben zum guten Jungen

Mit 35 Jahren gab Loïc Duval 2017 sein Debüt in der DTM. Es war ein hartes Jahr für den Franzosen, er wurde 18. und somit Letzter in der Gesamtwertung. Ein zweiter Platz in Zandvoort war der einzige Lichtblick. 2018 hatte der Audi-Pilot außer einer Pole-Position in Misano auch wenig Zählbares vorzuweisen. Das Resultat war Rang 17. Dennoch äußert sich der Langstrecken-Weltmeister von 2013 gegenüber DTM.com optimistisch in Hinblick auf die nächste Saison.

„Wenn du am Ende des Feldes in der Gesamtwertung landest, ist das sicher nicht positiv. Dennoch gibt es unter dem Strich auch positive Dinge. Das gesamte Paket war bei Audi in diesem Jahr nicht so gut wie 2017. In der zweiten Saisonhälfte haben wir uns aber stark verbessert. Auch wenn wir nicht die gewünschten Resultate erzielt haben“, sagt Duval und erklärt: „In der DTM ist es schwierig, auf den Punkt da zu sein. Zum Beispiel ist Gary Paffett dieses Mal Meister geworden. Die Jahre davor war er nicht schlecht, aber schau dir sein Ergebnis 2014 an, da war er 22. Oder Augusto Farfus, er war als Gesamt-16. nur einen Platz besser als ich und dann steigt er in Macau ins GT-Auto und gewinnt dieses prestigeträchtige Rennen. Ich fand 2018 deutlich besser als mein Rookie-Jahr und ich habe große Hoffnung für 2019.“

Duval fuhr deutlich konstanter und öfter in die Top Ten

Nachdem Duval 2017 als Zweiter in Zandvoort und Achter in Spielberg nur zweimal in den Top Ten landete, gelang ihm dies im zweiten DTM-Jahr immerhin schon acht Mal. Eine signifikante Steigerung, wenngleich das ganz große Ausrufezeichen in Form eines Top-Resultates fehlte. „Ein Podium wäre durchaus möglich gewesen. In Misano hatte ich in beiden Rennen sehr viel Pech. Am Samstag wurde ich zweimal umgedreht und bin dennoch in den Top Five gelandet. Am Sonntag kam das Safety-Car kurz nachdem ich an der Box war auf die Strecke. Das hat mein Rennen komplett zerstört, das war frustrierend. Natürlich ist es schön zu feiern und auf dem Podium zu stehen. Aber ich bin zufrieden, ich war deutlich konstanter in diesem Jahr in meinen Leistungen und ich konnte viel öfter um vordere Platzierungen kämpfen.“

Pole-Position in Misano unter schwierigen Bedingungen

Im italienischen Misano hatte Duval seinen Tiefpunkt und das Highlight zugleich. Mit seiner Pole-Position am Sonntag beendete er die Rekordserie von Mercedes-AMG, die zuvor neun Poles in Folge errungen hatten und er war zugleich in 2018 der erste Audi-Pilot auf Startplatz eins. „Das war sehr cool. Zumal die Bedingungen mit dem Regen sehr schwierig waren, das macht es umso wertvoller. Wenn du auf Pole startest, willst du aber auch auf dem Podium landen. Am Sonntagabend war ich deswegen sehr angefressen.“

Neben dem Niederländer Robin Frijns (50 Plätze) war Duval auch der DTM-Pilot, der die meisten Positionsgewinne gegenüber der Startaufstellung zu verzeichnen hatte, nämlich 37 Plätze. „Das kannst du positiv und negativ sehen. Das bedeutet letztlich, dass du ein schlechtes Qualifying hattest, dafür aber im Rennen gut performt hast. Meine schnellen Runden waren insgesamt sicher nicht gut in diesem Jahr, aber im Rennen hatten wir die Pace. Wenn ich das eine im nächsten Jahr verbessern und das andere beibehalten kann, das wäre sehr gut.“

Ein Tiefpunkt war der Unfall von René Rast

Ein einschneidendes Erlebnis hatte Duval auch am Samstag am Lausitzring, als er unfreiwillig Teil eines spektakulären Crashs wurde. Nachdem sein Audi RS5 DTM den Wagen von Markenkollege René Rast berührt hatte, rutschte das Auto mit der Nummer 33 von der Strecke und überschlug sich. Entgegen aller Befürchtungen ging der Horror-Unfall glimpflich aus. Das Auto war ein Totalschaden, aber Rast gab sofort Entwarnung.„Der Kontakt mit Renés Auto war sehr unglücklich. So einen schlimmen Unfall möchtest du im Motorsport nicht sehen. Zum Glück ist ihm nichts passiert.“

Duval blieb ohne eine einzige Verwarnung

Eine Wandlung vollzog Duval auf der Rennstrecke vom Saulus zum Paulus. War der Franzose als Rookie noch der Bad Boy der DTM, sah dies in 2018 komplett anders aus. 2017 hatte der Audi-Pilot zwar am Ende die wenigsten Punkte der 18 Fahrer, dafür aber die meisten Verwarnungen und Strafen. Insgesamt ein halbes Dutzend Verwarnungen kassierte der Neuling. Für unterschiedliche Vergehen. Mal fuhr er auf der Working Lane, mal missachtete er eine blaue Flagge.In dieser Saison war er neben Gary Paffett und Bruno Spengler der einzige Pilot, der keine Verwarnung kassierte. „Ich war ein guter Junge (lacht). Das ist sehr erfreulich, vor allem, wenn du siehst, wie viele Verwarnungen ich in meinem ersten Jahr noch bekommen habe. Wir haben immer Kontakt mit den Autos. Du musst ja bedenken, mit welchen Geschwindigkeiten wir unterwegs sind. Du willst keinen von der Strecke schubsen, manchmal passiert das. Du musst Risiken eingehen, ab und zu geht es sich dann nicht mehr aus. Ich hatte ein sauberes Jahr. Hoffentlich bleibt es so. Strafen sind nie schön.“

Zuversichtlich blickt Duval auf die kommenden Aufgaben. Mit dem neuen Technischen Reglement („CLASS 1“) beginnt in der DTM im kommenden Jahr eine neue Zeitrechnung. Der Franzose sieht Audi nach Platz drei in der Markenwertung für 2019 gut gerüstet. „2017 war für Audi ein starkes Jahr mit tollen Ergebnissen. 2018 war schwieriger für uns. Aber wir haben uns als Gruppe gesteigert. Dass René Vizechampion wird, damit hatte im Sommer keiner mehr gerechnet. Jetzt müssen wir im Winter das Auto weiter verbessern. Und auch die Mentalität, nie aufzugeben, müssen wir beibehalten, dann haben wir ein glänzendes Jahr vor uns.“

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