Vom Wüterich zum reuigen Sünder | DTM.com | Die offizielle Webseite
2017-08-21 15:15:00

Vom Wüterich zum reuigen Sünder

Vom Wüterich zum reuigen Sünder

Nachdem Timo Glock eine Nacht drüber geschlafen hatte, tat ihm sein Wutanfall in Zandvoort leid. Der BMW-Pilot, der mit einer Brems-Blockade und anschließender Stinkefinger-Affäre beim Qualifying für den Aufreger des Tages gesorgt, gab sich im Gespräch mit DTM.com mit etwas Abstand als reuiger Sünder. Seine Raserei vom Vortag war ihm unangenehm. Der Zorn war längst verraucht.

Allenfalls mit sich selber ging der ehemalige Formel-1-Pilot nach der Raserei hart ins Gericht. „Das war eine völlige Überreaktion. Nachdem sich der Nebel im Hirn verzogen hatte, habe ich realisiert, was ich gemacht hatte und vor allem was für eine Chance ich damit weggeworfen hatte“, so Glock, der sich im zweiten Qualifying zunächst von Loïc Duval und anschließend von Edoardo Mortara auf dem Weg zur Poleposition behindert wähnte. Der Mercedes-AMG-Pilot bekam dafür sein Fett weg. Glock bremste ihn auf der Strecke über mehrere Kurven rüde aus, was ihm eine Rückversetzung in der Startaufstellung von Platz fünf auf 18 einbrachte. Darüberhinaus beschimpfte er Mortara über den Funk als „Fucking Idiot“. Einmal ordentlich in Fahrt zeigte er der Mercedes-Box auf dem Weg durch die Boxengasse zusätzlich noch den Stinkefinger. Das kostete ihn 3.000 Euro Strafe.

„Die Mechaniker konnten nicht Mal im Ansatz was dafür. Auch mit meinen 35 Jahren bin ich jetzt nochmal schlauer geworden. Das ist Sport, da kochen die Emotionen hoch. Wenn ich nach den beiden Runs lachend in die Box zurückgekehrt wäre, dann müsste ich meinen Helm an den Nagel hängen. Ich liebe den Sport und bin immer noch sehr motiviert und will meine Chancen nutzen“, sagte Glock. „Edoardo Mortara kann ich auch keine Absicht unterstellen. Das komplette Team von Mercedes kam nachher und hat sich bei mir entschuldigt, weil sie einen Fehler bei der Simulation gemacht hatten.“

Mortara hatte schon unmittelbar nach dessen Wutausbruch Verständnis für den Furor geäußert. „Ich kann seinen Frust nachvollziehen. Mein Team hat mir zweimal die falsche Information gegeben. Ich kann mich nur entschuldigen. Solche Dinge sollten nicht passieren.“ Nachdem er erst kurz vor dem Start bis auf den letzten Platz zurückversetzt wurde, gerieten auch die Kommissare des DMSB ins Kreuzfeuer der Kritik von Glock. Auch hier sah er sich im Nachhinein bemüßigt, zurück zu rudern. „Im Eifer des Gefechts ist das eine oder andere Wort gefallen, was unangebracht war. Das war nicht vorbildlich. Das darf mir nicht passieren.“

Glock, der Jury-Mitglied der Speed-Academy bei BMW ist, fuhr zwar noch auf Platz sieben und rettete nach seinem Sieg am Vortag noch ein paar Punkte für die Meisterschaftswertung, dennoch ärgerte er sich über die verpasste Chance auf eine weitere Podiumsplatzierung. „Am Ende habe ich mir selber damit geschadet. Wenn du mit Adrenalin vollgepumpt bist und du kannst in dem Moment nicht deine Höchstleistung abrufen, dann passiert so etwas. Natürlich ärgert es mich. Es hätten mehr Punkte sein können, ohne meine Reaktion. Die Chance war da. Aber, wenn du durch das Fahrerlager läufst, wird dir jeder Fahrer mehrere Rennen nennen können, in denen er Punkte hat liegen lassen. Ich muss jetzt nach vorne gucken.“    

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