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2007-04-23 17:09:11

Vorbildliches Sicherheitskonzept in der DTM

Vorbildliches Sicherheitskonzept in der DTM

Schon bei der Erarbeitung des technischen Reglements im Jahr 2000 wurde das Thema Sicherheit fest verankert und seitdem stetig ausgebaut. Elemente wie Gitterrohrrahmen, Kohlefaser-Monocoque und Crashboxen bilden eine Einheit, deren maximale Belastungswerte genau definiert sind und in Tests nachgewiesen werden müssen. Um das Monocoque herum wird ein Käfig aus rund 25 Metern hochfestem Stahlrohr verbaut, dessen Kreuzungen zusätzlich mit 2 Millimeter starken Stahlblechen verstärkt werden. Dazu gibt es noch ein Türkreuz aus dem gleichen Material wie der Käfig, der Stahl ist 2 Millimeter dick, die Rohre haben 40 Millimeter Durchmesser.

Auf dem Prüfstand: Belastung mit acht Tonnen

Der DTM-Pilot sitzt nicht in einem Rennsitz, der wie früher mit dem Chassis verschraubt ist, sondern in einer Sicherheitszelle, die von der Basis einem Formel-1-Monocoque entspricht. Diese Kohlefaser-Zelle, die intern als "Sitzkiste" bezeichnet wird, enthält die Sechspunkt-Sicherheitsgurte, die eingeschäumte Sitzschale und die komplette Pedalerie. Abmessungen, Material und Belastungswerte sind genau vorgeschrieben. So beträgt zum Beispiel der Abstand der Sitzkiste zur Fahrertür 40cm. Die mindestens 25 Kilogramm schwere Zelle, die aus 40mm starkem Material hergestellt ist, muss in einem Prüfstandstest nachweisen, dass sie eine Belastung von knapp acht Tonnen aushält - und das über einen Zeitraum von 30 Sekunden.

LEine den Kopf seitlich umschließende Kopfstütze ist integraler Bestandteil der Einheit aus Sicherheitszelle und Sitzschale. Durch die seitliche Ausweitung der Kopfstütze entstand der Begriff des "Ohren-Sessels". Maximal 40 Zentimeter dürfen die beiden seitlichen Führungen auseinander liegen, und selbst die Kopfstütze muss eine Belastung von fast eineinhalb Tonnen aushalten können. Sowohl Kohlefaser-Zelle als auch der Rohrrahmen müssen im Bereich des Fahrers mit energieabsorbierendem Material gepolstert werden.

Rahmen aus 85 Meter Stahlrohr

Die "Sitzkiste" ist mit dem Rohrrahmen fest verschraubt. Über 85 Meter Stahlrohr werden in den DTM-Fahrzeugen für die Rahmenstruktur verarbeitet, nach intensiven Berechnungen der Konstrukteure und klaren Vorgaben im Reglement. Schließlich sorgt der Rohrrahmen nicht nur für die Steifigkeit des Fahrzeugaufbaus und beeinflusst damit die Fahreigenschaften, sondern ist auch fester Bestandteil des Sicherheits-Konzeptes. Auch das imposante Rohrgebilde, das mit dem Überrollbügel früherer Tage kaum etwas gemeinsam hat, muss festgelegten Belastungen widerstehen können. So muss der Rohrrahmen im Bereich der B-Säule eine Vertikalkraft von bis zu neun Tonnen verkraften können, wobei die Verformung der Überrollvorrichtung 25 Millimeter nicht überschreiten darf.

Während für die meisten Teile statische Belastungstests vorgeschrieben sind, die ausschließlich unter Kontrolle des Deutschen Motor-Sport-Bundes (DMSB) stattfinden, müssen die vorne und hinten angebrachten Crashboxen sowohl statische als auch dynamische Tests absolvieren. Dazu werden die aus Kohlefaser gefertigten Aufprallstrukturen, ähnlich den Knautschzonen beim Serienauto, auf einem Schlitten montiert und damit der Aufprall eines Fahrzeuges mit 46,8 km/h auf eine Betonwand simuliert. Die erlaubten Verzögerungswerte mit durchschnittlich 40 g entsprechen in etwa denen eines Serienfahrzeuges. Der Testaufbau wiegt insgesamt ca. 1.200 Kilogramm und damit etwa soviel wie das voll betankte DTM-Fahrzeug.

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